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Mai 2016: unsere Konzertempfehlungen

5. Mai 2016

Mai 2016: unsere KonzertempfehlungenEs ist Mai. Die Welt duftet und hat sich herausgeputzt: Sie blüht leidenschaftlich vor sich hin. Und wenn die Sonne untergegangen ist, wird es alles noch viel schöner, intensiver als es ohnehin schon ist. Wen ihr in diesem Monat konzerttechnisch nicht verpassen dürft, haben wir wie immer sorgfältig zusammengetragen.

ALICE PHOEBE LOU
Alice Phoebe Lous konsequent unabhängige Herangehensweise an ihre Musik hat der Singer/Songwriterin ein kreatives Selbstvertrauen gegeben, das man deutlich aus ihrem fesselnden Gesang und ihrer reduzierten Musik heraushört. Sie hat ihren Sound aus Blues und Folk auf den Straßen von Berlin entwickelt, aber trotzdem bereits die Aufmerksamkeit von Musikliebhabern auf der ganzen Welt erregt – dank ihrer ehrlichen Art, Geschichten zu erzählen, und vor allem wegen ihrer rauen, schönen Stimme. Am 22. April ist nun endlich ihre Debütstudioplatte „Orbit“ erschienen. Im Mai geht sie auf Deutschlandtour. So richtig echt – in hübschen Clubs und nicht wie gewohnt an deiner Straßenecke des Vertrauens. Wir freuen uns, diese Tour zu präsentieren.

03.05.2016 Hamburg – Knust
05.05.2016 Köln – Gebäude 9
13.05.2016 Berlin – Passionskirche
02.06.2016 München – Kranhalle

FATHER JOHN MISTY
Es war wirklich ein weiter Weg für Father John Misty, auch wenn er ihn in Windeseile gegangen ist: Gefühlt gerade eben noch war er der Schlagzeuger der Fleet Foxes, jetzt ist er der Prototyp des modernen Crooners. Den langen Haaren und dem Hipster-Vollbart (überkommenes Gesichtsaccessoire, das einfach drangeblieben ist) zum Trotz ist Josh Tillman, wie er früher mal hieß, ein wahrer Nachfolger von Frank Sinatra und seinen Kollegen. Er hat das Genre von den altbackenen sexuellen Konnotationen der alten Herren befreit und ironisch gebrochen weiterentwickelt. Als Drummer hat er das Gefühl für Timing, der Gesangsstil, mit dem er seine poetischen (und politischen) Texte singt, changiert zwischen gefühlvoll gehaucht und laut aufschreiend, seine Band baut die Stücke immer weiter auf, von einfacher Gitarrenbegleitung bis zum alles zerfetzenden Schlusscrescendo. Dabei tänzelt Father John Misty, spielt mit dem Mikrofon, wirbelt dessen Ständer herum, geht auf die Knie, springt über die Bühne und durch die Aufbauten und gibt sein letztes Hemd – um dann wieder bescheiden die akustische Gitarre umzuhängen und von vorne zu beginnen.

25.05.2016 Berlin – Astra Kulturhaus

FAT WHITE FAMILY
Musiker mit Kante, Eigensinn und Unangepasstheit haben in England eine lange Tradition, und das Sextett The Fat White Family aus den Londoner Arbeiter-Stadtteilen Peckham und Brixton schlägt punktgenau in diese Kerbe. In ihren Texten und Videos konfrontieren sie ihre Hörer mit unbequemen Wahrheiten über die postmoderne Gesellschaft. Ihr Sound kennt keine Beschränkungen und zitiert fröhlich und unverblümt aus fünf Jahrzehnten Musikhistorie, während ihre Konzerte nicht selten im spontan inszenierten Chaos enden. Ein englisches Magazin bezeichnete die Fat White Family als „krank, nicht im Sinne von schräg oder überdreht, sondern im echten Wortsinne – dabei aber gleichzeitig brillant“. Ähnliche Äußerungen vernahm man nun auch wieder rund um die Veröffentlichung ihres zweiten Albums „Songs For Our Mothers“, einer mutigen, kontroversen Sammlung aus Stilzitaten, kompositorischer Frechheit und scharfzüngigen Texten.

30.05.2016 Berlin – Musik & Frieden
31.05.2016 Köln – Gebäude 9

IGGY POP
Damit hat uns Iggy Pop Anfang des Jahres echt überrascht: Für sein neues Album „Post Pop Depression“ hat er eine wahre Supergroup zusammengetrommelt: Joshua Homme und Dean Fertita von den Queens of the Stone Age sind dabei, ebenso wie Matt Helders von den Arctic Monkeys. Im Geiste knüpft das Album an Iggy Pops „Lust for Life“-Phase an, und durch Josh Hommes Geschick für Melodien fühlt man sich manchmal gar an David Bowie erinnert. Zusammen ergibt das also eine neue, spannende Kombination. Live wird diese Supergroup nur wenige Konzerte weltweit geben.

