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OZ NOY: „Fuzzy“

18. September 2007

Ich möchte mit euch unbedingt eine ganz besondere musikalische Entdeckung teilen, die ich vor kurzem gemacht habe und über die ich wirklich sehr glücklich bin. Hinter dem irgendwie schon etwas lustigen Namen OZ NOY verbirgt sich ein in New York lebender Gitarrist mit israelischen Wurzeln, der sich als Studio-Musiker einen großen Namen gemacht hat und vor allem in der Jazz-/Fusion-Szene sehr verehrt wird. Mit „Fuzzy“ legt Mr. NOY nun sein zweites (?) Solo-Album vor, das vor allem durch seine magische, zugleich intensive und doch sehr entspannende Atmosphäre sowie durch seine stilistische Vielseitigkeit beeindruckt. Da gibt es neben viel Jazz, Blues und Rock auch diverse elektronische Spielereien, manchmal ganz schön poppige Melodien, weiche, irgendwie an Mark Knopfler (Dire Straits) erinnernde Gitarrenklänge und zwei Cover-Versionen von so unterschiedlichen Künstlern wie Prince und dem legendären Jazzpianisten Thelonious Monk.

FuzzyDabei verfügt OZ NOY über einen sehr eigenständigen Stil, ja ich würde sogar sagen, eine ganz eigene Gitarrensprache, die federnd leicht und sanft auf der einen, zugleich aber eindringlich und verschachtelt auf der anderen Seite sein kann. Da er auch noch ein exzellenter Komponist ist, gelingt ihm hier ein äußerst originelles, charismatisches Werk, das ich qualitativ auf eine Stufe stellen würde mit den Arbeiten eines Jimi Hendrix oder vielleicht eines Tom Morello. Mir persönlich gefällt „Fuzzy“ immer dann am besten, wenn die feinsinnigen, wunderschönen Melodien im Mittelpunkt des Songs stehen. Die experimentellen Fusion-Parts geben mir nicht ganz so viel, aber das ist wohl mehr als alles andere reine Geschmacksache. Es ist jedenfalls empfehlenswert, dieses Album ganz in Ruhe unterm Kopfhörer auf sich einwirken zu lassen. Ich selbst habe das zum ersten Mal im Urlaub auf der Terrasse eines kleinen Häuschens am Atlantik mit einer Flasche gutem Rotwein getan. Und das war ein wirklich schönes Erlebnis.

„Fuzzy“ hat so gar nichts vom Werk eines kopflastigen, schrulligen Einzelgängers. Vielmehr glänzen die Songs durch sehr viel Seele und eine leise, unaufdringliche Schönheit. Während ‚Which way is up?‘ den Fuß mit wippen lässt und einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert, schließt man bei ‚Three wishes‘ die Augen und träumt sich davon, um schließlich zum unwiderstehlich groovenden, mit besten Funk-Klängen veredelten ‚Intensity‘ gepflegt abzurocken oder mit der leicht vernebelten David Feldman-Komposition ‚In a simple way‘ in andere Sphären zu driften. Am Ende hat man verstanden, dass es sich hier ganz einfach um ein faszinierendes, zeit- und grenzenloses Stück Musik handelt. Feinschmecker und Abenteuerlustige sollten sich unbedingt mal mit „Fuzzy“ beschäftigen. Ich ziehe meinen Hut und verneige mich vor OZ NOY!!

Keine Kommentare

  1. Sind das nicht zwei Musiker? Der eine Oz, der andere Noy? O_o Mir ist das Zeug stellenweise echt zu frickelig.

    #377
  2. Beliebst du zu scherzen?? Nach allem, was ich recherchiert habe, ist Oz Noy ein einziger Mensch…!
    Frickelig sind aber wirklich nur einige wenige Sachen, der Jazz/Fusion-Kram halt, das meiste ist doch eigentlich eher hoch melodisch und entspannend!?!!

    #378
  3. Hm stimmt, hast recht, jedenfalls damit, dass Oz Noy nur eine Person ist. Aber doch, einige Stellen sind wirklich entspannend, wenn man sich denn bis dain durchhoert… 😉

    #379

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