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Musikalisches Länderspiel in der Melo-Death-Arena: Schweden vs. Italien

22. Juli 2010

Der Rasen der Melo-Death-Arena ist bisweilen etwas ausgelatscht. Schweden ist hier seit nunmehr fast 20 Jahren Platzhirsch, keine Frage, Coaches wie In Flames in den frühen Jahren, das viel zu früh gegangene Brüderpaar Björler von At the Gates oder nicht zuletzt die konstant Hochleistung abliefernde Dark Tranquillity-Legende konnten etliche Siege einfahren. Bisweilen punkteten auch die Finnen in letzter Zeit ganz gut. Italien hat nach wie vor eher eine Außenseiterposition inne, ist aber beim heutigen Match vielleicht für eine Überraschung gut…?

Kommen wir zur Aufstellung der beiden Mannschaften, die sich heute gegenüberstehen: Neulinge (beide debütierten im Frühjahr 2010) betreten hier das Feld und müssen erst noch zeigen, was sie drauf haben…

Dark Tranquillity: „We Are The Void“ Raintime: „Psychromatic“

Die Spieler betreten den Platz. Etwas verstörend sind die neuen Trikots der Italiener. Während Schweden mit einem schicken „Void“ auf der Brust trumpft, haben sich die Burschen unter der Trainerschaft von Raintime von ihrem alten Leibchenschneider Matthias Norén getrennt und versuchen es nun mit konstruktivistischen Rechteckschachtelungen auf hellem Textil. Ungewöhnlich und gewagt. Doch uns interessiert heute in erster Linie, was Italien drunter hat! Banausen, natürlich reden wir hier rein von spielerischen Künsten…

…und gleich nach Anpfiff erobert sich Italiens Nummer eins, „Fire Ants“, den Ball und stürmt unerwartet forsch nach vorn. Ein Treffer. Und das schon in der 5. Minute, wer hätte das gedacht? Das kann die schwedische Elf natürlich nicht auf sich sitzen lassen und kontert zunächst düsterdräuend, dann schließlich wuntentbrannt und rabiat in Form von „Shadow in Our Blood“. Ein ziemlich fieser Gewaltschuss – der sitzt! Da kann der italienische Keeper sich nur verängstigt ins Netz zurückziehen.

Auf den Schwingen entzückender Keyboardklänge treibt es die Raintime-Mannschaft aber immer wieder weg vom eigenen Kasten. In der ungewöhnlichen Spielweise gibt es für Auge und Ohr des Anwesenden viel Interessantes zu entdecken. „Turned up and Down“ tänzelt mit unwiderstehlichem Drive in den gegnerischen Strafraum und verwandelt das Ding sicher. Bei diesem Tor kommt schon beinahe Partystimmung auf. Das Niveau kann aber leider nicht durchweg gehalten werden… und so sind mal wieder die „Voidisten“ am Zuge: „In My Absence“ pirscht sich ganz heimtückisch an allen Hindernissen vorbei, „Her Silent Language“ und „Iridium“ sind die einzigen Ausflüge in zahmere „Haven“-Zeiten, ansonsten dominieren Kanonen wie „The Fatalist“, „I am the Void“ oder „Surface the Infinite“. Man könnte meinen, hier knüpfen die Schweden nahtlos an 2008er „Fiction“-Zeiten an, aber die Void dribbelt hinterhältiger, gemeiner…

Raintime finden erst wieder nach knapp 20 Minuten ins Spiel: „Shift“ macht hier gegen Spielmitte eine sehr gute Figur. Claudio Coassin shoutet den Ball meist souverän nach vorn und hält nur selten den Mund, mehr Teamplay hätte dem Ganzen die nötige Ausgewogenheit verliehen. Ein wirklicher Minuspunkt ist das nicht, denn Coassin spielt auf allen Positionen überzeugend, nur wenn er mal „ganz hart“ sein möchte, klappt das nicht immer.

Italien und Schweden schenken sich jedenfalls nichts. Keiner spielt hier energiesparend; das Tempo ist von der ersten bis zur letzten Minute rasant. Körperbetont sind beide Mannschaften, keine Frage. Doch während die Schweden kraftvoll-agil über den Platz athletisieren, bekommen die Italiener hin und wieder Seitenstechen aufgrund einiger gezwungener Bewegungen, bei denen man sich schnell mal „veratmen“ kann. Anstrengend ist es mitunter dann für das Publikum, diesen Abläufen zu folgen.

Kaum zu glauben, aber dieses Spiel endet nur mit knappem Vorsprung der Schweden. Den Italienern muss man eine große Weiterentwicklung zugestehen. Erwachsener sind sie geworden und fallen nur noch selten in die früheren Fehler zurück. Die Betonung liegt hier klar auf dem melodischen Teil des Genres, während Dark Tranquillity klar den Death-Titel nach hause holen. DT sind zwar schon alte Hasen im Geschäft, das macht sie aber nur umso raubeiniger und erfahrener im Umgang mit den wohlbekannten Waffen und Techniken.

Das nächste Match geben sich die beiden Mannschaften übrigens dieses Wochenende auf dem Dongberg. Wohl denjenigen, die sich eine dieser heißbegehrten Tickets zum nunmehr zehnten Dong Open Air sichern konnten.

3 Kommentare

  1. schwedens einsatz des trumpfes von stannes klaren gesang, den sie seit projector nicht mehr verwenden mussten, zeigt vielleicht auch die stärke der italiener

    hihi

    #2008
  2. Wieso der Italiener?? Sorry, ich schnall den Satz nicht. ^^

    #2014
  3. naja…weil schweden italiens stärke sah und darum den trumph bringt

    eh…what ever…egal xD

    #2224

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