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Morrissey – World Peace Is None Of Your Business (Review)

21. Juli 2014
Morrissey - World Peace Is None Of Your Business

Morrissey – World Peace Is None Of Your Business

Die britische Diva kehrt zurück. Morrissey polarisiert wie kein anderer in unserem kleinen Musikkosmos. Man liebt ihn abgöttisch oder kann ihn so gar nicht leiden. Dazwischen gibt es nichts. Keine Grauzone; kein Blatt Papier passt zwischen seine drastischen Ansichten, seinen Sarkasmus und eine Welt, in der gegenseitiger Respekt und Harmonie doch so wünschenswert wären, allerdings kaum existent sind. Morrissey ist sich daher selbst genug und scheißt auf alles andere. Er sagt Konzerte in Locations ab, die ihm nicht passen (Alter Schlachthof, Dresden), oder Ländern, die zu sehr von seinen politischen Ansichten abweichen (Kanada und die Robbenjagd). Das war noch nie anders, und irgendwie wundert man sich gar nicht mehr, wenn dererlei Schlagzeilen vor einem aufflammen. So ist er eben. Jedoch hat Steven Patrick Morrissey es wie kein Zweiter geschafft, nach der Auflösung der Smiths eine erfolgreiche Solokarriere aufzubauen, die bereits über 25 Jahre andauert.

Nun ist der Brite auch auf  „World Peace Is None Of Your Business“ weit davon entfernt altersmilde zu wirken. Er zankt und zetert wie eh und je. Man würde die Platte vielleicht gerne losgelöst von Morrisseys immenser Persönlichkeit entdecken dürfen. Andererseits ist er allein aber das, was dieses dichte Mysterium aus Sehnsucht, Sarkasmus, Außenseiter-Sichtweise und großen Melodien ausmacht. In der Hinsicht gibt es auch keine gravierende Neuorientierung. Systemkritik schreibt der Mozzer auf seinem zehnten Album groß, Seitenhiebe auf Fleischesser, sowie Reimspiele zum Thema Stierkampf („The Bullfighter Dies“) sprießen ungestört zwischen feinfühligen („I´m Not A Man“) oder einfach nur poppig-schönen Songs („Kiss Me A Lot“). Diese fröhlichen Nonsenstitel scheinen zu allem Überfluss nicht einmal einen tieferen Sinn zu besitzen. Und irgendwie kriegt er einen damit schon recht schnell rum. Ganz gleich wie scharf- oder unsinnig die Songs textlich auf den Hörer wirken; Morrissey schafft scheinbar spielerisch eine Atmosphäre, die zum Mitgehen bewegt. Kein bisschen müde, kein bisschen uninspiriert, dafür ein weiterer Schritt in Richtung Legende.

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