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Nemtheanga (PRIMORDIAL) im Gespräch

8. Februar 2008

Primordial Header

„…Generations of freedom, remember us, the generations of the vision…“

So die abschließenden Worte auf einer unscheinbaren Plakette im Dubliner Garden of Remembrance. Diese Stimmen, namenlose Tote, sind vergessen. Und doch erinnern sie einig an den jahrhunderte andauernden Freiheitskampf Irlands und dessen Opfer…

Vokalist und Textschreiber Nemtheanga ist einer, der ebenfalls erinnert. Erinnert an dieses teuer erkaufte Freiheitserbe, an ein kulturelles Erbe (und nicht nur an das irische), an Menschlichkeit, Vergänglichkeit, und damit einhergehend auch an diese namenlosen Toten… von überall auf der Welt:

“I stand upon this Earth but for the blood of my ancestors. Men and women who made massive, selfless sacrifices in their lives. The machine that grinds the wheels would have you sedated, placated, confused, desensitised, distracted while they sell your culture, trade your history and crush your empathy with the enduring will of the human spirit.“

Allein dieser eine Satz aus den Linernotes des siebten Primordial-Albums „To the Nameless Dead“ (Album-Besprechung siehe hier) fasst die Essenz Primordials treffendst zusammen: Songs die eigentlich keine sind, eher Mahnmale… mal stolz und Hoffnung verbreitend wie ein Fels in der Brandung stehend, im nächsten Moment pessimistisch zu Ruinen zerfallend… der Schauplatz ist irgendwo, die Stimmung endzeitlich, in der Mitte stehen solch Individuen wie Nemtheanga, den ich angesichts dieser aus der Seele sprechenden lyrischen Ergüsse doch mal zum Gespräch bat… nicht ohne meine eigenen Erfahrungen mit der modernen irischen Kultur (The United States of Europe, right, Mr. Nemtheanga?) ebenfalls kundzutun… (Interview vom Januar 2008)

Cheers aus Waterford im „sonnigen Südosten“ und Gratulation zum neuen Album! Ich hoffe euch geht’s entsprechend gut, jedenfalls besser als dieses bescheidene Wetter zulässt!? (Aber als Iren solltet ihr daran ja bestens gewöhnt sein…)

Primordial - 26.05.2007 #7 A.A. Nemtheanga: Hails. Mir geht’s gut, danke.

Ich finde es ja schon sehr überraschend dass euer aktuelles Album „To the Nameless Dead“ so verdammt gut bei der ganzen Presse ankommt. Zugegeben, es IST verdammt gut, aber an Primordial selbst hat sich ja nicht wirklich viel verändert, oder? Wie könnt ihr euch diesen Erfolg für Primordial dieser Tage erklären? Höchste Lobeshymnen von den „großen Magazinen“, bereits bestätigte Auftritte auf nahezu allen großen und etlichen kleinen Festivals…

A.A. Nemtheanga: So ist es nunmal gekommen. Dieses Album stößt kommerziell gesehen auf viel bessere Reaktionen als die Vorgänger. Der Sound ist da wohl der wichtigste Faktor. „The Gathering Wilderness“ klingt im Vergleich sehr rauh. Wahrscheinlich hat jeder Hund seinen Tag, wie man so schön sagt.

In den Linernotes konnte man lesen, dass „To the Nameless Dead“ so etwas wie „Cuchulainns letzter Widerstand“ sei. Klar hat das eine rebellische Note, aber nicht dass das jemand falsch verstehen könnte und denkt, dies könnte das letzte Primordial-Album sein!?

A.A. Nemtheanga: Wer weiß. Als wir unser erstes Album gemacht haben, habe ich es nicht gesehen, dass wir noch sechs weitere machen würden, und doch haben wir’s. Ich weiß nicht wie lange wir noch weitermachen werden. Ein Ende scheint noch nicht in Sicht, aber bei diesem Album liegt eine Art Endgültigkeit in der Luft, vielleicht ein neuer Beginn, ich weiß nicht. Ich denke nicht wirklich über solche Dinge nach.

Wie auch immer, wenn ich mich nicht täusche dann sind das nun 20 Jahre Primordial/Forsaken. Können wir da kurz mal Rückschau halten? Was waren zum Beispiel die größten und die schlimmsten Momente für die Band bisher?

A.A. Nemtheanga: Es ist ein bisschen irreführend zu sagen, dass wir nun schon 20 Jahre existieren. Ende 1987, als sie 12/13/14 waren, haben Ciaran und Paul angefangen ihre Instrumente zu lernen. Vor 1991 war die Band nicht das, wie du sie heutzutage kennst. 2008 sind es dann also 17 Jahre, was immer noch eine sehr lange Zeit ist, aber wir haben jung angefangen. Natürlich gab es Höhen und Tiefen, aber wir haben seit dem ersten Tag gekämpft und dem Elend ins Gesicht gesehen. Es gab zum Glück auch viele Höhen: Vom Release unseres ersten Demos/Albums bishin zu den ersten Shows in Europa und Amerika, sowohl Touren als auch Festivals.

Gibt es eigentlich eine Art „hohes Bandziel“, welches ihr noch erreichen wollt?

A.A. Nemtheanga: Nicht wirklich. Es ist sehr erfreulich, dass wir nun wachsen wie noch nie, ganz im Gegensatz zum Großteil der Musikindustrie. Mehr Albumverkäufe, mehr Shows, mehr Festivalangebote. Wir haben den Standard unserer Musik über die Jahre hoch gehalten und das war stets unser größtes Ziel.

2 Kommentare

  1. rayne

    Gibts das Interview auch auf Englisch?

    #752
  2. Englische Fassung siehe Archive > Interviews auf
    http://www.primordialweb.com
    Cheers.

    #751

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