Suche

Pixies – Indie Cindy (Review)

29. April 2014
Pixies - Indie Cindy

Pixies – Indie Cindy

Die Pixies bringen nach zwei Jahrzehnten ein neues Album raus. „Trompe le Monde“ erschien 1991; viel Zeit also, um an neuem Material zu feilen. Dass die Tracks auf „Indie Cindy“ nun gar nicht mehr so unbekannt sind, liegt daran, dass jene Songs seit dem letzten Jahr nach und nach auf EP veröffentlicht wurden. Wirklich stören tut das nicht. Vielmehr mischt sich die diebische Freude etwas so lang herbeigesehntes endlich in den Händen zu halten mit verklärter Nostalgie. Denn die Pixies…ja, die waren schon immer sehr speziell und sehr besonderes. Black Francis hat seine eher schleppende Solokarriere zurückgestellt, um noch einmal zur Gänze aufzudrehen. Da Francis aber nicht nur ein begnadeter Songschreiber, sondern eben auch genauso „anders“ ist, wie seine eigene Musik, rotierte das Besetzungskarussell in den letzten zwölf Monaten vielfach. Kim Deal stieg 2013 aus und wurde durch Kim Shattuck (The Muffs, White Flag, The Pandoras) ersetzt. Das Jahr ging zuende und auch Shattuck war plötzlich nicht mehr an Bord. Den Platz am Bass nimmt nun Paz Lenchantin ein. Denn Francis braucht diesen weiblichen Gegenspieler wohl einfach, um sich komplett zu fühlen.

Wie klingen die Pixies also, nachdem über 20 Jahre ins Land gegangen sind und die Fans das Idealbild dieser Band in unerreichbare Höhen geschraubt haben? Der Druck hier ein ordentliches Album hinzulegen, muss entsprechend groß gewesen sein. Aber kümmern solche Umstände Black Francis, Joey Santiago und David Lovering? Die ersten Takte von „What Goes Boom“ wecken eher den Eindruck, dass die Lust auf eine neue Platte alle anderen Umstände ins Abseits gedrängt hat. An Drive haben die Pixies jedenfalls nicht verloren. Natürlich kommt der famos-schöne Zorn eher abgeschwächt daher; aber er ist noch da! Ebenso wie das Wechselspiel zwischen lautem Gerumpel („Bagboy“) und eingängigen Melodien („Magdalena“). Francis nölt, Santiago packt die Surfgitarre aus, alles ist gut. „Andro Queen“, eine kleine Sehnsuchtsballade, wirkt schon fast zu sanft für die alten Rüpel. Dann schließt „Indie Cindy“ auf eine vertraute hymnenhafte Weise mit dem Song „Jaime Bravo“. Zufriedenheit stellt sich ein. Die Pixies der Achziger an jenen der Gegenwart zu messen wäre nicht nur unfair, sondern auch arg übertrieben. Songs wie „Where Is My Mind“ schreibt man eben nur einmal im Leben. Und Black Francis hat hier allen Widerständen zum Trotz ein durch und durch großes Album aus dem Hut gezaubert, das mit einer guten handvoll Perlen bestückt ist, die auch in weiteren zwanzig Jahren noch grandios klingen werden.

Pixies im Internet:
Homepage
Facebook
Twitter

Schreib einen Kommentar