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Princess Chelsea @ Privatclub, Berlin | 02.06.2015

6. Juni 2015

Princess Chelsea am 2. Juni 2015 live in Berlin im Privatclub - fotografiert von Jana Legler für RockZOOM.deEigentlich war die zweite Scheibe von Princess Chelsea für 2023 angekündigt. Und dann veröffentlichte sie „The Great Cybernetic Depression“ doch bereits 2015 – genaugenommen steht die neue Scheibe erst seit wenigen Tagen in den Regalen. Zum Glück, bei einer Hinhaltetaktik hätten sich wohlmöglich Sehnsuchtsfalten durchs Gesicht gegraben – das hätte ziemlich fies enden können.

Princess Chelsea ist ein Fall für sich. Es gibt keine zweite ihrer Art. Ihre Musik ist eine Mischung aus dem Soundtracks von „La Boum“ und „Alice im Wunderland“ – bisher mehr märchenhaft, neuerdings auch mit ausgeprägtem Depri-Einschlag – wenngleich unterschwellig immer der Witz mitschwingt. Sie ist niemand, die mit ihrer Musik, die Welt verändern möchte. Bei ihr kommt in der Regel keine Gesellschaftskritik vor, was sie auch vollkommen okay findet. Und sie darf das, weil stets eine gehörige Portion Ironie mitschwingt, und es muss unbedingt Musiker geben, die über Themen singen wie „Monkey eats bananas that he stole from your house“, damit wir entspannt bleiben und nicht durchdrehen.

Nach drei Jahren Abstinenz steuerte die Neuseeländerin vor ein paar Tagen zwei Städte in Deutschland an, unter anderem den Privatclub in Berlin. Überwürfe für Verstärker und Instrumentenständer sorgten für Glitzeratmosphäre. Glitzerpunkte in klein in größer und noch größer, ach und quadratisch klebten auf den transluzenten Stoffen.

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Und die erneute Begegnung mit Princess Chelsea war eine äußerst angenehme und amüsante. Ihre Zöpfe hatte sie zwar in ihrer Heimat gelassen, aber nicht so die Perlenkette an der Triangel – für gelegentliche Temperamentsausbrüche – baumelt, puh! „I love myself – but not too much – but too much drinking“ waren einige der augenzwinkernden Worte, die sie zwischen den Songs an ihr Publikum richtete, und dieses schaute von Anfang bis zum Ende recht vergnügt drein. Berührungsängste kennt Chelsea nicht, zu oft drängte es sie nach vorn an den Bühnenrand und nach links und rechts – trotz des temperamentvollen Mikrofonkabels oder wahrscheinlich wegen des temperamentvollen Mikrofonkabels. Princess Chelsea ist eben ein Schelm, und so leerte sie auch ihr Bier während des letzten Songs beinahe auf Ex. Princess Chelsea wirkte als Musikerin, drei Jahre nachdem sie erstmals in Deutschland auftauchte und 20 Millionen YouTube-Klicks für „The Cigarette Duett“ später, gefestigter und professioneller in ihrer Performance. Sie kann sich während ihrer Shows auch auf drei großartige Mitmusiker verlassen, die an diesem Abend in spacingen Gruppenoutfits abwechselnd die Instrumente bedienten und sich – eingetaucht in dominantes Neonlicht – auf schweißtreibende Gesangsduette einließen.

Princess Chelsea im Internet:
Homepage: www.princesschelsea.co.nz
Facebook: www.facebook.com/wonderfulprincesschelsea

Video:

1 Kommentar

  1. Gudrun

    Schade, dass sie sich diesmal nur Zeit für 2 Stationen genommen hat. Ich hätte sie mir gern wieder live angesehen. Danke für den Bericht und die Bilder!

    #211302

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