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MY DYING BRIDE: Aaron Stainthorpe im Interview

12. Juni 2009

FLISMy Dying Bride, die Doom-Metal-Urgesteine aus dem britischen Yorkshire, haben’s schon wieder getan: Kürzlich erschien ihr neues Album „For Lies I Sire“ beim Plattenlabel Peaceville und löst damit den 2006 erschienen Langspieler „A Line Of Deathless Kings“ ab. Was die Besetzung der Band angeht, ist einiges neu auf dem neuen Album. Und doch schaffen es My Dying Bride, auch zu ihren Wurzeln zurückzufinden – ohne sich dabei selbst zu kopieren, sondern in gewohnt experimentierfreudiger Weise. Kein Wunder, dass die Fans auch hier begeistert sein dürfen und die Band hoffentlich noch viele neue treue Anhänger gewinnt. Wie die Band selbst ihr neues Album sieht und wie sich die neuen Mitglieder bewähren, erklärt Aaron Stainthorpe, Sänger, Frontmann und Künstler (mehr dazu auf www.azzron.com) im Interview.

Hi Aaron, bei My Dying Bride gab es ja vor Kurzem einige „Personalwechsel“. Warum habt Ihr Euch auf der Suche nach neuen Bandmitgliedern für Katie, Lena und Dan entschieden?

Aaron: Zum ersten weil sie beim Vorspielen einfach die besten waren, aber auch, weil sie sehr souverän und selbstsicher rüberkamen. Was ihre Qualitäten beim Songschreiben angeht, ist es sicherlich zu früh für sie, ihr ganzes Talent unter Beweis zu stellen. Ich bin aber absolut sicher, das werden sie, nachdem sie etwas Zeit hatten, sich bei My Dying Bride einzufinden.

Eure Keyboarderin Sarah hat die Band wegen ihrer Schwangerschaft verlassen. Wie geht es ihr denn, und wird sie zu MDB zurückkehren?

Es geht ihr gut und die kleine Emilie ist einfach himmlisch. Dass sie zurückkommen wird, glaube ich nicht, schließlich konnten wir die Lücke, die sie unserem Line-Up gelassen hat, bereits schließen. Aber sag’ niemals nie.

Lass uns doch mal über Euer neustes Werk sprechen. Ist das neue Album eher so ein „Back to the Roots“-Ding, wo ihr doch schon seit dem Weggang von Eurem Keyboarder und Violinist Martin vor rund zehn Jahren keinen Violinisten mehr hattet?

Es fühlt sich schon ein wenig so, obwohl das nicht unser primäres Ziel war. Es hat sich vielmehr so ergeben. Wir haben die Produktion eher simpel gehalten, was die Musik als solche viel stärker in den Mittelpunkt rückt. Auch das trägt sicher dazu bei, dass das Album an unser Frühwerk erinnern mag.

Und was unterscheidet „For Lies I Sire“ – in Deinen eigenen Worten – von Euren früheren Alben? Was erwartet Eure Fans?

Wir sind in unserer Rolle als Songschreiber sehr viel reifer geworden und haben uns musikalisch in allen Bereichen, die für „For Lies…“ relevant sind, verbessert. Demzufolge erwarten die Fans in erster Linie bessere Songs, reichlich „Doom“, wunderschöne Violinen und natürlich das gewohnt hohe Maß an Finsternis!

Mein erster Eindruck war ja, dass Ihr auch beim Gesang sehr experimentierfreudig wart. Stimmt das auch aus Deiner Sicht, und wie kam es dazu?

Experimentieren ist ja immer gut und da meine Stimme ja nun mal mein Instrument ist, muss ich manchmal meine Grenzen neu ausloten und mich ein wenig vorwärts pushen. Dabei kommt es auch besonders darauf an, die Stimme richtig einzusetzen: Aggressive Riffs verlangen nach Death Metal Vocals, während der Gesang bei ruhigeren Parts klarer sein muss. Außerdem arbeite ich viel mit Geflüster und gesprochenem Wort, um unsere Songs so noch atmosphärischer zu gestalten.

Ist das tatsächlich so? Das in edlem Weiß gehaltene Cover lässt doch fast vermuten, dass Ihr eher weniger düster unterwegs seid.

Nein, das würde ich so wirklich nicht sagen. Für viele mag da der Gesang der springende Punkt sein; was die Schwere der Musik betrifft, da die Death Metal Growls die Musik ingesamt sogar „heavier“ erscheinen lassen mag. Da würde ich aber nicht zustimmen, statt dessen finde ich, dass die Musik auf unserem neuen Album ingesamt sehr heavy ausgefallen ist.

Wie sieht es denn dieses Jahr mit Euren Tourplänen aus: Dürfen Eure Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Euch rechnen?

Ich bin ziemlich sicher, dass ein oder zwei Shows im deutschsprachigen Raum geplant sind. Aber um ehrlich zu sein, kann ich mir unsere Tourdaten nicht merken, also behaltet lieber unsere Homepage www.mydyingbride.org im Auge, dort bleibt Ihr auf dem Laufenden. [Red.: Tatsache: My Dying Bride sind laut Homepage in diesem Jahr schon für das Wave Gotik Treffen, das With Full Force Festival und einen Gig in Nürnberg bestätigt. Na dann cheers!]

Wo hat es Euch denn auf Tour bisher am besten gefallen, und wo habt Ihr eher Dreadful Hours erleben müssen?

Definitiv in bester Erinnerung ist uns die Show als Vorband für Metallica geblieben, die wir in einer Arena in Athen gespielt haben. Daran denken wir wirklich gern zurück. In Polen hatten wir aber zum Beispiel mal eine wirklich miese Show, vor ein paar Jahren – das Timing ist uns völlig aus dem Ruder gelaufen und es war halb drei, bis wir endlich auf der Bühne standen und spielen konnten. Zu dem Zeitpunkt hatten viele Leute schon die Segel gestrichen und waren nach Hause gefahren.

Das wär’s dann auch schon von unserer Seite – vielen Dank für Deine Zeit! Das letzte Wort gehört allerdings natürlich Dir.

Ok, ich hoffe, dass Euch die neue CD gefällt. Uns gefällt sie ganz bestimmt und wir haben sehr hart dafür gearbeitet, dass das Ganze ein regelrechtes Hörerlebnis wird, das die Hörer davonträgt und in dem Ihr Euch richtig fallen lassen könnt. Cheers!

Offizielle Bandhomepage: www.mydyingbride.org
MDB bei MySpace: myspace.com/officialmydyingbride

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