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Review: Baby Guru – Pieces

1. April 2013

Baby Guru - Pieces

Baby Guru – Pieces

Aus Griechenland kommt derzeit nicht nur der Spargel, sondern auch richtig gute Musik. Baby Guru haben mit „Pieces“ am 15. März ein beachtliches Psychedelic Pop-Album hingelegt, welches ein bisschen klingt als würden The Doors mit den frühen Pink Floyd, The Kinks und Jean Michel Jarre jammen. Große Namen, aber hier wird gar nicht sooo sehr übertrieben, wenn man jene Bands als Vorbilder heranzieht. Schließlich sucht man einen solchen Sound heutzutage vergeblich. Und wo kommt die Psych-Folknote vom Baby Guru-Stück „For Naked Sun“ her? Da hat sich wohl ein bisschen Freak Folk hineingeschlichen. Vokalharmonien haben sie jedenfalls drauf, diese Griechen, minimalistische Protosynthtöne ebenfalls. Und übrigens ebenso einen einen schön verschrobenen Groove, der warm und trocken satt aus den Boxen tönt.

Langweilig wird’s auf „Pieces“ nie. „The Things You Do“ klingt so schön ironisch-unbeschwert britisch, das hätte auch von Ray Davies von den Kinks kommen können… und das anschließende „Amaye“ von den Doors, so schön hypnotisch kommt es daher mit seinem repetativen Indiandersingsang. Wiederholung war ja schon immer die Mutter der Weisheit. Baby Guru wiederholen sich gern, in einem besonders positiven Sinne. So gibt es in einem Song eher zwei, maximal drei Grundideen, die wiederholt und abgewandelt und um die leicht herumgespielt werden, anstatt 1.000 Gedanken lose aneinanderzuballern, wie es viele junge Bands, die ihr Können behaupten wollen, gern zu pflegen tun.
Die drei Männer mit den klangvollen Künstlernamen Prins Obi, King Elephant und Sir Kosmiche machen in der Tat noch gar nicht so lange Musik zusammen. Die Freunde hat im Jahr 2009 in einem Athener Keller die Liebe zum Krautrock zusammengeführt… und der Wille, mal nicht dieses typische „Rockding“ zu machen. So sucht man E-Gitarren hier eigentlich fast vergebens. Stattdessen überraschen uns durchdachte Vokalarrangements, einlullende Rhythmen und manchmal frivol, manchmal bedrohlich erklingende Synthesizer-Geschicke. Unterm Strich bekommen wir hier mit „Pieces“ ein absolut lückenlos klingendes Album mit Langzeithörspaß, das sich einen Teufel um musikalische Genres schert, aber macht euch ruhig selber mal ein Bild:

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