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November 2015: unsere Konzertempfehlungen

30. Oktober 2015

November 2015: unsere KonzertempfehlungenDer November ist der Monat, in dem die Gefahr am größten ist, dass wir unsere A-Z-Auflistung durcheinander bringen und am Ende die Reihenfolge nicht ganz sitzt. Zu viel Gutes hat sich auch in diesem Jahr angekündigt. Also merke: Wenn sich das Wetter in deutschen Gefilden von seiner miesesten Seite zeigt, könnt ihr die meisten Konzerte erleben. Das tröstet und baut einen auf. Oder? Viel Spaß mit unseren Konzertempfehlungen des Monats.

ALT-J
Alt-J haben mit ihrem Debütalbum „An Awesome Wave“ die Musikwelt auf den Kopf gestellt und völlig zu Recht den Mercury Prize zugesprochen bekommen. Mit dem zweiten Album „This Is All Yours“ haben die Briten bestätigt, dass sie außergewöhnliche, außergewöhnlich gute, außergewöhnlich kreative, außergewöhnlich unabhängige Musiker sind. Die vier Freunde haben einen ganz eigenen Sound entwickelt. Vage aus dem Nu Folk kommend, experimentiert das Quartett mit allem, was ihm unter die Finger kommt. Dazu gesellt sich das offensichtlich britische Talent für eine grandiose und immer wieder erkennbare Melodie, das Gefühl für Harmonie und das Gespür für das richtige Arrangement. Das zahlt sich vor allem live aus, wenn Folk mit Indierock und HipHop-Beats und akustischen und elektronischen Klangwelten kombiniert werden.

20.11.2015 Düsseldorf – Mitsubishi Electric Halle
21.11.2015 Berlin – Arena
23.11.2015 Mannheim – Maimarkthalle

ANE BRUN
Die Norwegerin und Wahlschwedin Ane Brun veröffentliche im September ihr neues Album „When I’m Free“. Auf ihrem neuen Werk spielen vor allem die rhythmischen Qualitäten eine immer zentralere Rolle. Neu hierbei ist vor allem, dass Brun die Songs nicht wie in der Vergangenheit am Klavier oder an der Gitarre komponiert hat, sondern mit Hilfe einer App auf ihrem Smartphone, mit der sich verschiedene Tracks aufnehmen und übereinander legen lassen. Ane Brun weist darauf hin, dass das neue Album „extrovertierter“ ist als die Vorgänger und erzählt, dass sie sich von der Musik inspirieren lassen hat, die sie schon als Teenager begeisterte: DJ Shadow, DJ Crush, Trip Hop-, Jazz- und Electronica-Zeug. „Ich wollte, dass meine Stimme dieses Mal auf solchen Beats schwebt.“

14.11.2015 Hamburg – Mojo Club
15.11.2015 Berlin – Kulturbrauerei
16.11.2015 München – Freiheizhalle

BEACH HOUSE
BEACH HOUSE veröffentlichten am 28. August ihr fünftes Album „Depression Cherry“. Generell zeigt die neue Platte eine Rückkehr der Band zur Schlichtheit ihrer ersten Alben. Die Songs sind um ihre jeweilige Melodie herumgebaut, mit sparsamer Instrumentierung, wobei das live eingespielte Schlagzeug wieder in den Hintergrund tritt. “Mit dem wachsenden Erfolg von Teen Dream und Bloom wurden auch die Bühnen und Venues größer, was uns automatisch in eine lautere, eher aggressive Richtung trieb; immer weiter weg von unseren natürlichen Vorlieben. Hier ließen wir unserer Entfaltung nun wieder komplett freien Lauf, und ignorierten dabei den kommerziellen Kontext in dem wir existieren.”

04.11.2015 Köln – Gloria
14.11.2015 Hamburg – Kampnagel
16.11.2015 Berlin – Huxley’s Neue Welt
17.11.2015 München – Freiheizhalle
18.11.2015 Lausanne – Les Docks

BLOC PARTY
Nein, ein „Silent Alarm“ war es nun so gar nicht, als Bloc Party 2005 ihr Debüt mit eben diesem Namen auf die Indieszene losließen. Kele Okerekes charismatische Erscheinung und Stimme, diese mal flirrenden, mal sägenden Gitarren und eine Rhythmusfraktion, die Stillstehen im Publikum schlichtweg nicht vorsah, sorgten im Gegenteil für ziemlich großen Alarm in der Musikwelt. Und trotzdem haben sie es geschafft, sich nicht auf dem Erfolg der Anfangstage auszuruhen, haben ein melancholisches Konzeptalbum über „A Weekend In The City“ nachgelegt, sich für „Intimacy“ elektronischen Einflüssen geöffnet und sich mit „Four“ auf die alten Trademarks berufen. Im Januar 2016 erscheint das neue Werk „Hymns“. Wenn da mal auf der anstehenden Tour nicht der ein oder andere neue Song aus dem Sack gelassen wird.

