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Mogwai – Rave Tapes (Review)

18. Januar 2014
Mogwai - Rave Tapes

Mogwai – Rave Tapes

Achtzehn Bandjahre haben Mogwai mittlerweile auf dem Buckel. In dieser Zeit haben sie es auf wunderliche Weise geschafft über alle Grenzen hinweg bekannt zu werden. Ihren Independent-Status haben sie dabei aber nie ganz abgestreift. Das letzte Album „Hardcore Will Never Die, But You Will“ landete zur Überraschung aller in Deutschland auf Platz 27 der Charts. Was tat der Fünfer aus Glasgow daraufhin? Ein paar Konzerte spielen und sich erneut im Studio verschanzen. Es folgte der elegisch wabernde Soundtrack zur französischen Mysteryserie „Les Revenants“, nun läutet Studioalbum Nummer 8 das neue Jahr ein. „Rave Tapes“ hat rein musikalisch natürlich nichts mit dem Titel gemein. Vielmehr setzen Mogwai ihren Weg konsequent fort. Waghalsige Neuerungen, exotische Ausflüge in fremde Soundgefilde oder aber ein komplettes Umkrempeln ihrer Linie findet man auf „Rave Tapes“ definitiv nicht.

Wozu auch? Mogwai haben es sich in ihrer Nische gemütlich gemacht. Und da ihnen kommerzielle Erfolge auf Biegen und Brechen ziemlich egal sind, machen sie wie gehabt weiter – und erschaffen dabei Musik, mit der vor allem sie selbst glücklich sind. Gewiss, kein Mogwai-Release gleicht dem anderen. Wo auch immer Raum für das Einstreuen von Soundtüfteleien ist, werden diese ganz selbstverständlich platziert. Und trotzdem erkennt man die Schotten mit ihren einzigartigen Melodiehäkeleien unter Hunderten anderer Formationen wieder. Der behäbige Postrock-Koloss setzt sich also wieder in Bewegung. „Heard About You Last Night“ ist ein verträumtes Entrée, „Remurdered“ vielleicht der beste Song auf der Platte. Fett pulsierende Synthies, die so gut grooven, dass der Song eigentlich auch auf den letzten Tron-Soundtrack (Daft Punk) gepasst hätte. Überhaupt setzen Mogwai neben ihren gewohnten Gitarren-Tsunamis auf „Rave Tapes“ vermehrt elektronische Klänge ein. Einzig der Gesang bereitet ihnen nach wie vor Unbehagen. „The Lord Is Out Of Control“ wird durch Vocoder-Einsatz vor allem klangfarblich unterstützt, „Repelish“ wartet mit erzählenden Samples auf. So bleibt „Blues Hour“ der alleinige Titel mit durchgehendem Gesang. Allerdings ist dieser „Makel“ auch eine mogwaische Eigenart; ihre uferlosen Instrumentaltracks verbinden sich miteinander zu einem durchgehend atmosphärischen Erlebnis. Keine bahnbrechenden Experimente zwar – dafür unverkennbar: *Mogwai 2014*.

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Tourdaten:
04.02. Frankfurt – Batschkapp
05.02. München – Backstage-Werk
06.02. Berlin – Tempodrom
26.03. Hamburg – Große Freiheit 36
01.04. Karlsruhe – Substage
02.04. Köln – E-Werk

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