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Milky Chance – Sadnecessary (Review)

10. November 2013
Milky Chance - Sadnecessary

Milky Chance – Sadnecessary

Zwei musizierende Abiturienten aus Kassel. Das klingt im ersten Moment zweifelsohne nach nichts, dessen man viel Beachtung schenken würde. Denn Abiturienten, die daheim rumklampfen gibt es genug. Man hört trotzdem mal rein. In diesem Fall mehr aus Erinnerung an eine Stadt, die man mal sein zuhause genannt hat. Und dann hört man weiter. Hört die Platte nochmal. Und nochmal. Milky Chance haben mit „Sadnecessary“ doch wirklich ein Debüt hingelegt, das selbst bei piefigen deutschen Radiosendern Anklang findet. Zu Recht. Denn das erste Werk von Clemens & Philipp hat alles was ein gutes Pop-Album braucht: Groove, eingängige Melodien, Abwechslung und eine gewisse Lässigkeit. Erfolg parallel zum ersten Release. Das klingt schon fast etwas utopisch. Und doch freut man sich darüber, dass es sowas überhaupt noch gibt.

Die beiden Kasselaner haben intensiv an ihren Titeln gearbeitet, bevor sie ihr Debüt in Eigenregie veröffentlichten. Ohne Druck der Öffentlichkeit geschieht das natürlich viel entspannter. Hört man das „Sadnecessary“ an? Die Frage wird direkt mit dem ersten Song „Stunner“ beantwortet. Leichtes Aloha-Feeling, Midtempo und Clemens immer mit etwas gelangweilter – eben sehr lässigen – Stimme. „Flashed Junk Mind“ folgt mit Akustikgitarre und unverwechselbar schöner Melodie. Mein Platten-Highlight. Schnell stellt sich heraus, dass Milky Chance uns mit „Sadnecessary“ eine dreistöckige Torte gezaubert haben, die durchweg gut schmeckt – anstatt einen nach den Rosinen pickend zurückzulassen. Das Duo vom Herkules verströmt trotz melancholischem Unterton soviel Sonne und Schwerelosigkeit; man muss sie einfach sympathisch finden. „Sadnecessary“ erfrischt, entspannt und kann gar nicht langweilig werden. Die Platte wird mit jedem Durchlauf besser – und das ist doch etwas, auf das man als Musiker stolz sein kann. Schon mit dem ersten Album den großen Wurf zu landen. Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass die Welt auf Milky Chance gewartet hat. In jedem Fall wird man auch zukünftig viel von ihnen hören – und dabei gedanklich vom Königsplatz über die Willi-Allee zum Bergpark spazieren.

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