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Opez – Dead Dance (Review)

15. Juni 2015
Opez - Dead Dance

Opez – Dead Dance

Italiens Geheimtipp Opez bringt eine neue Stilrichtung ins Gespräch. „Latin Desert & Funeral Party“ nennen Massi Amadori und Francesco Tappi den Sound auf ihrem Debüt, das passenderweise „Dead Dance“ heißt. Allein das sorgt für Aufhorchen. Denn wer etwas für schräge, nicht ganz so konforme Musik übrig hat, könnte in Opez (die so gar nichts mit den progressiven Schweden gemeinsam haben) seine Sommerplatte 2015 gefunden haben. Bewusst wird mit Ausnahme von zwei Gaststimmen (Annalisa Bartolini und Dimitri Mazzs ) auf Gesang verzichtet, um die dichte Atmosphäre der einzelnen Songs einzufangen. „Dead Dance“ ist mehr ein Soundtrack durch verlassene Gegenden, ein bisschen staubig, ein bisschen träge und wortkarg.

Man kann sich jedoch wunderbar vom Sound der Italiener tragen lassen, der irgendwo zwischen Americana, Italo Western und vertonten Traumsequenzen sein Zuhause findet. David Lynch trifft auf Quentin Tarantino, trifft auf Ennio Morricone. Schläfrig schöne Melodien, die einen lichtdurchflutet wiegen, oder bedrohlich in den hintersten Winkeln lauern. Opez machen Musik, die die eigene Fantasie pulsieren lässt. Große Bilder, verlassene Landschaften, unendliche Weite, der Geruch von Leder, Sonne auf der Haut, der ein oder andere Gehängte – das und mehr assoziiert man als Teilnehmer dieses vertonten Totentanzes. Gitarre, Percussion, Ukulele, Akkordeon, Kontrabass, Streich- und Blasinstrumente; das in der italienischen Provinz verwurzelte Duo verleitet mithilfe verschiedenster Instrumente dazu sich einfach fallen lassen. „Dead Dance“ ist ein Album mit klarer Linie und lässt dennoch viel Raum für eigene Interpretationen. Luftig, träge, düster und sonnig zugleich. Eine ganz außergewöhnliche Mischung, die entdeckt werden sollte!

Opez im Internet:
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Soundcloud

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