28.11.2015 Köln – Live Music Hall
29.11.2015 Berlin – Astra Kulturhaus

CALEXICO
Seit mehr als zwei Jahrzehnten machen Calexico nun schon Musik und überwinden dabei musikalische und geographische Grenzen. Wurden sie beim letzten Album auf der Suche nach neuen Songs in Algiers/New Orleans fündig, so verschlug es sie auf ihrem letzten Album „Edge of the Sun“ unter anderem nach Mexico City. Eine längst überfällige Reise zu ihren musikalischen Wurzeln. Aber es ging auch zu Aufnahmen nach Griechenland. Der Austausch mit anderen Künstlern und Kulturen war für Calexico nicht nur als Teil des kreativen Prozesses wichtig, sondern auch notwendig, um sich selbst als Band immer wieder neu zu verorten. Calexico sind immer noch zwischen den Welten, aber dort fester verankert als jemals zuvor und voller Überraschungen.

02.11.2015 Frankfurt – Batschkapp
06.11.2015 Lausanne – Salle Metropole
10.11.2015 Leipzig – Werk 2
18.11.2015 Dortmund – Konzerthaus
19.11.2015 Berlin – C-Halle

CÄTHE
Cäthe ist nicht nur dank ihrer imponierenden Stimme, die in ihren dynamischen Momenten einen beeindruckend rauchigen Unterton entwickelt, sondern auch dank ihrer offenherzig authentischen Songtexte hierzulande innerhalb kurzer Zeit zu einer viel beachteten Singer/Songwriterin avanciert. Seit der Veröffentlichung des Albums „Ich muss gar nichts“ (2011), das auf Anhieb in die Charts kam, hat sich Cäthe als eine der lyrisch eigenwilligsten und gesanglich leidenschaftlichsten Sängerinnen in der deutschen Musikszene etabliert. „Vagabund“, ihr brandneues Werk, ist mehr als nur ein sehr persönliches Album, eine Herzensangelegenheit, die Mut zu intimen Momentaufnahmen beweist, aber auch genug Klugheit offenbart, die seelischen Innenansichten mit feiner Ironie zu unterfüttern.

04.11.2015 Dresden – Beatpol
05.11.2015 München – Ampere
06.11.2015 Berlin – Kesselhaus
07.11.2015 Köln – Luxor
08.11.2015 Hamburg – Mojo Club

CAT POWER
Sun” heißt das aktuelle Studioalbum von Cat Power. Sechs Jahre nach ihrem letzten regulären Studioalbum hat sie die zuletzt besuchten Sound-Gefilde Memphis Soul und Delta Blues wieder weitestgehend verlassen. Das Werk wurde von Chan Marshall komplett selbst geschrieben, eingespielt und produziert. Auch textlich ist der Begriff der “Kontrolle” ein Dreh- und Angelpunkt des Albums geworden. Chan Marshall bezeichnet “Sun” als Wiedergeburt und genauso klingt dieses selbstbewusste, anspruchsvoll arrangierte und charismatische Album auch. Bei all seiner Vielschichtigkeit ist es genauso handgemacht wie ihr Debüt, doch nie zuvor hat es eines ihrer Alben geschafft, Chan Marshalls Person und Gefühlslage mit all ihrem Humor, ihrer Wut, ihrem Mitgefühl, den Inspirationen, technischen Fertigkeiten und spirituellen, inneren Erkundungsreisen so exakt zu spiegeln.

04.11.2015 Berlin – Columbia Theater

CHELSEA WOLFE
Die aus Kalifornien stammende Chelsea Wolfe verkörperte stets Licht und Dunkelheit. Ihre Musik beschreibt sich am besten als klagend rauer Doom-Folk mit Anleihen aus Black Metal, Deep Blues und minimalen Synthesizer Klängen; dabei immer im Gleichgewicht zwischen Triumph und Verzweiflung. Ihre Stimme klingt gleichermaßen heimsuchend und heimgesucht werdend, ob durch Engel oder Dämonen ist dabei unklar. Die Songtexte spiegeln eine Leidenschaft nicht nur zu den dunkleren Momenten des Lebens, sondern den unwahrscheinlichen Wahrheiten und der Schönheit die selbige so oft ans Tageslicht bringen. Kein Wunder also, dass sie aus den wild verhölzerten Regionen im Norden ihres Heimatstaates entsprungen ist.

