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Review: Junip – s/t

21. April 2013

Junip - s/t (2013)

Junip – s/t (2013)

Seine Bekanntheit hat er dem Fernsehen zu verdanken: einer Krimiserie und einem Werbespot… Dabei stammt sein „Durchbruch“-Song „Heartbeats“ gar nicht mal von José González selbst, sondern von der schwedischen Band THE KNIFE. Seit seinem 2007er Album, das auf diesen Hit folgte, hat man auch nicht mehr allzu viel vom Mann mit der sanften Stimme gehört. Doch halt, klar, nur eben unter dem Namen JUNIP, die 2010 ihr bisher einziges Album „Fields“ veröffentlichten. Seit dem 19. April ist nun der Nachfolger draußen. Die Platte nennt sich einfach „Junip“, denn sie stellt nach eigenen Angaben der Band ein typisches JUNIP-Album dar, quasi die JUNIP-Essenz. Und ja, wir haben es hier ganz klar mit einer Band zu tun, die eine geschlossene Bandleistung abgeliefert hat und nicht nur mit einem „González-Projekt“. Jeder im Trio nimmt hier hörbar eine wichtige Rolle ein. Wir kommen noch zum Thema Flow…

Dabei geht es auf „Junip“ mal recht poppig zur Sache, man nehme zum Beispiel „Your Life Your Call“, und im nächsten Moment erschallt das knapp 2-minütige „Villain“ recht fies aus den Boxen und atmet ordentlich Fuzz und Psychedelik. Dass González‘ Stimme meist eine gehörige Portion Folk transportiert, stört hierbei nicht, das passt. Ein Relikt aus den älteren, düsterer klingenden Debüttagen ist vielleicht das minimalistische, perkussiv orientierte „Baton“, dass trotz seiner Pfeifeinlagen aufgrund eines hypnotisierenden Basses und leichtem Dröhnen im Hintergrund eine gewollt unheilvolle Stimmung herbeibeschwört. Ein schön krautiges Stück wie „So Clear“ klingt im Beginn ein bisschen nach Neil Youngs „Down By The River“, ansonsten hält sich die Vergleichbarkeit mit irgendwelchen anderen Bands oder Künstlern angenehm zurück. Die Band hat sich tatsächlich eine schöne Nische geschaufelt, die aber in sich nicht abgeschottet wirkt, da der Gesamtsound zugleich schön warm, aber auch sehr luftig daherkommt. „Junip“ kann ich mir auch unterwegs gut vorstellen. Songs wie „So Clear“ oder das eingängige, sich langsam aufbäumende „Walking Lightly“ sind einfach verdammt gute Roadsongs mit genialem Flow.

Flow ist sowieso ein gutes Stichwort für JUNIP. Ich hab hier zwar einige Tracks beispielhaft herausgegriffen, das soll aber nicht heißen, dass sie sich qualitativ über die anderen Stücke erheben. „Junip“ ist ein Gesamtwerk und wird mit jedem Hören immer besser. Für mich jetzt schon ein Top 10-Kandidat für die Alben des Jahres!

Gespannt sind wir natürlich auch auf die Tour:

2013 Mai 01 Wien – Szene
2013 Mai 02 Zürich – Plaza
2013 Mai 03 Heidelberg – Karlstorbahnhof
2013 Mai 04 München – Kammerspiele
2013 Mai 05 Berlin – Astra Kulturhaus
2013 Mai 06 Hamburg – Übel & Gefährlich
2013 Mai 10 Köln – Stollwerck

JUNIP im Internet:

Offizielle Homepage
Junip @ Facebook

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