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P:HON & O Graceful Musing’s Burden | 08.01.2011 @ Weltecho Chemnitz

9. Januar 2011

Das Café im Chemnitzer Weltecho ist eigentlich bekannt für seine fein ausgesuchten Jazzveranstaltungen; ganz ungewöhnlich, dass der Oscar e.V. diesmal also zwei Bands einlud, die am ehesten noch dem Postrock zuzuordnen sind… oder wie es Martin Renius von P:HON sehr sympathisch vor dem Gig ankündigte: Töne fern von „Spartenmusik“, schwer einzuordnen also. Gut so.

O Graceful Musing's Burden - 08.01.2011 #7 Bevor jedoch P:HON aus Dresden mit ihren vermeintlich spartenfernen Stücken auftraten, eröffneten zunächst O GRACEFUL MUSING’S BURDEN aus Chemnitz mit einem dreiviertelstündigen Set. Die Band wurde vom lokalen Veranstaltungsheftchen als „Akustik-Rockband“ angekündigt. Da muss wohl jemand was durcheinander gebracht haben, denn das Instrumental-Trio trat alles andere als unverstromt auf den Plan. Die sechs Stücke auf der einzigen bisherigen CD „[St:Am:Pd:T:Rail]“ reichen von angedoomten schweren Gitarrenbergen á la Omega Massif – und die Sympathie für jene trug der Gitarrist im Weltecho am Leibe – bishin zu luftigeren, trippigen Tönen, vergleichbar mit den neueren Long Distance Calling und auch das neue Material wandert auf diesen Pfaden. Trotz technischer Feinheiten im Klang kommt die Band aber zu keiner Zeit sperrig rüber, die drei Musiker zeigten sich optimal aufeinander eingespielt und setzten mit einer anheimelnden Glühlampenbeleuchtung und sorgsam eingesetzten stimmungsvollen Dias(!) auch optische Akzente. Der Klang im Weltecho war mal wieder erste Sahne, so dass man alle Details schön differenziert aufnehmen konnte. Ein zweiter Gitarrist gehört hoffentlich auch bald zur Livebesetzung der Band, mussten O Graceful Musing’s Burden hier und da doch auf einen Drumcomputer ausweichen, was aber auch nicht sooo störend war. Übrigens gibt es das Album über die Myspace-Seite des Trios in voller Länge herunterzuladen…

[alle Fotos von O Graceful Musing’s Burden @ Weltecho]

P:HONÄhnlich vielseitig und -schichtig wie die Chemnitzer gingen dann P:HON ans Werk. Auch diese junge Truppe hat dieser Tage ihre erste CD im Gepäck und geht für die kurze Bandgeschichte schon ausgesprochen sicher ans Werk: Da sitzt das Timing der nach Präzision schreienden Stücke und beinahe auch jeder Tritt aufs Effektpedal. Als besonderes i-Tüpfelchen dieses „Weitestgehend-Postrock“ kann man sowohl den wunderbaren und sparsam eingesetzten Gesang Larissas als auch die exotischen Theremin-Träumereien bezeichnen. Natürlich darf auch der E-Bow für die ganz besonders sphärischen Passagen nicht fehlen. Das liest sich vielleicht etwas ruhig, aber mehr als einmal haben es die jungen Burschen an den Instrumenten ordentlich krachen lassen: Wall-of-Sound-Türme und hier und da ein Hang zu dronigen Tönen – zwei mal Telecaster, bitte. Höllyeah, danke! – wussten den überraschend zahlreich in Erscheinung getretenen Besuchern im Weltecho Café sichtbar zu gefallen. Es wurde geklatscht, gejohlt, verträumt gewippt und hier und da sogar semi-ekstatisch getanzt. Einige Vollidioten in der hinteren Hälfte ließen es sich aber nicht nehmen, während der besonders ruhigen und eigentlich sehr spannenden Stellen mit ihrem Nachbarn herumzuquatschen. So etwas stört dann leider doch sehr die Stimmung…

[alle Fotos von P:HON @ Weltecho]

Beide Bands haben aber wirklich super Auftritte hingelegt, derer Art man sich in Chemnitz nur mehr wünschen kann. Dann klappt’s auch mit den Studenten in der Stadt! Die Veröffentlichungen der Bands kann ich übrigens auch uneingeschränkt empfehlen; gibt’s für günstig Geld entweder direkt bei den Bands oder im Falle von P:HON auch auf der im März anstehenden Minitour, die P:HON zusammen mit Littlemanlost quer durch die Republik führen wird, nachdem sich am 21.01. nochmal in Leipzigs altehrwürdigem UT Connewitz warmgespielt wird:

# 23. März: Theaterhaus Rudi, Dresden
# 24. März: Museumskeller, Erfurt
# 25. März: Schokoladen, Berlin
# 27. März: Astra Stube, Hamburg

>> O Graceful Musing’s Burden @ Myspace
>> P:HON @ Myspace

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