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Review: Franz Ferdinand – Right Thoughts, Right Words, Right Action

25. August 2013
Franz Ferdinand - Right Thoughts, Right Words, Right Action

Franz Ferdinand – Right Thoughts, Right Words, Right Action

Vier Jahre Wartezeit sind vorüber: Franz Ferdinand knüpfen mit „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ konsequent an ihren typischen funky Gitarrenpop an. Ihr Vorgänger „Tonight: Franz Ferdinand“ verschwand beinahe komplett in der Versenkung. Fans und Kritiker konnten mit dem etwas blutleeren Album wenig anfangen. Der immer größer werdende Druck hinterließ wohl ebenfalls seine Spuren. Nun sind die Schotten also zurück. Und allein die ersten Klänge von „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ rufen dieses „a sort of homecoming“ Gefühl hervor. Herrlich – ehrlich!

Der erste Titel „Right Action“ ist ein funky Gitarrenpop – Song, der seinen Ursprung in einem alltäglichen – und daher umso faszinierenderen Zufall hat. Sänger Alex Kapranos sichtete auf dem Brick Lane Market in London in einem Haufen von Postkarten die eine, die ihn zu diesem Song inspirierte. Sie trug folgenden Text: „Come home, practically all is nearly forgiven“. Beim Adressaten handelte es sich um Karel Reisz; einen tschechisch-englischen Regisseur, der unter anderem die Filme „Die Geliebte des französischen Leutnants“ und „Samstagnacht bis Sonntagmorgen“ drehte. Zufall? Bestimmung? Schicksal? Inspiration in jedem Fall! Wer den charismatischen stakkato-angelehnten Sound des schottischen Quartetts irgendwie vermisst hat, wird mit diesem Album deutlich entschädigt. „Love Illumination“ packt die Franz Ferdinandsche Keule aus – die neben gitarristischer Hookline und psychedelischer Schweineorgel aus einem wunderbar eingängigen Refrain besteht. „Stand On The Horizon“ beginnt leicht balladig, entwickelt sich aber zusehends zu einem ebenso groovenden Titel. Als Freund der Schotten lehnt man sich spätestens jetzt zufrieden zurück. Manchmal ist es besser die musikalischen Wurzeln freizulegen und losgelöst von Erwartungshaltungen zu komponieren. Diese Auszeit hat Franz Ferdinand deutlich gut getan. „Fresh Strawberries“ laden zu einem Ausflug auf die weltweiten Erdbeerfelder ein. Die leichte Anlehnung an die Strawberry Fields der Beatles ist vielleicht gewollt, garantiert aber in jedem Fall groovendes Füßewippen. „Goodbye Lovers And Friends“ wirbelt zum Abschluss sogar ein wenig  Wüstensand auf, der in den Augen brennt ohne weh zu tun. Gut, dass Franz Ferdinand zurück sind. Und gut, dass sie ihre Mitte wiedergefunden haben. „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ ist ein schnittiges Album, das längst überfällig war.

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