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Motörhead @ Max Schmeling Halle, Berlin |16.11.2014

20. November 2014

Motörhead am 16. November 2014 live in Berlin in der Max Schmeling Halle - fotografiert von Jana Legler für RockZOOM.deMotörhead in Berlin. Am Ende findet doch zusammen, was zusammengehört. Ihre letzte Show musste aufgrund akuter gesundheitlicher Probleme von Frontsau Lemmy Kilmister noch abgesagt werden. Jetzt stand er wieder in (fast) alter Frische vor ausverkauften Haus in der Max Schmeling Halle. Was tut man nicht alles für den Rock’n’Roll. Man kämpft und hält irgendwie durch! Der 68-Jährige, der bis zu diesem Zeitpunkt sein Leben in vollsten Zügen genoss, und die Fans zwischenzeitlich in einen Zustand des Bangens (Anmerkung: Sie waren besorgt) versetzte, greift mittlerweise auch zu Wasser anstatt Whisky. Na ja, manchmal jedenfalls. Ein kleines bisschen verflucht er diesen Zustand, aber ihm hat er wohl auch zu verdanken, dass er eingehüllt von Hut, Röhrenjeans und Stiefeln wieder aufrecht auf einer Bühne stehen und seinen handgeschnitzten Bass zum Vibrieren bringen kann.

„How you doin‘? It’s good to be back. We’re Motörhead and we play Rock’n’Roll!“ So hieß Lemmy seine Anhänger willkommen, die natürlich nicht erwarteten, dass er irgendwas anderes zur Begrüßung vom Stapel lässt. Motörhead ist keine Band für Überraschungen. Sie zeichnen sich vielmehr durch eine solide Show aus, bei der jeder auf seine Kosten kommt. So auch heute. Jeder der kommt, weiß halt vorab, was ihn erwartet. Auch, dass die vorderen fünfundsiebzig Quadratmeter für die Mosher und Poger reserviert sind. Die kommen an diesem Abend herrlich auf ihre Kosten. So von oben von der Presserampe beneidet man sie nicht, aber man gönnt ihnen den Spaß. Von dort oben erkennt man erst die quadratischen Motörhead-Logo-Teppiche, auf denen die Mikrofone der einzelnen Bandmitglieder positioniert sind.

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Lemmys Aktionsradius lässt sich als gewohnt klein beschreiben, dafür fegte Weggefährte Phil Campbell wie ein Derwisch über die Bühne. Im Hintergrund wirbelte Mikkey Dee, der mittendrin fünf Minuten Zeit für sich beanspruchte – er legte ein spektakuläres Drumsolo auf den Teppich. Lemmys Ansagen zwischen den Songs waren nuschelig, aber auf den Punkt gebracht: „This is a song about politicians. Don’t like them do ya? Neither do I. That’s them bastards that take all your money. Just cos you’ve got the power that don’t mean you’ve got the right!“ Und wenn er nicht gerade über Politik redete, liebkoste er die Fans mit seinem Lieblingswort: Rock’n’Roll.

Nach 70 Minuten war Schicht im Schacht. Für mehr reicht die Kraft nicht mehr. Dafür gab es zuguterletzt „Ace of Spades“ und „Overkill“ auf die Ohren, damit es auf dem Weg nach Hause auch schön nachschallt! „Don’t forget us, we’re Motörhead!“ Natürlich werden die Fans das Dreiergespann nicht vergessen. Man hatte sogar ein wenig das Gefühl, dass die Band so beliebt wie nie ist.

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