30.10.2015 Köln – Club Bahnhof Ehrenfeld
02.11.2015 Hamburg – Knust
07.11.2015 Hannover – Café Glocksee
08.11.2015 Leipzig – UT Connewitz
12.11.2015 Berlin – Lido
15.11.2015 Wien – Arena
17.11.2015 Yverdon – Amalgame

COURTNEY BARNETT
Als Courtney Barnett jüngst ihre Welttour im Heimathafen in Berlin beendete, zeigte sich noch einmal alles, was die Australierin in kürzester Zeit aus der trendy Bar in Melbourne, wo sie als Tresenkraft arbeitete, in die Charts rund um den Globus geführt hat. Dabei sagt schon der Titel ihres ersten echten Albums alles über die Mittzwanzigerin aus: Auf „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ singt Barnett über ihren Alltag, ihre alltäglichen Begegnungen und all die Dinge, die ihr einfach so und ganz nebenbei auffallen. Sie tut das auf eine charmant-schläfrige Art, die sich ins Hirn schmeichelt. Dabei lässt sie nichts aus, lässt alles gleichberechtigt nebeneinander stehen.

20.11.2015 München – Technikum
21.11.2015 Berlin – Postbahnhof
23.11.2015 Köln – Bürgerhaus Stollwerck

DEATH CAB FOR CUTIE
Wie werden die neuen Death Cab For Cutie klingen, nachdem Gitarrist und Produzent Chris Walla, das zweite große Ego neben Ben Gibbard, die Band – in aller Freundschaft – verlassen hat? Das lässt sich noch nicht genau sagen, hat Walla doch bei dem im März erschienenen achten Studioalbum „Kintsugi“ der Indie-Rocker noch voll und aktiv mitgearbeitet. Findet es selbst heraus. Als Gäste ihrer Shows durch Deutschland.

07.11.2015 Weissenhäuser Strand – Ostsee-Ferienpark [Rolling Stone Weekender]
09.11.2015 Berlin – Huxley’s Neue Welt
11.11.2015 Köln – Live Music Hall
16.11.2015 München – Muffathalle
17.11.2015 Wien – Gasometer

ELIOT SUMNER
Sie bleibt eine geheimnisvolle Künstlerin, diese Eliot Sumner, die ihre Karriere 2010 als I Blame Coco startete. Seitdem wartet man zwar immer noch auf ein Album unter dem richtigen Namen der Engländerin, aber Eliot Sumner hat es mit ihren Single-Veröffentlichungen immer wieder geschafft, die Neugierde anzufachen. Mit der Ballade „Dead Arms & Dead Legs“ zum Beispiel, die Anfang 2015 erschien und auf morbides Klavierspiel und geisterhafte Chöre setzt. Mit dem hymnenhaften „Fireworks“, das eine dunkel schimmernde Atmosphäre in einen eigentlich sehr eingängigen Popsong kriechen lässt. Und schließlich mit ihrem aktuellen Release, das ihrer Stilbreite eine weitere Facette hinzufügt: „Species“ wird von einem dunklen Basslauf durch nervöses Elektronic-Trippeln und New Wave-Keyboards getragen, bevor der starke Refrain aus ihr herausbricht und gleichzeitig vom Gitarrenfeedback in der Ferne zerschossen wird.

09.11.2015 Berlin – Maschinenhaus
10.11.2015 Hamburg – Volt
11.11.2015 Köln – Studio 672
12.11.2015 München – Strom

EDITORS
Die vergangenen Jahre waren ein durchaus bewegter Ritt für die Band aus Birmingham. Das Quartett um Sänger Tom Smith kannte seit Veröffentlichung des Debuts „The Back Room“ in 2005 und dem noch erfolgreicheren 2007er Nachfolger „An End Has A Start“ zunächst nur einen Weg auf der Karriereleiter: Nach oben.
Kein Wunder: Ihr Mix aus Indie-Gitarren und Wave Sounds, großen Songs und der dunklen Stimme von Sänger Tom Smith passt wie perfekt in den Zeitgeist dieser Jahre. Oben angekommen, stürzen viele ja gern auch mal wieder ab, weil ihnen in der Tretmühle aus Album-Veröffentlichungen und Tourneen der Spaß an der Sache abhanden kommt. Nicht so bei den Editors. Ihr neues Album „The Weight Of Your Love“ ist übrigens eine große und kraftvolle Rockplatte geworden, die endgültig mit den Joy Division-artigen Wave Klängen bricht und die Tür für die Zukunft ganz weit aufstößt.

