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Oh Land – Wish Bone (Review)

14. Oktober 2013

Nanna Øland Fabricius aka Oh Land ist spätestens seit ihrem letzten Album „Oh Land“ über die Grenzen Skandinaviens bekannt. Es zog die Dänin in die weite Welt, um ihrem Sound noch mehr von äußeren und zwischenmenschlichen Einflüssen umgarnen zu lassen. Brooklyn, New York hieß das Ziel. Dass es nun auch nicht sehr lange bis zur dritten regulären Platte von Oh Land dauern konnte war jedem klar, der die Schritte der verhinderten Ballerina aufmerksam verfolgt. Die auf einen hereinbrechenden Eindrücke wollen schließlich verarbeitet werden. Mit Dave Sitek (TV On The Radio) als Produzent an ihrer Seite schlägt Nanna neue Wege ein, die von der regulären Poplinie abweichen, dabei Oh Lands Grazilität aber immer vordergründig schimmern lassen. „Wish Bone“ ist das Destillat der letzten zwei Jahre. Und dieser behutsam gefilterte Klangtrank lädt nun zum Entdecken ein.

Den Anfang macht „Bird In An Aeroplane“; wenig Tempo – dafür viel Gefühl und Melancholie. „Renaissance Girls“ hingegen braust mit Glöckchengebimmel, Piano und knackigen Beats direkt in den Ohrwurmhimmel. Überhaupt ist das Wechselspiel zwischen unnahbarem Avantgardepop, R´nB-Akzenten und minimalistischer Ballade angenehm ausgewogen. Jeder Song ist anders und passt dennoch in den pulsierenden Fluss von „Wish Bone“. „3 Chances“ oder „Love You Better“ wirken vor allem durch ihre reduzierte Instrumentierung. Sanfte Schwermut und tiefsinnige Gedankenspiele scheinen ohnenhin die Basis für Oh Lands drittes Album zu sein. So bodenlos man auch im Popkosmos der Dänin schwebt, die nachdenkliche Färbung durchzieht selbst die eingängigsten Titel ihres Wunschknochen-Konzerts. „Cherry On Top“ oder „Green Card“ gewinnen dadurch deutlich mehr an Dichte. Popsongs müssen also nicht immer grinsebackig daher kommen. Ein Tupfer ehrlicher Emotionen bringt die Sinne zum Leuchten. Und wie wichtig Nanna das Verführen aller fünf Sinne ist, wird man spätestens bei ihren Konzerten erleben dürfen, die durch ihre einzigartige Bühnenshow abgerundet werden.

Eine kleine Anmerkung noch: „Wish Bone“ erscheint in Deutschland offiziell am 01.11.2013, ist aber bereits auf allen gängigen Downloadportalen zu erwerben.

Oh Land im Internet:
Homepage
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Tourdaten:
16.11. – Indra Musikclub, Hamburg
18.11. – Luxor, Köln
19.11. – Magnet Club, Berlin
25.11. – Komplex Klub, Zürich

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