Suche

Man Without Country – Maximum Entropy (Review)

21. Januar 2015
Man Without Country - Maximum Entropy

Man Without Country – Maximum Entropy

Klanggewalt, die alle Facetten elektronischer Musik abdeckt, ist eher selten. Aber es gibt sie noch, diese feinsinnigen Alchemisten, die Großes erschaffen, Opulenz mit Leichtigkeit verbinden. Man Without Country liefern den Nachfolger ihres 2012er Debüts „Foe“. Singleauskopplungen („Deadsea“, „Catfish“) ließen bereits im Vorfeld die Erwartungen ansteigen; und so überrascht es letztlich auch gar nicht, dass „Maximum Entropy“ genau das Album geworden ist, das man erhofft hat: ein unterschwellig brodelndes, in Schönheit schwelgendes Epos. Tomas Greenhalf und Ryan James produzierten Album Nummer zwei erneut im eigenen Heimstudio. Hört man das? Schon. Denn bereits die erste Platte der Waliser strahlte trotz schneidend kalten Beats und finsteren Texten auch immer sehr viel Wärme aus. Vielleicht ist diese Gabe das Prägnanteste an Man Without Country: schwereloses Treiben in pechschwarzen Sphären und dennoch durchflutet vom einem Feuer, das sich lodernd jeden Weg durch die kompakte Dunkelheit bahnt.

Sie können unbeschwert klingen, poppig und leichtfüßig; der Grundtenor bleibt allerdings immer getragen. Spartanische Sounds und Minimalismus wird man bei diesem Duo vergeblich suchen. Dafür entstehen epische Landschaften, geprägt von einem sehr intensiven Wechselspiel aus wummernden Beats, schillernden Melodien und der sehr sanften, sehr sehr schönen Stimme von Ryan James. Irgendwie kann man der Versuchung weitere poetische Vergleiche zu ziehen kaum widerstehen. Wie eine Lavalampe formt sich der Sound von MWC zu abstrakten Gebilden, um kurz drauf langsam fließend eine andere Gestalt anzunehmen. „Maximum Entropy“ umspannt 11 Titel, die sich ölfilmartig um jeden legen, der gewillt ist in grenzenlose Weiten abzudriften. Eine ziemlich gut gelungene Coverversion von The Beloveds „Sweet Harmony“ schließt die höchste Stufe von Man Without Countrys Entropie ab.

P.S. Wissenschaftliche Erläuterungen des Albumtitel kann ich an dieser Stelle leider nicht bieten (0 Punkte in der mündlichen Physikprüfung). Vielleicht übernehmen James und Greenhalf das beizeiten selbst. In der Zwischenzeit hilft allen Interessierten eventuell dieses Video weiter.

Man Without Country im Internet:
Homepage
Facebook
Twitter
Soundcloud
Tumblr
Instagram

 

Schreib einen Kommentar