02.11.2015 Köln – Palladium
08.11.2015 Hamburg – Mehr! Theater am Großmarkt
09.11.2015 Berlin – C-Halle
10.11.2015 Offenbach – Stadthalle
12.11.2015 München – Tonhalle
29.11.2015 Wien – Gasometer

ENNO BUNGER
Der Hamburger Musik- und Textkünstler Enno Bunger ist zurück mit seiner neuen Scheibe, seiner dritten, „Flüssiges Glück“. Innerhalb eines Arbeitsjahres entstand ein Werk, das geprägt von verschiedensten Musikgenres und Themen kaum abwechslungsreicher sein könnte. Der 28-jährige verknüpft Indie mit Folk und Klavierballaden mit Elektronik. Erfrischend, wie Bunger musikalisch überrascht. Dennoch klingt es immer nach Enno Bunger, der in seinem Wortgewand aus Poesie, Prosa und Punchlines endgültig zu den meistzitierten deutschsprachigen Künstlern gehören dürfte.

13.11.2015 Bremen – Lagerhaus
14.11.2015 Köln – Gebäude 9
16.11.2015 Frankfurt – Mousonturm
17.11.2015 Stuttgart – Universum
18.11.2015 Zürich – Eldorado
19.11.2015 Freiburg – Schmitz Katze
20.11.2015 München – Ampere
21.11.2015 Graz – Orpheum
23.11.2015 Nürnberg – Stereo De Luxe
24.11.2015 Berlin – Heimathafen
25.11.2015 Leipzig – Werk 2
26.11.2015 Dresden – Beatpol
27.11.2015 Hannover – Pavillon
28.11.2015 Hamburg – Uebel&Gefährlich

FAT FREDDY’S DROP
„Studio lockdown, we’ll be back later in the year with a new album.“ Dachten sich Fat Freddy’s Drop. Doch dann kam der große Regen über Wellington und setzte das Studio unter Wasser. Aber kann irgendwas die Neuseeländer aus der Ruhe bringen? Nein. Ein Paar Gummistiefel an die Füße und ein paar Aufräumarbeiten, ein paar Reparaturen und ein paar Barbecue-Abende später konnten die Jungs weiter an ihrer neuen Platte „Bays“ arbeiten, die in dieser Minute erschienen ist. Fat Freddy’s Drop ziehen ihren Einfluss aus nahezu jedem Eintrag im Lexikon der schwarzen Musik und gehören zum Besten, was man in diesem Bereich auf der Bühne erleben kann. Eine soulige Stimme und jazzige Harmonien treffen sich mit Delay und Hall. Darunter liegt eine Rhythmusgruppe, die genauso funky sein kann, wie sie im nächsten Moment auf einen schweren Blues-Stomp umschaltet oder einen fetten HipHop-Beat raushaut. Nicht zu vergessen natürlich der relaxte Roots- und Dub-Reggae, der einen Großteil des Grooves ausmacht, und die präzisen Bläsersätze, die manchmal scharf dazwischen zischen, sich aber meist lässig in die Harmonien schmiegen.

17.11.2015 Köln – E-Werk
18.11.2015 München – Tonhalle
20.11.2015 Karlsruhe – Tollhaus
21.11.2015 Stuttgart – Liederhalle / Hegelsaal
23.11.2015 Berlin – C-Halle
24.11.2015 Wiesbaden – Schlachthof
25.11.2015 Hamburg – Mehr! Theater am Großmarkt
26.11.2015 Münster – Jovel Music Hall
01.04.2016 Köln – E-Werk

FRISKA VILJOR
Seit ihrem fulminanten, 2006 erschienen Debütalbum „Bravo!“ feiern die „Meister des freudetrunkenen Arrangements“, wie ein Kritiker einmal treffend formuliert hat, hierzulande Erfolge mit diesem unverschämt euphorischen Indie-Pop, der bei aller Melancholie erst gar keine schlechte Laune aufkommen lässt. Beständig wuchs der Fankreis der Band und wo immer die sympathischen Musiker aus Stockholm auch auftraten, hinterliessenFriska Viljor begeisterte, verzückte Fans. Denn trotz ihrer wunderschönen Alben, ist die wahre Domäne dieser „sympathischsten und menschlichsten Band überhaupt“ doch die Bühne. Dort packen Daniel und Joakim auch den letzten Zweifler mit einer Mischung aus Leidenschaft, Musikalität und umwerfendem Bühnencharme.

