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Review: CocoRosie – Tales Of A Grass Widow

26. Mai 2013
CocoRosie - Tales Of A Grass Widow

CocoRosie – Tales Of A Grass Widow

CocoRosie, das Sinnbild für folkigen Avantgarde Pop, lassen mit „Tales Of A Grass Widow“ erneut die Tore zu ihrem eigenen versponnenen Universum öffnen. Beinahe zehn Jahre sind vergangen, seit die Schwestern Sierra und Bianca Casady ihr erstes Album „La Maison de Mon Rêve“ veröffentlichten, dessen Grundstein Gerüchten zufolge in einer Badewanne gelegt wurde. Nun sind CocoRosie in der folgenden Zeit gewachsen und haben ihren extravaganten Sound abrunden können. „Tales Of A Grass Widow“ klingt überraschend eingängig – und das schon beim ersten Durchhören. Die markante Sperrigkeit ihrer Songs wurde natürlich beibehalten. Ein beeindruckender Balanceakt, der den Schwestern hier gelungen ist. Das Wechselspiel zwischen Biancas kindlich-knarzigem und Sierras Soprangesang bildet wie gehabt das Gerüst, aus welchem heraus die bildhaften Klänge von CocoRosie in alle Richtungen zerstäubt werden.

Ebenso beibehalten wurden CocoRosies Schwäche für klassische Klaviermelodien und analoge Samples und Soundfetzen, die sie überall und nirgends aufnehmen, um sie anschließend in ihre Lieder einzustreuen. Darüber hinaus wagen sie jedoch mit ihrem fünften Album den Schritt in die pop-lastige Klangwelt. „Tales Of A Grass Widow“ spielt mit gängigen Strukturen, ändert deren DNA und knüpft die Stränge neu. Die Platte bietet abwechslungsreiche Musik, in die man losgelöst eintaucht. Elf Titel – elf Geschichten – ein Hidden Track. Morbide, schrullig und nach wie vor mit diesem gewissen unschuldigen Unterton. „After The Afterlife“ öffnet mit elektronischen Beats die Tore. Im darauffolgenden „Tears For Animals“, sowie dem letzten Titel „Poison“ gibt Antony Hegarty seinen Gastauftritt. Valgeir Sigurðsson (u.a. Björk, Bonnie Prince Billy & Feist) verpasst dem Ganzen, wie bereits beim Vorgängeralbum, einen verschroben schönen Anstrich. CocoRosie sind nicht vergleichbar – eher unverwechselbar. Wer bisher versäumt hat Freundschaft mit den Casady-Schwestern zu schließen, kann das umgehend nachholen. Einige Termine der bereits laufenden Tour stehen noch an.

CocoRosie im Internet:
Homepage
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Twitter
Soundcloud

Termine:
31.05.13 – Maifeld Derby Festival – Mannheim
01.06.13 – Alte Kongresshalle – München
03.06.13 – Salzhaus – Winterthur
04.06.13 – Les Docks – Lausanne
05.06.13 – Kaserne – Basel
21.06.13 – E-Werk – Erlangen
22.06.13 – Traumzeit Festival – Duisburg
23.06.13 – UT Connewitz – Leipzig

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