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Review: Jesse Ruins – A Film

2. Juni 2013
Jesse Ruins - A Film

Jesse Ruins – A Film

Japan. Ambient. Sphärischer Pop. Das sind Jesse Ruins in vier Worten. Ihr erstes Album „A Film“ ist soeben weltweit erschienen. Ein Traumzyklus in zwölf Titeln. Erst im letzten Jahr veröffentlichte das Trio seine (mit 8 Tracks recht opulente) DebĂĽt EP „Dream Analysis“. Da stand das Konzept von „A Film“ wahrscheinlich schon längst. Etwas ĂĽber die HintergrĂĽnde dieses KĂĽnstlerkollektivs zu erfahren, oder ĂĽber das was sie antreibt, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Allein die Namen der drei Japaner stehen: Nah, Yosuke Tsuchida und Nobuyuki Sakuma stammen aus Tokio. Das war´s dann aber auch erstmal. Nun stellt sich die Frage, ob man denn tatsächlich soviel ĂĽber eine Formation wissen muss – oder ob man nicht einfach die Musik allein urteilen lässt.

Vom Sound her sind Jesse Ruins vielleicht am ehesten mit einer sanfteren Ausgabe von Crystal Castles  zu vergleichen. Sämtliche Verbindungen zum allseits bekannten J-Pop sind gekappt, die Band könnte ihre Wurzeln auch genauso gut in den USA oder Europa haben. Die Härte, die Crystal Castles desöfteren an den Tag legen, sind hier nur rar gestreut. „Sharon Is Frozen“ oder „Before Dawn“ haben dafĂĽr einen Schub drauf, der den Ambienteinschlag der restlichen Tracks angenehm durchbricht. Von der Basis her könnte man Jesse Ruins in die Dreampop-Ecke abschieben. Allerdings wĂĽrde man damit ihrer Vielfalt nicht gerecht werden. „Laura Is Fading“ ist ohne Zweifel ein mitreiĂźender Electropop-Hit, „Valentine At 2 AM“ hingegen lässt parallelen zu den Cocteau Twins ziehen. Jedes StĂĽck entwickelt sich von der Anfangssequenz bis hin zum Ausklingen. „A Film“ hat eine groĂźe Palette an verworrenen Melodien zu bieten, die unschuldig verträumt klingen – um Sekunden später einen verstörenden Nachgeschmack zu hinterlassen. Nobuyuki Sakuma umspannt die Songs mit ihrer feenhaften Stimme und gibt ihnen einen fantastischen shoegazigen Grundton. Wer nun das Ticket in die funkelnde Unterwelt der drei Japaner lösen möchte, kann sich „A Film“ direkt im Anschluss einmal anhören.

Jesse Ruins im Internet:

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