30.10.2015 Kiel – Pumpe
31.10.2015 Dresden – Reithalle
01.11.2015 Osnabrück – Rosenhof
02.11.2015 München – Theaterfabrik
10.11.2015 Freiburg – Jazzhaus
11.11.2015 Mannheim – Alte Feuerwache
12.11.2015 Köln – Live Music Hall
13.11.2015 Hamburg – Uebel&Gefährlich
14.11.2015 Berlin – Huxley’s Neue Welt

GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR
GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR spielten zu dritt eine Handvoll kleiner Shows bevor sie sich Mitte der 90er zur (Groß)Band zusammenfügten. Bis zu 14 Musiker und zahlreiches selbst produziertes 16mm-Filmmaterial brachte die Band damals auf die Bühnen, 1997 veröffentlichte sie ihr Debut-Album. Nur auf Vinyl. Eine alte Lagerhalle in Montreal, von der Band ausgebaut und renoviert, wurde damals zum Mittelpunkt (und DIY-Studio) ganzer Heerscharen von Künstlern & Musikern weit über Kanada hinaus: das Hotel2Tango. 1998 reduzierte die Band ihre Live-Formation auf 9 Musiker und begannen international aufzutreten. Es folgten wiederum Jahre des intensiven Tourens und Aufnehmens bis 2002 – die Band wurde zur unbestreitbaren Speerspitze einer neuartigen (Live-)Musikrichtung. Grundprinzip: die Verbindung von orchestralem Klangvolumen, epischen Rockgitarren, retardierenden Soundpassagen und visualisiert durch live gemixte Filmsequenzen. Der Postrock war wiedererstarkt. 2003 dann der abrupte Ausstieg der Band aus dem Musikgeschäft, ohne absehbare Rückkehr. 2010 die Wiedergeburt! 2012 erschien das nicht mehr für möglich gehaltene neue Album: „’Allelujah! Don’t Bend! Ascend!“ …und im März 2015 ihr sechstes Album „Asunder, Sweet and Other Distress“.

11.11.2015 Berlin – Huxley’s Neue Welt
12.11.2015 Zürich – Rote Fabrik

GUY GARVEY
„Bei dieser Platte geht es natürlich nur um meine persönliche Eitelkeit.“ Wie immer muss man bei Guy Garvey auf den ironischen Unterton achten. Denn natürlich arbeitet der Frontmann von Elbow auch bei seiner Soloplatte keineswegs allein, sondern, wie er bereits im vergangenen Jahr in einem Interview mitteilte, „mit Freunden zusammen“. Auf der anderen Seite ist „Courting the Squall“ ganz Garveys Geschöpf, der es hörbar genoss die demokratische Entscheidungsstruktur seiner Band gegen die Freiheit des Solokünstlers tauschen zu können. Er hat die Bandmitglieder, die das Album weitgehend live und ohne Overdubs eingespielt haben, aus ihren gewohnten Zusammenhängen genommen: Pete Jobson, der Bassist von I Am Kloot, wurde zum Leadgitarrist erkoren, Nathan Sudders von The Whip steht am Bass, der Labelkollege, Singer/Songwriter und Multiinstrumentalist Ben Christophers bedient die Keyboards, Alex Reeves sitzt am Schlagzeug, die Bläserabteilung von Elbow ergänzt das Line-up, und die Harfenistin Rachael Gladwin setzte den Kontrapunkt zum feierwütigen Jungsclan. Eine neue Band, neue Sounds, die komplette Kontrolle, die ungewohnte und sehr spontane Art im Studio live und improvisiert zu arbeiten – das alles macht die Platte zu einem besonderen Erlebnis.

28.11.2015 Berlin – Postbahnhof

HEATHER NOVA
Ende Mai erschien mit „The Way It Feels“ Heather Novas heiß erwartete neue Album. Der Nachfolger des 2011 erschienen „300 days at sea“ ist erfüllt von einer Atmosphäre, die sich sehr natürlich, aber doch wie von einer anderen Welt anfühlt. Aufgenommen hat es die von den Bermudas stammende Songwriterin mitten in der Hitze des Sommers von South Carolina, in einem alten Haus in Charleston. Auf der internationalen Musikbühne taucht Heather Nova zum ersten Mal in den frühen Neunzigerjahren auf. Der britische „NME“ beschreibt ihr Debüt als „die eine schwarz glänzende Olive inmitten eines graubraunen Antipasti-Tellers“. Ihr zweites Album „Oyster“ erklimmt auf beiden Seiten des Atlantiks die Chartspitzen und beschert der Künstlerin die erste Welttournee. Mit der folgenden Platte „Siren“ etabliert sich der Name Heather Nova fest in der Musikwelt. Ihr Sound ist einzigartig, sie führt Celli und verzerrte Gitarren zusammen, über die sich dann die engelsgleiche Stimme Heathers mit ihrem sirenenartigen Gesang legt. Ihre Live-Performances sind derart intensive und außergewöhnliche Erlebnisse, dass sie allerorten für Begeisterungsstürme sorgen und die Schar der Anhänger stetig wachsen lassen.

30.10.2015 Weinheim – Stadthalle
31.10.2015 Bochum – Christuskirche
03.11.2015 Berlin – Passionskirche
04.11.2015 Erfurt – Stadtgarten
05.11.2015 Köln – Kulturkirche
06.11.2015 Stuttgart – Liederhalle / Mozartsaal

KURT VILE & THE VIOLATORS
Kurt Vile ist einer von zehn Kindern und gehört zu den besten amerikanischen Songwritern unserer Zeit.

