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Pedro Lehmann – Forestal (Review)

4. Oktober 2015
Pedro Lehmann - Forestal

Pedro Lehmann – Forestal

Die Tage werden kürzer, die Sonne zieht sich immer weiter zurück. Was bleibt ist die Dunkelheit, welche ab jetzt selbst die wenigen wärmenden Strahlen färbt. Dass herbstliche Melancholie dieses Jahr vor allem in musikalischer Hinsicht einiges zu bieten hat, präsentiert allein das Duo Pedro Lehmann recht eindrucksvoll. Nachdem sie sich 2013 mit Ihrem Song „Hurricane“ gegen 700 andere Bands durchsetzten und den Contest „Demo Of the Year“ des Schweizer Popmusikfestivals m4music gewannen, wurde es erstmal sehr still um Yannick Gächter und Sven Wüst. Entgegen der Erwartungshaltung aller legten sie nicht direkt nach, sondern ließen sich bewusst Zeit, um in Ruhe an ihrem Debüt zu arbeiten. Auf gute Dinge muss man manchmal eben warten. „Forestal“ ist ein behutsam zusammengestelltes Werk; sanft und leidenschaftlich zugleich – und jede Wartezeit der Welt wert.

Die Kunstfigur Pedro Lehmann durchlebt allerhand Höhen und Tiefen. Mehr Tiefen, als Höhen. Man findet sich in ihm wieder, durchwandert den Nebel der eigenen Existenz und lässt sich treiben. Wohin, das weiß allein Herr Lehmann. Yannick Gächters wandelbare Stimme passt sich dem emotionalen Wandern an, unterstreicht den Kampf mit sich selbst, den Dämonen, den Tanz mit dem Glück und die nüchterne Selbsterkenntnis. Bei aller Tiefe droht „Forestal“ jedoch nie im melancholischen Sog unterzugehen. Die Platte strahlt sehr viel Wärme aus. Mehr ein sanftmütiges Verstehen der eigenen Zerbrechlichkeit, als von der Dunkelheit verschlungen zu werden. Pedro Lehmann stehen für poetische Melancholie, sensible, wie kraftvolle Kompositionen und verbreiten damit ihre ganz eigene Magie. Der Vergleich mit einem Wald, der in das Licht der untergehenden Sonne getaucht wird, trifft es recht gut. Man lässt sich durch die abwechslungsreiche Seelenlandschaft tragen – mal aufwühlend explosiv, mal ausufernd sphärisch. An diesem Album stimmt alles. Es geht nah, es berührt und es gibt einem ein gutes Gefühl. Pedro Lehmann wird hoffentlich dasselbe über sein vertontes Innenleben sagen.

Pedro Lehmann im Internet:
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