Suche

Review: Austra – Olympia

21. Juli 2013
Austra - Olympia

Austra – Olympia

„Olympia“ von Austra ist just erschienen. Zwei Jahre liegen zwischen dem Debüt „Feel It Break“ und ihrer Neuerscheinung. Diese Pause hat ihre Spuren hinterlassen und eine Sound – Kurskorrektur mit sich gebracht. Waren Austra 2011 näher am synthetisch orientierten Goth-Pop, geht es jetzt in Richtung Synthie-Pop – Opulenz.
Das Bindeglied stellt die prägnante Stimme von Sängering Katie Stelmanis dar, die schwer an Florence  Welch von Florence + the Machine und Anja Franziska Plaschg von Soap&Skin erinnert. Sprich: immer sehr präsent, ordentlich Pathos, leicht traurig, beschwörend und immer etwas verzweifelt, was Austra letzten Endes vor allzu seichten Popgefilden bewahrt. Stelmanis ist ausgebildete Sängerin und bringt damit hörbare Qualität in den Gesang. Melodisch erinnert Olympia angenehm an The Knife, dem Geschwister-Duo aus Schweden.
Auffällig an Austra ist die gute Rythmus-Sektion aus Bass und Schlagzeug, zum Teil simpel aber auf den Punkt. Grund dafür sind wohl die organische (echte!) Drumsektion (Maya Postepski) und Bassist Dorian Wolf. Komplett vorprogrammierte Beats und Basslinien langweilen oft nach einer gewissen Zeit. So bleibt der Sound lebendig und spannend.

„Home“ – bereits als Single ausgekoppelt – startet als Ballade, dreht plötzlich den vergnügt pumpenden Bass auf. Hin zu einem Hoppe-Hoppe-Reiter Rythmus, dem ein leicht housiges Piano in nichts nachsteht, plus Querflöten und anderem Blasdingsbums. Das klingt auf den ersten Eindruck genau so trashig, wie das Cover von Olympia aussieht, geht aber nach einer Weile nicht mehr aus den Gehindwindungen. Bizarr!
„Painful Like“ hätte wahrscheinlich mehr Durschlagkraft als Single gehabt, geht der Titel in Sachen Dance doch recht nach vorne. Aber vielleicht kommt da ja noch was. Auch „Forgive Me“ hätte genauso eine Auskopplung verdient: ein lupenreiner Popsong. „We Become“ aalt sich herrlich in den 80ern. Das darauf folgende wunderschön perlende „Reconcile“, mystisch verhallt mit hübschem Kinderklavier, warmen Blasmusikeinschüben und einer entspannten (!) Stelmanis ist mein absoluter Favourit.
Man kommt also nicht um das komplette Album herum, immer etwas neben der Spur und deswegen genau richtig. Goldrichtig!

Austra im Internet:
Facebook
Homepage
Twitter
Tumblr
Myspace

Tourdaten:
01.08. – Poolbar Festival, Feldkirch
02.08. – STUCK! Festival, Salzburg
18.08. – Dockville Festival, Hamburg
23.10. – Beatpol, Dresden
28.10. – Heimathafen, Berlin
30.10. – Werk 2, Leipzig
01.11. – Posthof, Linz
02.11. – Atomic Café, München
03.11. – Club Bahnhof Ehrenfeld, Köln

Text: Norbert Erbstößer

Schreib einen Kommentar