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Marble Sounds – Tautou

18. Mai 2016
Marble Sounds - Tautou

Marble Sounds – Tautou

Ein Album-entworfen für Klavier und Streichinstrumente. Die Richtung, in welche sich diese vage Grundaussage entwickeln kann, ist mindestens genauso vage. Marble Sounds scheuen sich jedoch weder vor Veränderungen, noch vor dem Ausleben der Einfachheit. Auf hohem Niveau natürlich. So ist das dritte Album der Belgier „Tautou“ ein Zusammenspiel von großen Melodien, die aus simplen Soundstrukturen wachsen. Pieter van Dessel legte sein einsiedlerisches Komponieren ab, um zusammen mit dem Rest der Band an der neuen Platte zu arbeiten. Die so entstandenen Songs rücken ein wenig ab von ihrem ursprünglichen Klang, wurzeln allerdings nach wie vor in der tiefen melancholischen Schönheit, die Marble Sounds ausmacht.

„Tautou“ weckt Assoziationen, die allesamt in einem Bereich angesiedelt werden können, der für wohlige Schauer sorgt. Alles Warme, alles Verträumte, alles mit Licht durchflutende lebt in diesen zehn Titeln. Melancholie ist eben kein schwermütiger Zustand, der alles um sich herum dunkel färbt. Es ist vielmehr das Wachsen an Erfahrungen, Loslassen und Weitergehen, den Blick nach vorne gerichtet – aber auch immer einen Augenblick in die Vergangenheit zu werfen. Marble Sounds wirken dabei luftig („The First Try“), postpoppig („The Ins And Outs“) oder sanft wiegend („Tout et partout“). An Abwechslung mangelt es nicht; die eingangs erwähnten Streicher finden ihren Platz neben dem Klavier, Synthesizer brechen den Himmel auf und tragen die Songs hinauf in friedliche Höhen. Und vielleicht ist es das, was „Tautou“ am besten beschreibt: das Gefühl von innerem Frieden, das sich ausbreitet, sobald die ersten Takte angeschlagen werden. Emotional, sensibel und dennoch unangestrengt. Eben durchweg schön.

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