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Review: Atoms For Peace – Amok

15. März 2013
Atoms For Peace - Amok

Atoms For Peace – Amok

Thom Yorke ist ein nimmersattes Genie. Neben Radiohead und im Alleingang musiziert er mit Atoms For Peace, die nun ihr Debütalbum „Amok“ veröffentlicht haben. Es handelt sich hierbei um das komprimierte Extrakt ihres bisherigen Schaffens. Atoms For Peace, bestehend aus Thom Yorke, Flea (Red Hot Chili Peppers), Nigel Godrich, Joey Waronker und Mauto Refosco, fanden sich zusammen, als sie Yorkes Soloalbum „The Eraser“ live aufführten. Das war 2009. In der Zwischenzeit folgten weitere gemeinsame Auftritte. Und anscheinend wogte die Chemie bei allen Beteiligten so stimmig, dass man beschloss ein komplettes Album aufzunehmen. Und da ist es nun. Ganz in schwarz/weiß und dennoch multicolor. Wer die letzten Releases von Radiohead sein Eigen nennt, kann sich vielleicht schon vorstellen wohin die Reise geht.

Entrückt, zeitlos und erhaben. Atoms For Peace sind eine kleine musikalische Offenbarung. Ihren Sound zu umschreiben ist denkbar schwierig. Experimentell klingt er; elektronisch, frickelig, vielschichtig und erwärmend. Und gerade wenn man meint, dass es nun genug sei mit der Erschaffung von detailverliebten Klanglandschaften, löst sich der Knoten und man versinkt mit Haut und Haar in diesem eben noch so abstrakt erscheinenden Moloch. Ein sanfter Moloch, zugegeben. „Amok“ öffnet sich erst nach mehrmaligem Hören; erschließen tut es sich einem in seiner Gänze vielleicht nie. Die Schlüsselfigur dieses Mikrokosmos – Thom Yorke – überzieht die Tracks mit seiner fragilen Stimme und gewährt Einlass zu einer Reise, die genau so lange andauert wie die Spielzeit von „Amok“ – und an Klasse kaum zu überbieten ist. Das Debüt dieses Kollektivs platzt aus allen Nähten: neben unzähligen exzellenten Effekten, Harmonien und Ausflügen in diverse Stilrichtungen besticht „Amok“ vor allem durch seine Homogenität. Ein Album zum „in sich aufsaugen“ und wachsen lassen. Wenn das nur der Anfang war, möchte man gar nicht auf das spekulieren, was da zukünftig auf uns niederprasseln wird.

 

Atoms For Peace im Internet:

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Homepage

Termine:

10.07. – Zenith, München
21.07. – Melt Festival

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