Suche

Review: Hookworms – Pearl Mystic

31. August 2013
Hookworms - Pearl Mystic

Hookworms – Pearl Mystic

Psychedelisch punkige Hakenwürmer? Unvorstellbar – und dennoch vereinen die Hookworms aus Leeds auf ihrem Debüt „Pearl Mystic“ all das auf einer Platte. Die Fünferkombo aus West Yorkshire hat auf ihrem ersten Werk alles richtig gemacht. Und das, obwohl wohl kaum etwas schwieriger erscheinen mag, als die Mixtur aus verzerrtem räudigem Punk´n Roll und sphärischen Trips, die einem das Tor zu anderen Dimensionen öffnen. Viel ist bisher nicht über die jungen Briten bekannt, aber das kann sich erwartungsgemäß jederzeit ändern. Und vielleicht ist es auch ganz gut so unbefangen, ohne jegliches Hintergrundwissen an eine Platte heranzutreten. Dann zählen weder Geschichte, noch Fehltritte und Glanzzeiten – und -seiten einer Band, sondern ausschließlich das, was da gerade in unseren Ohren erklingt.

So beginnt der mystische Perlenglanz – Perlentanz mit „Away/Towards“ auch ziemlich abgehoben und entrückt. Psychedelische Gitarren treffen auf verzerrten Gesang, der sich forttreibend mit der Melodie verbindet. Einen roten Faden gibt´s selbstverständlich auch – verarbeitet werden auf „Pearl Mystic“ vor allem gescheiterte Beziehungen, der Kampf mit Depressionen und ein Suizidversuch. Das klingt alles wenig erbaulich, ist dem Album im weitesten Sinne aber gar nicht anzumerken. Denn so schön atmosphärisch verpackt beginnen selbst die dunkelsten Ecken der Seele zu tanzen. Der NME kürte Hookworms zu einer wütenderen und unterkühlteren Version von Tame Impala. Immer auf einer Gratwanderung zwischen Ambient – Tracks („i, ii und iii„), die geschickt eingestreut das Hirn mit Glückseligkeit fluten, bevor die sphärische-punkige Keule („Preservation“, „Form And Function“) wieder ausgepackt wird. All das meistern die Briten so lässig, dass man kaum vermuten würde, dass es sich bei „Pearl Mystic“ um ihr erstes Album handelt. Sich nun nach einem fiesen Parasiten zu benennen ist einerseits recht grenzwertig. Andererseits hat der blutsaugende Hakenwurm auch einiges mit dem Sound der Band gemeinsam. Während des Hörens setzt er sich fest, und führt jene, die sich treiben lassen wollen in eine andere musikalische Umlaufbahn. Ein Parasit deluxe – quasi.


Hookworms – Away / Towards (Official Video) von domino

Hookworms im Internet:
Homepage
Facebook
Twitter

Schreib einen Kommentar