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Review: EF – Ceremonies

16. September 2013

EF - Ceremonies (2013)Die schwedischen Postrocker EF feiern zehnjähriges Bandjubiläum. Das ist doch mal ein Grund zur Freude und wie schön, dass uns das mittlerweile Quintett zu diesem Anlass auch noch mit einem neuen Album, „Ceremonies“, beschenkt. Klingt fast wie Zelebration, also rein vom Titel her… Aber ob das neue Album Grund zur ungehemmten Feier ist, das werden wir gleich noch näher beleuchten. Jedenfalls hat EF anscheinend den Ruf als „Europas am härtesten arbeitende Band“. Aber wer kann das schon beurteilen? Und inwiefern? Weil sie oft auf Tour geht? Weil sie am längsten im Studio steht? Wer weiß. Und eigentlich auch egal. Es zählt, was dabei herauskommt und damit werden wir uns nun endlich beschäftigen, und zwar indem wir „Ceremonies“ einlegen und verdammt nochmal auf Play drücken. Und was einem da gleich zu Beginn entgegentönt, ist das sich aufbäumende „Bells, Bleed & Blood“. Und das Ding hat ganz schön Jam-Charakter. Jam-Charakter in dem Sinne, dass es Bock macht und man nicht weiß, was als nächstes kommt, und in dem Sinne, dass es auch ewig so weitergehen könnte. Planlos klingt das aber nicht, denn auch Posaune und Trompete, Streicher und Piano sind so schön aufeinander abgestimmt, dass es eine helle Freude ist. Hört selbst mal ins Album rein:

„Yield. Heart. Yield!“ wird dann schon mal schön heavy und kann insgesamt einen prima Spannungsbogen aufweisen. Eine schöne Trompeten-Hookline rundet den satten Zehnminüter ab. Und spätestens beim erhabenen „Lake Vaettern“ – immerhin der größte See Schwedens, den es hier zu vertonen gilt – fallen die angenehm zurückhaltenden Vocals auf, wobei die Stimme von Tomas Torsson alles andere als unangenehm anzuhören ist, im Gegenteil sogar, aber vielleicht ist sie auch nicht unikal oder variabel genug, als dass sie einem dauerhaften Einsatz standhalten könnte… Bei „Lake Vaettern“ kommen über den Verlauf der acht Minuten Spielzeit jedenfalls mehr als einmal richtige Hochgefühle auf. Generell kann bei EF fast jeder Song mit über sieben Minuten aufwarten. So viel Zeit braucht es einfach bei EF, um eine gute Atmo mitsamt Sogwirkung zu erzeugen. Und dann sind es nämlich genau die kurzen Stücke auf „Ceremonies“, die leider nicht überzeugen können. „Sex“ zum Beispiel. Statt dem passionierten Stück, das man hier vielleicht bei einem solchen Titel erwartet, gibt es hier lediglich ein verträumtes Vorspiel zum eigentlichen Sex und zugleich zum mit Abstand schönsten und abgerundetstem Stück auf der Platte: „Delusions of Grandeur“. Mit dem selben Titel erschien letztes Jahr im September übrigens eine geniale EP, auf der ebenso das wunderschöne „I Never Felt This Way Before“ enthalten ist, ein Erzählepos mit erhabener musikalischer Untermalung erster Güte. Diese EP kann man als Post-, Ambient- und Progrock-Fan blind kaufen, auf diesem Album hingegen gibt es dann leider doch die ein oder andere etwas ins Leere gehende Minute. Aber zurück zum Herzstück des aktuellen Albums, zu „Delusions Of Grandeur“: Es ist einfach nur saustark, so hymnenhaft, einprägsam, abwechslungsreich sowie mit perfektem Spannungsbogen und genialem Songwriting ausgestattet. Leider ebbt die Qualität der darauffolgenden Stücke stark ab und gerade das letzte Stück „Thee barren soil of Messaure“ trudelt verträumt und scheinbar kaum zielgerichet aus. Schade.

Eins muss man dem Album aber lassen: „Ceremonies“ läuft in jedem Fall flüssiger und runder als das letzte Album „Mourning Golden Morning“ von 2010. Mal sehen wie sich die Scheibe bald live schlagen wird, auf den Bühnen Europas, wo schon bald wieder extensiv getourt wird:

Oct 05 Haus III&70 Hamburg, Germany
Oct 06 Lagerhaus Bremen, Germany, w/ Jean Paul Moustache
Oct 07 Bei Chez Heinz Hannover, Germany
Oct 08 Drucklufthaus Oberhausen, Germany
Oct 09 Kulturpalast Wiesbaden, Germany
Oct 10 ISC Bern, Switzerland
Oct 11 Kiff Aarau, Switzerland
Oct 12 Universum Stuttgart, Germany, w/ Turbostaat
Oct 13 Musikbunker Aachen, Germany, w/ Turbostaat
Oct 15 Scheune Dresden, Germany
Oct 16 Engelsburg Erfurt, Germany
Oct 17 Kleine Freiheit Osnabruck, Germany
Oct 18 4AD Diksmuide, Belgium, w/ Kwoon, Spookhuisje
Oct 19 L’Escalier Liège, Belgium
Oct 23 Batofar Paris, France
Oct 25 Bikini Test La Chaux-De-Fonds, Switzerland
Oct 26 Studio Foce Lugano, Switzerland
Oct 28 KSET Zagreb, Croatia
Oct 29 Channel Zero Ljubljana, Slovenia
Oct 30 A38 Budapest, Hungary
Oct 31 Jazz Club Tibet Olomouc, Czech Republic
Nov 01 Kino Ebensee, Austria
Nov 02 PMK Innsbruck, Austria
Nov 04 UT Connewitz Leipzig, Germany
Nov 05 Magnet Berlin, Germany
Nov 06 Pod Minoga Poznan, Poland
Nov 07 Hydrozagadka Warsaw, Poland

EF im Internet:
Soundcloud
Homepage
Facebook
bandcamp

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