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Placebo live @ o2 World, Berlin | 28.11.2013

30. November 2013

Placebo @ o2 World, Berlin - 28.11.2013Wir finden Placebo seit unseren Jugendtagen phänomenal: Um die Jahrtausendwende herum gehörten sie zu den bedeutungsvollsten alternativen Bands. Songs wie „Nancy Boy“ oder „Every You Every Me“ gehören einfach auf die persönliche Liste der besten Songs aller Zeiten. Aber nicht, dass wir es bisher geschafft hätten, sie einmal live irgendwo abzufangen. Manchmal ist das eben so. Gut Ding will Weile haben. Und so geschah es, dass wir uns – neben 14.000 anderen Menschen – am Donnerstag in der o2 World in Berlin wiederfanden, um Placebo anzufeuern.

Eines gleich direkt aufs Butterbrot geschmiert: Wir sind schon ein wenig enttäuscht nach Hause gegangen. Aus einem schlichten Grund. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Man mag nun als aller erstes dieser schmucklosen Mehrzweckarena die Schuld in die Schuhe schieben, dass von hemmungslosem Konzertgenuss nicht ansatzweise die Rede sein konnte, wo doch sämtliche Töne ununterbrochen gegen das Hallendach klatschten und über einem als übersteuerter Brei verpufften.

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Doch irgendwie hatte man auch das Gefühl, die Band selbst spielte ihr Programm runter, ohne jegliche Bemühungen, seine Fans leidenschaftlich zu unterhalten. Bis auf ein mühsehliges „come on“ kurz vor Ende erstickte sämtliche Interaktion und die Hoffnung auf ein paar gelöste Worte ans Publikum direkt mit Ende eines jeden Songs. Angeblich spricht die Band auf Konzerten nicht, wie uns jemand im Nachhinein bestätigte. Das ist ja an sich schön und gut, aber so ein kleines bisschen Zuneigung hätte wirklich nicht weh getan. In einer Halle, wo selbst eine Konfettikanone vorm Abschuss aus der Halterung fallen würde, muss eine Band vielleicht mal einfach mehr aus sich rauskommen, um wenigstens ein bisschen Atmosphäre aufrechtzuerhalten. Man fragte sich ebenfalls ständig, wozu die beiden Leinwände an den Seiten montiert waren, blieben sie doch zumeist dunkel. Weitere Erkenntnis des Abends: Die neuen Songs zogen sich mehr in die Länge als einen wegzublasen, und ob die drei weiteren Musiker auf der Bühne notwendig gewesen wären, bleibt dahingestellt. Am Ende hatte man das Gefühl, dass der Zauber vergangener Tage während der Performance entweder auf der Mittellinie der Halle hängengeblieben oder einfach gänzlich verschwunden war. Und wir sind bestimmt die letzten, die nicht auf künstlerische Weiterentwicklung stehen. Aber wenn, dann bitte mit Liebe und Schmiss!

Vorband waren im übrigen: TOY aus England.

>> Zu allen Bildern von Toy @ in der o2 World

Placebo im Internet:
Offizielle Homepage: www.placeboworld.co.uk
Facebook: www.facebook.com/officialplacebo
Twitter: www.twitter.com/PLACEBOWORLD

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