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Review: David Bowie – The Next Day

29. März 2013
David Bowie - The Next Day

David Bowie – The Next Day

David Bowie lebt! Pünktlich zu seinem 66. Geburtstag erschien die Single „Where Are We Now?“ und mit ihr die Ankündigung zum 30. Album „The Next Day“. Zehn Jahre sind seit dem letzten offiziellen Release vergangen. Umso überraschender war die Nachricht, dass David Bowie noch einmal nachlegen möchte und sich demnach nicht klammheimlich zur Ruhe gesetzt hat. „Where Are We Now“ zündete bereits zum Jahresbeginn und ließ Kritiker, sowie Bowie-Liebhaber gleichermaßen dahinschmelzen. Die Erwartungen an das neue Werk waren dementsprechend hoch angesetzt. Von Bowie ist man schließlich sehr gute musikalische Qualität gewöhnt, die nach wie vor ihresgleichen sucht.

Nun hält man „The Next Day“ in den Händen – und was als erstes auffällt ist natürlich das Cover: vielleicht eines seiner wichtigsten Alben „Heroes“ wurde ganz rüde weiss „überklebt“. Allein das sorgte schon für einen Aufschrei unter vielen Kritikern, ich sage: pure Berechnung, was auch sonst! Obgleich etliche Hörer – insbesondere jene, die Bowies Schaffen seit den Anfangsjahren verfolgen – ein wenig enttäuscht von seiner neuen LP sind, muss an dieser Stelle gesagt werden, dass „The Next Day“ keineswegs uninspiriert oder einfallslos daher kommt. Man lauscht gespannt dem ersten albumbetitelten Song – welcher ordentlich rockt. „Dirty Boys“ folgt mit Saxophon und viel Coolness, „The Stars (Are Out Tonight)“ atmet Zeitlosigkeit. Überhaupt ist das David Bowies größter Trumpf: Musik zu komponieren, die nicht altert, nie ergraut – und noch in Dekaden Feuer entfachen kann. Berlin, das ihm einige Jahre als Exil diente, ist das Zentrum dieser Platte. Immer wieder tauchen Orte und Begebenheiten dieser Zeit in den Texten auf, die einen Blick in die Vergangenheit werfen. Die Gegenwart wird ebenso lyrisch analysiert, wie die Zukunft. Entstanden sind dabei Songs, die das bowiesche Leben Revue passieren lassen; die dicht und emotional sind  – wenn man sich denn die Zeit nimmt zuzuhören. Und die über genug Potential verfügen, um einen festen Platz im musikalischen Vermächtnis des Chamäleons des Kunstpops zu finden. Denn mal ehrlich – gibt es Jemanden der schöner leidet, zweifelt und liebt – als David Bowie?

Anspieltipps: „Love Is Lost“, „The Stars (Are Out Tonight)“, „Where Are We Now“, „Valentines Day“, „If You Can See Me“.

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