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Massive Attack @ Tempodrom, Berlin | 05.07.2014

9. Juli 2014

Massive Attack am 5. Juli 2014 live in Berlin im Tempodrom - fotografiert von Jana Legler für RockZOOM.deDie attraktiven Konzerte lassen sich in den Sommermonaten an einer Hand abzählen. Ziemlich konkurrenzlos liefen Massive Attack also ins Berliner Tempodrom ein – das im März angekündigte exklusive Deutschlandkonzert war seit einer halben Ewigkeit ausverkauft. Kein Wunder, das Hauptstadtpublikum wurde zuletzt vor fünf Jahren Zeuge einer Show von „Bristol’s Best„, das Anfang der Neunziger den Trip Hop erschuf. Die Band um Robert „3D“ Del Naja und Grantley „Daddy G“ Marshall und den wohl beeindruckendsten Gastsängern dieses Planetens hat sich rar gemacht. Die Veröffentlichung ihres letzten Studioalbums „Heligoland“ liegt bereits vier Jahre zurück. Zwischen ihren Platten lassen sie sich enorm viel Zeit, zuletzt sieben Jahre. Das nächste Werk ist also noch lange nicht in Sicht. Sie melden sich also nur zurück, wenn sie auch wirklich etwas zu sagen haben, und wenn sie sich schon einmal für ein Konzert ankündigen, darf man sich auf ein Feuerwerk freuen!

Da sich Massive Attack, und wohlmöglich auch die Fans, brennend für das WM-Viertelfinale Costa Rica gegen Niederlande interessierten, legte die Band pünktlich eine halbe Stunde nach Acht los. An den Außenpositionen tummelten sich zwei Live-Drummer, der Platz neben ihnen war für zwei Gitarristen bestimmt und im Hintergrund, aber immerhin in mittiger Position waren auf einem Podest die Soundmischmaschinen für 3D und Daddy aufgebaut. Im Vordergrund ragten allerhand Mikrofone in die Höhe.

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Und man kann es nicht anders sagen, direkt mit dem Erklingen des ersten Tones fühlte man sich gefangen im Musikparadies, aus dem man bitteschön nicht verstoßen werden wollte. Massive Attack schufen einen Monstersound, der Erinnerungen an Archive wach werden ließ, nur dass das hier einem heute noch eine Nummer gewaltiger vorkam. Ja, es war unsere erste Live-Begegnung mit Massive Attack und ihren wundervollen treuen Gesangsgästen Martina Topley-Bird, Deborah Miller und Horace Andy – für die die besagten Mikrofone im vorderen Bereich reserviert waren. Spätestens als letzterer den „Mezzanine“-Opener „Angel“ anstimmte, konnte man auch dem Letzten das „Wow“ von den Lippen ablesen. Mit jedem neuen Song schufen Massive Attack eine neue eindrucksvolle Stimmung, was nicht nur etwas mit den monströsen Bässen und den sich abwechselnden charismatischen Akteuren auf der Bühne zu tun hatte, sondern auch mit den kritischen weltpolitischen Themen in deutscher, englischer und holländischer Sprache, die auf eine gigantische Videoleinwand projiziert wurden und somit ein zentrales Element der Show darstellten. Visuell und akustisch kam man also vollkommen auf seine Kosten. Mit ihrem Klassiker „Unfinished Sympathy“ setzte die Band nach 90 Minuten schließlich einen Schlussstrich unter eine sensationelle Show, die man so schnell nicht vergessen wird.

Setlist:
Battlebox / United Snakes / Risingson / Paradise Circus / Girl I Love You / Psyche / Future Proof / Teardrop / Angel / Jupiter / Safe From Harm / Inertia Creeps
Zugabe: Incantations / Splitting the Atom / Unfinished Sympathy

Massive Attack im Internet:
Offizielle Homepage: www.massiveattack.co.uk
Facebook: www.massiveattack.co.uk

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