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Review: Babyshambles – Sequel To The Prequel

1. September 2013
Babyshambles - Sequel To Prequel

Babyshambles – Sequel To The Prequel

Von Pinguinen, Minenfeldern und Dr. No. Peter Doherty und seine Babyshambles schenken uns mit „Sequel To The Prequel“ ihr bisher bestes Album. Seit „Shotter´s Nation“ sind sechs Jahre vergangen – da wird unverhofft und ohne große Vorankündigung das dritte offizielle Album der Shambles veröffentlicht. Wer hätte damit noch gerechnet? 2009 folgte mit Dohertys Solo-Werk „Grace/Wastelands“ noch ein tiefer Atemzug, den viele Hungrige inhalierten, dann war es lange still um die Briten. Doherty verschwand ins Pariser Exil, der Rest der Band ebenso von der Bildfläche. Persönliche Abstürze und Rehabilitation inbegriffen. Und nun sind sie wieder da, schöner und spröder als jemals zuvor. Stephen Street (The Smiths, Blur) produzierte erneut dieses aus der Hüfte geschossene Album. Trotz der geordneten Bahnen, in denen sich „Sequel To The Prequel“ bewegt, dringt daher durch alle Ritzen der brüchige Charme des Lost-Dandies-Kollektivs.

Aber von Anfang an… Da legt der „Fireman“ direkt ein schön rotziges Punkstück vor. Libertines-Liebhaber werden hier genauso bedient wie alteingesessene Sex Pistols – Anhänger. „Nothing Comes To Nothing“, die erste Singleauskopplung, rockt melodisch-melancholisch, „Farmer´s Daughter“ lässt mit seinem hymnenhaften Refrain kurz die Libertines wieder durchblitzen, der Titelsong tänzelt dann fröhlich pfeifend in Richtung Varieté-Theater. Eventuell kommen hier Eindrücke des Pariser Alltags zum Tragen, vielleicht hatten die Babyshambles einfach Lust auf diesen musikalischen Exkurs. Bis hierhin klingt „Sequel To The Prequel“ so, wie die Briten schon immer hätten klingen sollen. Das Album fährt eine klare Linie, lässt aber genug Spielraum, um Inspirationen einfließen zu lassen – hier und da den Kurs etwas zu ändern und musikalischen Vorbildern wie Bob Dylan und Neil Young eine versteckte Hommage zukommen zu lassen. Die zweite Hälfte der Platte wartet dann auch direkt mit drei absolut perfekten Songs auf: „Dr. No“ tippelt groovy zum Reggae-Beat, „Penguins“ steigert sich vom beschaulichen Zoobesuch (“We could see monkeys, we could see snakes / We could see penguins, oh, penguins are great!”) zum Rotzrock-Statement. Und dann ist da der letzte Track „Minefield“. Wie immer etwas desperat, etwas zerbrechlich und dennoch kraftvoll genug, um sich wieder & wieder aufzubäumen. Wie die Babyshambles selbst. Ein großer Song, der zum Abschluss noch einmal das Genie hinter der verdreckten Fassade offenbart. Man kann von Peter Doherty halten was man will. Wer die Klasse seiner „Verlorenen Seelen – Poesie“ nicht verstehen will, der versteht sie eben nicht. So bleibt wenigstens mehr für die anderen übrig.

Babyshambles im Internet:
Homepage
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Youtube
Peter Doherty Official

Tourdaten:
07.12. – Fribourg , Fri-son
08.12. – Zürich, X-Tra
10.12. – Wien, Gasometer
14.01. – Esch-sur-Alzette, Rockhal
27.01. – Köln, Live Music Hall
28.01. – Berlin, Huxley´s Neue Welt
29.01. – Hamburg, Docks

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