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Review: Editors – The Weight Of Your Love

1. Juli 2013
Editors - The Weight Of Your Love

Editors – The Weight Of Your Love

Allen denkbar schlechten Omen zum Trotz: nach vier Jahren veröffentlichen Editors mit „The Weight Of Your Love“ endlich ein neues Album. Zwischen „In This Light And On This Evening“ und dem Heute liegt eine unschöne Tiefphase, die die Trennung von Gründungsmitglied Chris Urbanowicz (Gitarre) und zwei Neubesetzungen (Justin Lockey – Gitarre, Eliott Williams – Synthesizer, Gitarre) nach sich zog. Der Gedanke die Band ganz aufzulösen, wurde glücklicherweise wieder verworfen. Sonst hätte man kaum die Möglichkeit die erneute musikalische Kehrtwende der Editors zu verfolgen. Die übermächtig klirrenden Synthies vom Vorgänger rücken in den Hintergrund, spinnen aber von dort aus weiter ihr Netz. Produziert von Jacquire King (Tom Waits, Kings Of Leon) und gemixt von Craig Silvey (u.a. Arcade Fire, Bon Iver) scheint der Richtungswechsel vorgezeichnet.

„The Weight Of Your Life“ ist zugänglich und dennoch sehr intim geraten. Rockende Uptempo – Nummern (wie z.B. „Racing Rats“ oder „An End Has A Start“) sind hier eher rar gesät. Es geht ruhiger zu, aber nicht weniger düster. Mit dem ersten Titel „The Weight“ tritt man direkt schweren Schrittes in eine lyrische Welt, die sich weitestgehend mit dem absoluten Universal-Thema Liebe befasst. Das folgende „Sugar“ entwickelt sich mit seiner pathetisch-schönen Melodie flott zum heimlichen Lieblingstrack. Überhaupt werden große Gesten und Gefühle groß geschrieben. „A Ton Of Love“, die erste Singleauskopplung, geht da schon etwas mehr nach vorne. In der Summe ist „The Weight Of Your Love“ ein Entdecker-Album. Wer beim ersten Durchlauf einen Kracher nach dem anderen erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Das vierte Werk der zum Quintett gewachsenen Briten entfaltet seine Schönheit erst, wenn es seinen Kokon verlässt. Und wann genau das passiert, muss man halt selbst herausfinden. Dann allerdings breitet sich ein Zwielicht aus, das wärmer nicht scheinen könnte.

Editors im Internet:
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Termine:
05.10. – Westend Festival (Visions Party), Dortmund
07.10. – Zenith, München
08.10. – Gasometer, Wien
22.10. – Rockhal, Luxemburg
25.10. – Docks, Hamburg
26.10. – Columbiahalle, Berlin
30.10. – Haus Auensee, Leipzig
01.11. – Schlachthof, Wiesbaden

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