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Minor Victories – Minor Victories

10. Juli 2016
Minor Victories

Minor Victories

Das Wort Supergroup ist ja nun leider nicht immer mit Qualität verknüpft. Liest man die Namen der an Minor Victories Beteiligten, darf man jedoch beruhigt zurücksinken. Justin Lockey (Editors) plante eine noiselastige EP zu veröffentlichen und suchte hierfür Mitwirkende. Relativ schnell kamen Rachel Goswell (Slowdive), Stuart Braithwaite (Mogwai) und sein Bruder James dazu. Die Wege der meisten hatten sich vorher nie gekreuzt, was die Zusammenarbeit umso spannender gestaltete. Justin Lockeys Plan einer extremen, nie da gewesenen Noise-Kakophonie in EP-Form wurde jedenfalls nicht umgesetzt. In ihre Stelle tritt ein Album, das Postrock, Shoegaze und experimentelle Elektronik vereint, aufbaut und einreißt, um aus der Asche wieder emporzusteigen.

Minor Victories legen die Essenz ihrer jeweiligen Musikströme offen und lassen sie wie zufällig zu etwas Neuem zusammenfließen. Jeder Song auf ihrem Debüt ist anders arrangiert: Postrock treibt an, ufert aus, mündet in shoegazigen Dramen, streift astreine Popmelodien und ist dabei immer noch so ganz anders, als erwartet. Der Noisefaktor bleibt unterschwellig, perfektioniert jedoch die Reibung der verschiedenen Stile. So bleibt die Platte zwar durchweg ein gewaltiges Klangepos, gleitet trotz seiner Schwere jedoch über einen hinweg. Man mag sich gar nicht zwischen den einzelnen Titeln entscheiden, denn letztlich ist es auch Aufgabe und Sinn eines Albums am Stück zu wirken. „Minor Victories“ klingt tatsächlich wie eine Mischung aus Mogwai, den Editors und Slowdive. Und wer hätte gedacht, dass daraus etwas wächst, das so großartig ist!

Tourdaten:
13.08.2016 – Haldern Pop Festival
30.10.2016 – Zakk, Düsseldorf
31.10.2016 – SO 36, Berlin
01.11.2016 – Beatpol, Dresden
02.11.2016 – Technikum, München
06.11.2016 – Markthalle, Hamburg

Minor Victories im Internet:
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