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Review: John Grant – Pale Green Ghosts

7. April 2013
John Grant - Pale Green Ghosts

John Grant – Pale Green Ghosts

John Grant vertont zerbrechliche Geschichten aus Melancholie, deren Schwere  rasant und irrgangslos an Gewicht verlieren. Sein zweites Album „Pale Green Ghosts“ ist ein Ausflug in Vergangenheit und Zukunft zugleich. Das Gründungsmitglied der Alternative Rockband The Czars wandelt seit deren Auflösung 2004 auf Solopfaden. Und das sehr erfolgreich. Sein Debüt „Queen Of Denmark“ wurde 2010 von allen wichtigen Kritikern und Magazinen derart in den Himmel gehoben, dass der Erwartungsdruck entsprechend stark auf Grant lastete. Dieser ging damit allerdings recht beeindruckend um, siedelte von Colorado nach Island über. Ein Schnitt der drastischer nicht sein könnte, allerdings wegweisend für sein zweites Album „Pale Green Ghosts“ war. Islands Musikszene ist mindestens genauso facettenreich, wie die jedes anderen Landes – nur entsprechend intimer. So dauerte es auch nicht lange, bis John Grant auf Birgir Þórarinsson a.k.a. Biggi Veira (GusGus) traf – und man beschloss Grants Zweitwerk zusammen zu produzieren.

Wer sich nun unter dem Ergebnis nichts vorstellen kann, dem sei gesagt, dass John Grant keinen Deut an Originalität verloren hat. Er klingt immer noch traurig – begleitet von einem Hoffnungsschimmer, der seinen Tracks eine gewisse Leichtigkeit verleiht. In Kooperation mit Biggi Veira entstanden Songs, die durch die elektronischen Elemente an Ausdrucksstärke gewinnen – und einen mit Wohlgefühl in die Achziger zurückversetzen. Der Titelsong „Pale Green Ghosts“ wird von einem eintönig scheinenden Beat getragen, John Grant lässt seinen Bariton vibrieren, Bläser und Streicher erhöhen die Dramaturgie – und schon ist der Track wunderbar rund und einladend. So zieht sich diese Symbiose aus elektronischen Klängen und folkigen Songstrukturen einem roten Faden gleich durch das gesamte Album.

Die anfangs angesprochene Melancholie ist natürlich das Grundthema. Dennoch schafft es John Grant diese Wucht der Emotionen derart gut zu verpacken, dass die Titel durch jede Pore Anmut und Charme ausdünsten. Irgendwie Pop, irgendwie Elektro, irgendwie Folk, irgendwie alles zusammen und doch nichts von all dem. „Pale Green Ghosts“ ist ein bemerkenswerter Nachfolger von John Grants Debüt, der keine Vergleiche scheuen muss. Eine kleine Schatztruhe randvoll mit schwermütigen und ebenso leichtfüßigen Songs, die Tragik und Komik zugleich verkörpern – und die sogar stellenweise tanzbar sind. Ein paar Live – Termine gibt´s natürlich auch: zum Beispiel HEUTE in Köln (im wirklich wunderschönen Gloria!).

John Grant im Internet:

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Termine:

07. April – Gloria Theater, Köln
08. April – Mojo Club, Hamburg
09. April – Babylon, Berlin
15. April – Papiersaal, Zürich

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