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Chvrches – The Bones Of What You Believe (Review)

7. Oktober 2013
Chvrches - The Bones Of What You Believe

Chvrches – The Bones Of What You Believe

Elektropop aus Schottland – CHVRCHES geben Prince, Depeche Mode und Kate Bush als Inspirationsquellen an und damit ist der Kurs auch ganz klar festgelegt: Retro-80s Synthiepop von den Hochmooren des United Kingdom über die Fjorde Skandinaviens, vorbei an den grünen Feldern Frankreichs, durch die unendlichen Wälder Kanadas – bis hin nach Down Under. Eben überall dorthin, wo man den Klängen der vergangenen achziger Jahre frönt. Vanbot, Robyn, Johan Agebjörn, Man Without Country, Diana, Empire of the Sun, Gypsy and the Cat, Hot Chip, M83, Parallels oder The Presets haben vorgelegt; CHVRCHES legen mit ihrem Debüt „The Bones Of What You Believe“ nach. Und das machen sie richtig klasse; die Damen und Herren Lauren Mayberry, Iain Cook und Martin Doherty.
Gesampelte Vocals, Talkbox-Effekte, getragene Synthie-Flächen, glitzernde Arpeggien, Glöckensounds hier, harfenähnliches dort, trompetenartiges überall. Jede Menge Hall, treibende Drums mit ordentlichen Breaks, Hooklines, schicke Basslines, kindlicher Elfengesang, alles mit Protz und Pomp, Drama und Pathos – ausgelassen wird hier nichts. Vielmehr alles reingepackt, was schon immer funktioniert hat – und das zaubert ein Lächeln ins Gesicht.

Mit viel Hype und Vorschusslorbeeren wurde das schottische Trio bereits im Vorfeld bedacht. Gratis mitgeliefert wurden wie so oft Häme und Missgunst. Dererlei fiesen Giftpfeilen weichen CHVRCHES aber selbstsicher aus. Bereits die Singles „Lies“, „Recover“, „Gun“ und „The Mother We Share“ gaben einen Vorgeschmack auf das Debüt. Und natürlich waren die Erwartungen entsprechend hoch. Ob sie auch erfüllt werden? Ja! Das Album ist homogen, weist keine Lückenfüller auf (im Gegenteil), klingt wie aus einem Guss und ist obendrauf noch bombig produziert.
Da man den Branchenriesen Universal im Rücken hat, wurde das Erstwerk mit allerhand Videos garniert, in denen auch optisch vergangene Zeiten Anklang finden. „The Mother We Share“ wartet schon fast nostalgisch mit Bandmaschinen und Analogsynthies auf. Dazu wird natürlich immer ordentlich mit den Händen gefuchtelt, damit man auch ja sieht, dass da Jemand noch so richtig in die Tasten haut!  :)

Den Anfang auf dem Album macht „The Mother We Share“. Nur 87 BPM schnell, groovt aber wie die Hölle. Tanzbar wie nur was, klingt großartig und verführt zum sofortigen Replay. Mit dem darauffolgenden „We Sink“ wird Schnelligkeit addiert; Prädikat: tanzbar und mindestens genauso radiotauglich. „Under The Tide“ blubbert los, überrascht dann mit den harmonischen Vocals von Martin Doherty. Der Song glitzert, hat eine klare Hookline und einen hübschen Backgroundgesang. „Recover“ sticht durch jede Menge Flächen, sowie dem Wechsel zwischen mechanisch wirkendem  Gesang und balladesken Klängen hervor. Perlende Synthies dürfen auch hier nicht fehlen. Auf „Science/Visions“ predigt Lauren Mayberry, flankiert von rotierenden Arpeggien, umgarnt von Tribaldrums. „Lungs“ lebt von der Gegensätzlichkeit des sirenenhaften Gesangs und der brachialen Bassline, „By The Throat“ lässt musikalisch die Sonne aufgehen. Und dann klingt „The Bones Of What You Believe“ aus – verträumt getragen vom letzten Titel „You Caught The Light“. Martin Doherty singt, die Musik zieht wie in Zeitlupe vorbei: „Let the rain come down / Let it all come down“. Mit einer Träne im Knopfloch sagt man leise Servus – und drückt gleich wieder auf PLAY.

Chvrches im Internet:
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Tourdaten:
23 Oct 2013 – Gloria, Köln
25 Oct 2013 – Strom, München
26 Oct 2013 – Postbahnhof, Berlin
28 Oct 2013 – Mojo Club, Hamburg
21 Mar 2014 – Batschkapp, Frankfurt
22 Mar 2014 – Komplex Klub, Zürich
24 Mar 2014 – Muffathalle, München
25 Mar 2014 – Astra Kulturhaus, Berlin

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