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NOVEMBRE: „The Blue“

2. November 2007

Abtauchen...

Es ist mal wieder November. Zwar kann man dieser Band mit dem Monatsnamen das ganze Jahr über lauschen, doch keine Jahreszeit ist so passend wie der Spätherbst, um ein wenig norditalienischer Tristesse zu frönen. Der neue Silberling ist blau und schaut man sich das nette Artwork an, so überkommt einen sogleich die Lust, wieder in diese Klangtiefen aus Doom und Gothic Metal mit ordentlichem Progressive-Schlag einzutauchen. Dabei ließ „Materia“ aus dem letzten Jahr doch zum ersten mal in Bezug auf diese Band einen eher faden Beigeschmack bei mir zurück.

Anfang 2007 hat sich zu den Brüdern Carmelo und Giuseppe Orlando Bassist Luca Giovagnoli zur Truppe gesellt. Laut Bandpage hat dieser auch gehörig zum neuen Album „The Blue“ beigetragen. Das hört man vor allem am mächtig fetten Sound, der natürlich auch dem renommierten Produzenten Mikko Karmila (Finnvox Studios) zuzuschreiben ist.

Novembre - The Blue (2007)The Blue – (05.11.2007)

– Anaemia
– Triesteitaliana
– Cobalt Of March
– Bluecracy
– Architheme
– Nascence
– Iridescence
– Sound Odyssey
– Cantus Christi
– Zenith
– Argentic
– Deorbit

Was nun „The Blue“ am meisten von „Materia“ unterscheidet, ist die dankenswerterweise wiedererlangte Heaviness: Passive Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit schlägt durch intensive Brüller Carmelos, irgendwo zwischen Death- und Schwarzmetall, in die tosende Wut eines Ozeans um. Auf der anderen Seite gibt es auch stille Wasser auf „The Blue“, und die sind bekanntlich tief: Die altbekannten akustischen Passagen muss man hier also nicht missen. Songs wie „Triesteitaliana“ stehen als Beweis dafür, dass dieser Antagonismus nahezu bruchlos klappt.

Nahezu, das deutet darauf hin, dass „The Blue“ doch mit ein paar Abstrichen zu genießen ist. „Zenith“ erinnert zum Beispiel an die glorreichen Tage von „Novembrine Waltz“: „It seems so long, shining bright…“ Gleich eine ganze Textzeile wurde hier von „Come Pierrot“ entnommen… und das scheitert irgendwie. Wehmütig muss man an die Tage denken, als die Venezianer dieses Meisterwerk geschaffen haben: Viel schlüssiger erschienen die Stücke, verschiedenste Emotionen wurden klar auf den Punkt gebracht. „The Blue“ ist recht schwierig, vom Songwriting her sogar noch etwas uferloser als „Materia“, doch trotz dem fließenden Wechsel von Raserei und Zerbrechlichkeit wirkt „The Blue“ mit seinen zwölf Stücken manchmal zu langatmig und verwässert geraten. Man hat außerdem den Eindruck, dass hier keine Songs an sich geschrieben wurden, sondern dass alles recht untransparent geschrieben in einem Ozean schwimmt. So lässt sich aber noch lange Zeit viel Neues auf „The Blue“ entdecken. Auch wem der weinerlich-säuselnde Gesang Carmelos – im Kontrast zum Geschrei – bisher übel aufstieß, der wird ganz besonders mit den fragilen Parts auf „The Blue“ seine Probleme bekommen. Fans von Opeth, Anathema, Paradise Lost oder Katatonia können bei diesem Rundling jedoch einmal mehr bedenkenlos zugreifen.

Einen ersten Eindruck liefert übrigens das Video zu „Anaemia“:

NOVEMBRE – Anaemia

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Offizielle Novembre-Homepage: www.novembre.co.uk
Novembre @ Myspace: www.myspace.com/novembre1
Mini-Webseite @ Peaceville: www.peaceville.com/novembre/

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