03.11.2015 Hamburg – Uebel&Gefährlich
09.11.2015 Berlin – Postbahnhof
10.11.2015 Köln – Gebäude 9
20.11.2015 Luzern – Südpoltheater

JACK GARRATT
Wird jemals der Tag kommen, an dem England die neuen, großen Pop-Talente ausgehen? Vermutlich nicht. Jack Garratt ist wieder einer jener Songwriter, die zwar bisher nur wenig mehr als eine Handvoll Songs veröffentlicht haben, diese sind aber schon so wahnsinnig gut, dass die Musikwelt bei seinem Namen große Ohren bekommt. Und das liegt nicht nur daran, dass Garratt mit seinem fülligen Vollbart eine imposante Erscheinung abgibt. Die Art und Weise, wie er seine Beats aus dem Heute und manchmal aus der nahen Zukunft zieht, diese mit verfremdeten Gitarrenspuren umgarnt, um damit seine einzigartige Stimme ins rechte Licht zu rücken – das ist schon beeindruckend.

16.11.2015 Köln – Luxor
17.11.2015 Berlin – Gretchen
18.11.2015 Hamburg – Mojo Club

JOHN GRANT
Zu Beginn seiner Solokarriere war John Grant vor allem für seine Kollaborationen mit Sinead O’Connor, Rumer und Hercules & Love Affair bekannt. Sinead O‘Connor coverte nicht nur den Titeltrack seines Debütalbums „Queen of Denmark“ auf einem ihrer Alben, sondern steuerte auch die Backing Vocals für Johns zweites Werk „Pale Green Ghosts“ bei. Außerdem übersetzte der Polyglott Ásgeirs isländisches Album „Dýrð í dauðaþögn“ ins Englische, so dass das Album „In The Silence“ seinen Erfolgszug antreten konnte. Neben Supporttourneen für Bands wie die legendären Pixies spielte John Grant oft in Begleitung von großen Orchestern, wie dem Royal Northern Sinfonia Orchester oder dem BBC Philharmonic Orchestra. Grant hinterlässt wo immer er auftaucht einen tiefsitzenden Eindruck.

21.11.2015 Zürich – Kaufleuten
24.11.2015 Köln – Bürgerhaus Stollwerck
25.11.2015 Hamburg – Uebel&Gefährlich
26.11.2015 Berlin – Postbahnhof

JOSÉ GONZÁLEZ
Seit José González 2007 sein zweites Album „In Our Nature“ veröffentlichte, sammelte er kontinuierlich Ideen für neue Songs. Während seine vorherigen Platten „Veneer“ und „In Our Nature“ in Teilen etwas spartanisch und puristisch anmuteten, verströmt „Vestiges & Claws“ einen neuen starken Sound, der zugleich wärmer und düsterer klingt. In den sieben Jahren seit Erscheinen von „In Our Nature“ war José González alles andere als unproduktiv. Er nahm nicht nur zwei Alben mit seiner anderen Band Junip auf, sondern tourte auch umfangreich in der ganzen Welt und war darüber hinaus immer wieder in unterschiedlichen Kontexten im Studio am Werk. So komponierte er beispielsweise das Stück „Far Away“ für das Videospiel „Red Dead Redemption“, welches 2010 bei den Spike Video Game Awards in Los Angeles als bester Song ausgezeichnet wurde. Auch war José González maßgeblich an dem Soundtrack des Hollywoodstreifens „The Secret Life Of Walter Mitty“ von Ben Stiller beteiligt.

03.11.2015 Berlin – Tempodrom
04.11.2015 Dresden – Alter Schlachthof
20.11.2015 Heidelberg – Halle 02
21.11.2015 Münster – Jovel Music Hall
16.12.2015 Hamburg – Große Freiheit

MS MR
MS MR verstehen es, eine mysteriöse Aura zu kreieren, die sie zwischen Kunst, Mode und Musik verortet und ihren aufregenden Synth-Wave für sich selber sprechen lässt. „Second Hand Rapture“, ihr Debüt, stieg direkt nach Erscheinen in England, Deutschland, Australien und vielen weiteren Ländern in die Charts. Ihr zweites heißerwartete Album „How Does It Feel“ wurde im Sommer veröffentlicht. Das schreit nach einer Tour und die sollt ihr auch bekommen!

