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Review: DELPHIC – Collections

20. Januar 2013

Delphic - Collections (VÖ: 01.02.2013)

Delphic – Collections (VÖ: 01.02.2013)

Ohje, da müssen sie sich derzeit aber was anhören: Kommerziell geworden hier, keinen roten Faden auf dem Album da. Ich finde DELPHICs zweite Scheibe „Collections“ ganz hervorragend, denn sie ist genau das was drauf steht: eine Sammlung an kunterbunten Ideen aus fast dem gesamten Spektrum der populären Musik. „Kommerziell“ sagt ja erstmal nichts weiter über die Musik an sich aus. Außer das sie vielleicht potentiell vielen Leuten gefallen könnte. DELPHIC sei das gegönnt. Gefallen lösen hierbei gewiss die vielen tanzbaren Beats und die catchy Melodien aus. Flach geht die Band dabei aber nicht zu Werke. Die typisch ausgefeilten Synths des Debüts sind geblieben, vielleicht klingt Sänger James Cook jetzt ein bisschen dramatischer als bisher und schielt das ein oder andere mal ganz bestimmt in Richtung MUSE ohne dabei jedoch irgendwie nervig zu klingen… 😉 Und nun zur Sache mit dem roten Faden: Den braucht’s doch gar nicht zwingend, schließlich ist das hier kein Konzeptalbum. Klar, hier werden kühn R&B, Hip Hop, Electronica und sogar ein bisschen Funk und Worldbeat verarbeitet. Das Grundgerüst bleibt aber schlichtweg und eindeutig hörbar gute, tanzbare Popmusik. Die Elemente der verschiedenen Stilrichtungen fügen sich nicht nahtlos aber schlüssig in dieses Gerüst ein. Klar klingt das beim ersten mal vielleicht ungewohnt, aber gebt dem Album drei Durchläufe und es wird euch packen oder ihr werdet es hassen.

Aber wollen wir kurz mal doch das ein oder andere Stück herausgreifen: Bemerkenswert ist die Wandlung bei „Changes“ von der sachten Pianoballade zum Hip Hop-Brecher, da ist der Name Programm, denn die gesamte Nummer steckt voller Überraschungen. Ein kleiner Durchhänger ist vielleicht noch am ehesten „Freedom Found“. Hier klingen die Vocals ehrlich gesagt ein bisschen nach Mainstream-Boyband, aber man kommt recht schnell drüber hinweg, denn das Highlight ist schon ganz nah: „Atlas“ tönt hochmelodiös mit seinen ausgeklügelten R&B-Harmonien, den Dreampop-Anleihen mit Funk-Einschlag und dem fetten Industrialbreak in der Mitte des Stückes. Klasse! Weitere Glanzlichter manifestieren sich in den etwas dreampoppigeren Nummern „Tears Before Bedtime“ und dem fast schon episch verträumten „Don’t Let The Dreamers Take You Away“… und ehe man sich’s versieht, ist dieses wunderbare Sammelsurium von einem Album auch schon fast wieder vorbei…

Nein, ich möchte dieses zweite Album nicht mit dem ersten vergleichen. Was bringt das? DELPHIC sind deutlich erkennbar und sie beweisen, dass sie mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen und Mut haben, ihre Ideen umzusetzen. Meines Erachtens legt diese Band die Kreativitätsmesslatte in diesem noch jungen Jahr schon sehr hoch. Aber mal ganz ehrlich: Kein Album muss sich eigentlich mit einem anderen messen lassen müssen, oder?

Bei „Collections“ merkt man definitiv und authentisch den Spaß an der Freude einer jungen Band und ich werd einen Dreck tun, dieser Band und mir diesen Spaß zu verderben. 😀

Das Album erscheint am 1. Februar und vorab gibt es schon die direkt orientalisch-verspielte Beatnummer „Baiya“ zu hören. Wer DELPHICs Seite besucht, kann außerdem schon das Album gegen einen kleinen Facebook- oder Twitter-Shoutout komplett streamen. Try and buy!?

Delphic im Internet:

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