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Oh Land live @ Magnet, Berlin | 19.11.2013

21. November 2013

Oh Land @ Magnet, Berlin - 19.11.2013Als wir das Magnet betraten, stand Oh Land bereits mehr als eine halbe Stunde auf der Bühne. Grund für unsere Verspätung: Das Konzert von Arcade Fire im benachbarten Astra. Das Highlight des Jahres wollten wir uns nicht entgehen lassen, genauso ungern wollten wir Nanna Øland Fabricius, der wir bereits vor zwei Jahren im Heimathafen einen Besuch abstatteten, verpassen. Was wir damals sahen, hinterließ Spuren. Jüngst erschien ihr neues Album „Wishbone“. Der Spaziergang von Friedrichshain über die Oberbaumbrücke nach Kreuzberg fiel also äußerst zügig aus, um noch zu retten, was zu retten war. Am Eingang angekommen, machte man uns unverzüglich klar, dass wir zu spät dran waren, um noch Fotos mit der Profiausrüstung schießen zu können. Normal ein Grund, um in Tränen auszubrechen. Im Club-Inneren angekommen, blieb auch nur ein Platz in der letzten Reihe übrig. Und wenn dort auf der Bühne nicht Oh Land gestanden hätte, wäre man wohl auch direkt wieder durch den Ausgang verschwunden.

Bereits nach fünf Minuten fragte man sich, wieso Oh Land dieses Mal eigentlich im Magnet spielt, letztes Mal stand sie noch im viermal so großen Heimathafen im Ring. Da ging es knallbunt zur Sache, überall hingen Luftballons, auf die Gesichter projiziert waren. Im Magnet geht es übrigens auch viermal karger zu. Von „Lichtshow“ konnte nicht im geringsten die Rede sein (drum kein Grund zum Weinen in Anbetracht des Fotoverbots). Und es erschien beinahe sonderbar wie sehr die Dänin in der Lage war einen emotional mitzureißen. Oft sah man sie während ihrer Performance gar nicht, weil sie nämlich mittlerweile für viele Songs selbst am Klavier sitzt. Besonders diese Abtauchmomente verleiteten einen zum Nachdenken und Feststellen, dass die in New York lebende Dänin im Grunde genommen zu den großartigsten Pop-Musikern der heutigen Zeit zählt. Ihre Leidenschaft für ausgefallene (!) Outfits lässt einen zunächst auf ein Plastikprodukt schließen, doch in Wahrheit überzeugt sie mit kaum übertreffbarem Talent. Nicht nur ihre überwiegend lebendigen Songs bohren sich nach einer Weile förmlich ins Ohr, auch durch ihre übers ganze Gesicht strahlende, spontane Art und irren Tanzeinlagen bis hoch zur Zopfspitze, gelingt es ihr ein besonderes Verhältnis zu ihren Fans aufzubauen, selbst bei Dunkellicht – das gelingt nur wenigen Musikern, den guten.

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