17.11.2015 München – Technikum
18.11.2015 Frankfurt – Batschkapp
19.11.2015 Köln – Gloria
21.11.2015 Hamburg – Mojo Club
22.11.2015 Berlin – Huxleys Neue Welt

NEW ORDER
Gelebte und in die Jahre gekommene Popmusikgeschichte kann fürchterlich ermüdend sein. Nicht so im Falle von New Order, deren Protagonisten ja gleich an mehreren historischen Kapiteln mitgeschrieben haben. Nach über zehn Jahren ohne neue Stücke kehrten New Order am 25. September mit einem neuen Studioalbum zurück. Dieses heißt ganz unbescheiden „Music Complete“, erscheint zum ersten Mal im Traditionshause Mute und wird ihr erstes ohne Gründungsmitglied Peter Hook am Bass sein. Dafür ist jedoch die 2001 ausgestiegene Keyboarderin Gillian Gilbert wieder an Bord.

11.11.2015 Berlin – Tempodrom

OH LAND
Im Juni spielte Nanna Øland Fabricius aka OH LAND eine ausverkaufte Show im Berliner Sommerloft. Es war das erste Deutschlandkonzert nach gut zwei Jahren Tourpause. Vorgestellt wurde Material ihres neuen und vierten Studioalbums „Earth Sick“. OH LAND sagt „Wenn du klein bist, hast du diese wunderbare Vorstellung davon wie die Welt funktioniert und diese Naivität, dass du etwas ändern kannst. Wenn du dann älter wirst, versuchst du diesen Idealismus aufrecht zu erhalten und dich nicht zu sehr von der Komplexität des Lebens frustrieren zu lassen. ‚Earth Sick‘ habe ich aus Frustration geschrieben. Frustration drüber, dass Dinge im Leben nicht schwarz oder weiß sind. Dass sich Menschen und Gefühle verändern – ohne, dass wir es kontrollieren können. Aber ich versuche immer noch die Hoffnungen zu bewahren, die ich als 10-jährige hatte.“ Jetzt ist sie zurück. Mit Babybauch!

18.11.2015 Köln – Studio 672
19.11.2015 Hamburg – Molotow
20.11.2015 Berlin – Frannz Club
21.11.2015 München – Strom

RÓISÍN MURPHY
Es hat eine Weile gedauert, doch Róisín Murphy (die Stimme hinter Moloko) meldet sich endlich mit ihrem lang erwarteten, neuen Album »Hairless Toys« zurück. Die Platte erschien im Frühling und wird eine Reihe Konzerte in ganz Europa sowie einige Festivalshows im Sommer nach sich ziehen. »Es wird heiß, schweißtreibend und heftig werden«, so Róisín Murphy. Nach zahlreichen DJ-Gigs in den vergangenen Jahren wir sie ihre neuen wie alten Hits samt Band live präsentieren.

13.11.15 Wien – Museumsquartier
19.11.2015 Berlin – Tempodrom

SALLIE FORD
Sallie Ford war mit ihrer Band The Sound Outside auf Tour, als ihr langjähriger Gitarrist Jeff Munger ihr eröffnete, dass er eine Pause brauche. Genau, dachte sich die Amerikanerin, ich brauche auch eine Veränderung, und gründete flugs eine neue All-Girl-Band. So wurde „Slap Back“, die letzte Platte (2014), eine „Ode an all die Babe-Rockers“ wie Pat Benatar und PJ Harvey, Xene Cervenka, Joan Jett und natürlich Heart. Den geraden Rockabilly, den sie mit ihrer alten Band immer gespielt, wollte sie reformieren, einen Rock’n’Roll-Blend von den 50ern bis in die 90er schaffen, Garage mit Surf und straightem Rock verbinden. Zusammen mit ihren neuen Mitstreiterinnen spielte sie eine Platte voller roher Energie und roher Gefühle ein mit „sehr offenen Texten“ rund um die Liebe. Sie bleibt mit ihrer neuen Band eine der stärksten weiblichen Stimmen im Indie Rock, hat sich verwandelt und ist doch ganz die alte geblieben: Selbstbewusst, brillant, energetisch und auf der Bühne voll auf die zwölf.

09.11.2015 München – Sunny Red
11.11.2015 Berlin – Comet Club
12.11.2015 Hamburg – Molotow
17.11.2015 Köln – Blue Shell

THE DØ
Seit acht Jahren machen Sängerin Olivia Merilahti und Dan Levy, Produzent und Instrumentalist, gemeinsam Musik und haben sich dabei immer weiterentwickelt und gewandelt. Beim jüngsten Album „Shake Shook Shaken“ haben THE DØ komplett auf Gitarren und akustische Instrumente verzichtet, um eine monumentale Pop-Ästhetik zu erzeugen. Doch schon die nachfolgenden Konzerte zeichneten wieder ein ganz anderes Bild der beiden musikalischen Chamäleons: Die Auftritte begannen mit reduzierten Versionen ihrer Songs. Merilahti übte sich ganz in großer Geste, während sich ihre ätherische Stimme in höchste Höhen schraubte und gänsehauterzeugend durch Mark und Bein ging. Anschließend ging es mit minimalistischen Beats – THE DØ hatten einen neuen Schlagzeuger mit auf Tour – auf die Elektropop-Reise. Live wurden die feinen Strukturen der neuen Platte sogar noch besser herausgearbeitet und brachten die Säle komplett zum Tanzen. Und dass die Shows des französisch-finnischen Duos auch optisch ein Genuss sind, dürfte sich schon lange herumgesprochen haben.

