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Review: Art Brut – Top Of The Pops (Best Of)

20. April 2013
Art Brut - Top Of The Pops

Art Brut – Top Of The Pops

Art Brut gönnen sich zu ihrem zehnjährigen Jubiläum einen Querschnitt ihres Schaffens. „Top Of The Pops“ wurde das Best Of Album genannt. Nun haftet an diesen Greatest Hits und Best Ofs ein gewisses Image, das oft an einen Grabbeltisch im Sommerschlussverkauf erinnert. Irgendwie überflüssig, schön schonmal gar nicht – aber kaufen tut man es dann doch und ärgert sich im Nachhinein darüber Geld für etwas ausgegeben zu haben, das da ungehört im Regal vor sich hin gammelt. Dass so ein Querschnitt musikalischen Schaffens einer Band durchaus seine Daseinsberechtigung hat, beweist „Top Of The Pops“ mit jeder Sekunde Spielzeit. Zwei CDs, prall gefüllt mit Material. In zehn Jahren sammelt sich schließlich so Einiges an, das man gerne auch jenen noch einmal nahe bringen möchte, die Art Brut gerade für sich entdecken.

Die Songs auf „Top Of The Pops“ sind chronologisch aufgeführt, man begibt sich also auf eine zehnjährige Zeitreise. „Formed A Band“ – Art Bruts erste Single – hat bis heute nichts von ihrem rüpelhaften Charme verloren. Wir springen; tänzeln und sind begeistert über „Modern Art“, gönnen uns zwischendurch „DC Comics And Chocolate Milkshakes“, rocken weiter durch´s „Lost Weekend“ und beenden unseren Trip mit einer „Unprofessional Wrestling“ – Einlage. Die erste Platte ist durch und man wird das Bedürfnis nicht los sie einfach nochmal von vorne anzuhören. Art Bruts Mixtur aus Art-Punk und New British Wave wurzelt in authentischer Liebe zur Musik und genauso klingt sie auch: energiegeladen, sympathisch ruppig und eingängig. Die zweite Scheibe der Best Of beinhaltet dann auch wirklich alles, was man sich als Freund von Eddie Argos und seiner deutsch/britischen Formation nur wünschen kann: Demos, B – Seiten, Livemitschnitte und Coversongs (u.a. von The Cure, The Beatles und Lynyrd Skynyrd). Meine Favouriten: „Just Desserts“ und die Liveversion von „Modern Art“, die herrlich schräg daher kommt. Davon abgesehen, dass sich Art Brut mit diesem Album selbst ein Geschenk gemacht haben und uns daran teilhaben lassen, ist es auch noch absolut hörenswert. Mehr von diesen so gut abgestimmten Sammlungen würden den Ruf der Best Of in ein ganz anderes Licht rücken. Ein strahlendes, rockendes Licht.

Art Brut im Internet:
Homepage
Facebook

Termine:
03. Mai – Luxor, Köln
04. Mai – Molotow, Hamburg
06. Mai – Lido, Berlin
07. Mai – Schoken, Stuttgart
08. Mai – Atomic Café, München
24. Mai – Centrum Club, Erfurt (Headshrinkers Festival)

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