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Review: Amiina – The Lighthouse Project

15. Juni 2013
Amiina - The Lighthouse Project

Amiina – The Lighthouse Project

Amiina, die Zauberinnen der minimalistischen Perfektion sind wieder da. „The Lighthouse Project“ trägt die Weite der Welt in sich. Seit den Anfangstagen des isländischen Vierers sind etliche Jahre ins Land gestrichen. Etliche nennenswerte  Kooperationen (u.a. Sigur Rós oder zuletzt Lee Hazlewood) zieren ihren Weg bis ins Jahr 2013. Und auch ihr Sound hat sich weiterentwickelt. Bereits 2009 zogen Amiina durch Island und traten in einigen Leuchttürmen auf. Diese intensive Erfahrung hinterließ Spuren in der Erinnerung des Quartetts. Ein Leuchturm, alleinstehend, umrandet von allen Weltmeeren, der mit seinem Licht unsichtbare Fernen erhellen will. Ein Vergleich, der zu einem Musiker, der seine Melodien durch den Leuchtturm hinaus in alle Welt transportiert nicht besser passen könnte.

Die Stücke für diese Konzerte wurden liebevoll an die doch etwas ungewöhnliche Location angepasst. Zusätzlich ließen sie sich von Magnús Trygvason Eliassen und Kippi Kaninus im Bereich Percussion und Elektronik unterstützen. Nach Abschluss der Tour wandte sich das Quartett wieder anderen Dingen zu. Unter anderem dem Zweitwerk „Puzzle“. Da diese kleine Reise an Islands Küsten jedoch nie verblassen wollte, wurde das „Lighthouse Project“ wiederbelebt und in Originalarrangements live eingespielt. Sofern man Amiina kennt, weiß man was einen erwartet: reduzierter Folk, um den durch die Feenstimmen der vier Damen ein wohliger Kokon gesponnen wird. Unter den sechs Titeln finden sich auch „Hilli“ und „Kola“ in der „Lighthouse“-Version – und eben auch „Leather And Lace“; eine verzauberte Hommage an Lee Hazlewood. Die Weite auf diesem Album ist allgegenwärtig. Man meint selbst auf einem Leuchtturm zu stehen. Vor einem liegt der Ozean, still und spiegelglatt – tosen kann er später wieder. Und außerdem erreichen Amiinas sanfte Botschaften die Welt am anderen Ende des Wassers so viel leichter. Als einziger Wermutstropfen mag die recht kurze Spielzeit von „The Lighthouse Project“ ausgemacht werden. Aber auch das wiegt letztlich nicht so schwer. Man kann sich das Album ja nochmal anhören.

Amiina im Internet:

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