02.11.2015 Köln – Bürgerhaus Stollwerck
03.11.2015 Darmstadt – Centralstation
04.11.2015 Freiburg – Jazzhaus
05.11.2015 München – Freiheizhalle
07.11.2015 Berlin – Astra Kulturhaus

THE WOODEN SKY
Nach drei Jahren Funkstille veröffentlichten The Wooden Sky mit „Let’s Be Ready“ im Juni ihr viertes Album. Gavin Gardiner (Gesang/Gitarre), Andrew Kekewich (Drums) und Simon Walker (Multi-Instrumentalist) fanden sich – nach 10-jährigem Touren, Songschreiben, Aufnehmen und Erleben der üblichen Höhen und Tiefen – an einem völlig neuen Ort wieder: in Gardiners zum Studio umgebauter Garage im Westen Torontos. Das Album ist das Produkt einer Reihe von gewollten Einflüssen: zum einen trennte sich die Band von einem Gründungsmitglied und zum anderen wechselten sie das langjährige Label, um ihr eigenes Label Chelsea Records zu gründen. Das Album markiert einen Wendepunkt in Gardiners Leben. Er musste für sich entscheiden, warum er das macht und wie er seinen Kopf und seine Musik mit neuen Gedanken aufladen konnte. Die Lösung war die Herangehensweise, ein Rock’n’Roll-Album zu machen, das den Indie-Spirit einer Bar-Band mit der Haltung und der Kraft einer Stadion-Band verbindet. Und genau das schaffen sie auf „Let’s Be Ready“, in dem sie die Stimmung aufgreifen, die sie überhaupt erst zum Musik machen bewegt hat.

20.11.2015 Köln – Blue Shell
22.11.2015 Hamburg – Prinzenbar
23.11.2015 Berlin – Privatclub
24.11.2015 Leipzig – Täubchenthal
25.11.2015 Dresden – Beatpol

WE ARE SCIENTISTS & ASH
Mit We Are Scientists aus New York und Ash aus dem nordirischen Downpatrick treffen zwei Speerspitzen der Indie-Rock-Kultur aufeinander, die auch privat befreundet sind. Beide Formationen blicken auf mehr als eine Dekade intensiver Arbeit zwischen druckvoller Live-Energie, spannenden Studioalben und dem ausgeprägten Talent, Songs von bleibender Wirkung zu schreiben. Das Trio We Are Scientists stellte 2014 sein fünftes Studioalbum „TV en Français“ vor, das Anfang des Jahres unter dem Titel „TV en Français, Sous la Mer“ mit alternativen Versionen von acht Songs wiederveröffentlicht wurde. Die nach dem 2006 erfolgten Ausstieg ihrer Gitarristin Charlotte Hatherley ebenfalls zum Trio geschrumpfte Formation Ash reüssierte im Mai mit ihrem siebten Album „Kablammo!“, dem ersten Studio-Longplayer seit acht Jahren.

17.11.2015 Köln – Bürgerhaus Stollwerck
23.11.2015 Hamburg -Gruenspan
24.11.2015 Berlin – Columbia Theater
26.11.2015 München – Backstage

WOLF ALICE
Das mit Spannung erwartete Debüt „My Love Is Cool“ von Wolf Alice erschien im Juni und kurbelte den derzeitigen Hype um die Band noch weiter an. Die Londoner werden schon seit einiger Zeit als eine der wichtigsten UK-Newcomer goutiert. Ein NME-Cover hier, die BBC Sound of 2015 Nennung dort. Die Auszeichnung mit dem UK Festival Award als Best Breakthrough Act und Shows auf Open Airs wie Reading, Leeds, Glastonbury oder Melt! und Dockville hierzulande taten ihr Übriges. Auf der Europatour im Vorprogramm von Alt-J konnten sie beweisen, das ihr Grunge-infizierter Rock auch auf großen Bühnen ganz hervorragend funktioniert.

19.11.2015 Köln – Luxor
20.11.2015 Berlin – Lido
22.11.2015 Leipzig -Täubchenthal
23.11.2015 Hamburg – Uebel&Gefährlich

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