07.05.2016 Berlin -Tempodrom
08.05.2016 Hamburg – Mehr! Theater

JOCHEN DISTELMEYER
Jochen Distelmeyer kennt ja nix. Als er auf Lesereise war mit seinem Buch „Otis“ hatte er auch seine Gitarre dabei und sang seine Lieblingsstücke akustisch, ganz nebenbei und mit der ihm eigenen Nonchalance. Davon waren die Zuhörer (nichts gegen das Buch, aber ein Musiker muss halt auch spielen) oft noch begeisterter als von der Lesung. Also setzte er sich hin und entwickelte zusammen mit dem Produzenten Swen Meyer einen ganz eigenen, elegant-lässigen Sound. Jeder Gitarrenakkord, jeder Tastenanschlag am Klavier und nicht zuletzt Distelmeyers mal hell sehnsuchtsvoller, dann dunkel schimmernder Gesang schwingen transparent durch die Lautsprecher. Dabei macht der Crooner Distelmeyer jeden Song zu seinem eigenen. Er zieht nicht zurück und covert Kris Kristoffersen und Al Green genauso wie Lana Del Rey und Britney Spears, wie Radiohead und Avicii. „Songs From The Bottom Vol. 1“ ist ein fantastisches Akustikalbum geworden, voller überraschender Momente und großartiger Musik. Gerade weil das System Distelmeyer keine Grenzen kennt und der Mann vorurteilsfrei in die Welt blickt, ist er der untypischste Popstar, den wir kennen.

10.05.2016 Braunschweig -Brunsviga
11.05.2016 Berlin – Bi Nuu
13.05.2016 Rostock – Zwischenbau
19.05.2016 St. Pölten – Cinema Paradiso
20.05.2016 Ebensee – Kino
21.05.2016 Wörgl – Asternsaal/Hotel Alte Post
22.05.2016 Feldkirch – Theater Am Saumarkt
24.05.2016 Wien – Szene
25.05.2016 Salzburg – Rockhouse
26.05.2016 Nürnberg – Z-Bau
27.05.2016 Neustrelitz – Immergut Festival
28.05.2016 Husum – Speicher

KATE TEMPEST
Kate Tempest, Jahrgang 1985, ist Lyrikerin, Spoken Word artist und Dramatikerin. Für ihr Stück „Brand New Ancients“ ist sie 2013 als erste und einzige Künstlerin unter 40 Jahren mit dem renommierten Ted-Hughes-Preis ausgezeichnet worden, einem der wichtigsten Lyrik-Preise des Landes. Die britische Presse feierte Kate Tempest darauf als „the brightest talent around“ (The Guardian) und als „Britain’s leading young poet, playwright and rapper…one of the most widely respected performers in the country – the complete package of lyrics and delivery“ (The Huffington Post). 2014 ist ihr erstes Solo-Album erschienen und für den Mercury Prize nominiert worden. Ihr Buch „Worauf du dich verlassen kannst“ erscheint am 21. Mai im Rowohlt Taschenbuch Verlag. Nach einer überaus erfolgreichen Konzert-Tournee im letzten Jahr, freuen wir uns Kate Tempest nun auch mit ihrer Lesung zum Roman für vier Termine in Deutschland wiederzusehen.

31.05.2016 Berlin – Lido
01.06.2016 Köln – Stadtgarten
02.06.2016 Hamburg – Häkken
03.06.2016 Mannheim – Maifeld Derby

KEVIN MORBY
Kevin Morby ist ein Wanderer, ein Pilger. Heute hier, morgen dort. Hatte er seine erste musikalische Reise mit seiner Band Woods angetreten, zog er weiter mit den Babies um zwei großartige Indie-Rock Platten aufzunehmen, nur um sich dann als Soloartist vielleicht das erste mal wirklich selbst zu entdecken. Ein Rastloser, der musikalisch mit seinem ruhigen Songwriting mal an die frühen The Go-Betweens, mal an Simon Joyner oder Lou Reed erinnert. Ist sein erstes Album „Harlem River“ eine Hommage an New York, die Stadt die er verließ, um nach Los Angeles zu gehen und sich an diesem Ort neu zu finden, bietet seine zweite Soloveröffentlichung „Still Life“ einen tiefen Einblick in diese Gedankenwelt. Mit diesem Album geht Morby einen musikalischen Schritt in Richtung Dylans „back to basic“ Phase und veröffentlich eine zeitlose und tiefgründige Platte, die Lou Reed vielleicht gerne nach seinem Meisterwerk „Transformer“ veröffentlicht hätte. Lieder die von Tod, Verlust, aber auch von Aufbruch handeln. Sein neues drittes Album erschien im April 2016.

09.05.2016 Berlin – Lido
14.05.2016 Hamburg – Molotow

LAIL ARAD
Lail Arad weiß auch nicht so genau, wer sie eigentlich ist. „Who Am I“, fragte die Britin mit israelischen Wurzeln bereits auf ihrer Debütplatte „Someone New“. Nachdem ihre Hippie-Eltern von Tel Aviv nach London gezogen sind, wurde Vater Ron ein ziemlich berühmter Architekt und Möbeldesigner. Ihr Onkel Atar ist klassischer Violinist und beeinflusste seine Nichte ebenso wie die Musiksammlung der Eltern, die ungefähr von den Kinks über Leonard Cohen bis zu Simon & Garfunkel reichte. Irgendwann begann sie, mit ihren Stücken aufzutreten und war mit ihrer frechen Art ziemlich schnell erfolgreich, ohne jemals einer Szene anzugehören. Bleibt die Frage: Who Am I? Vielleicht gibt das neue Album „The Onion“ eine Antwort. Hoffentlich aber nicht. Denn ihre Lieder sind Kommentare zum Zeitgeist, Reaktionen eines unabhängigen Kopfes, Gedanken einer Frau, die daraus scheinbar mühelos Melodien und Texte schafft.

20.05.2016 Köln – YUCA
21.05.2016 Berlin – Privatclub

MARBLE SOUNDS
Changes on the horizon – zwei Jahre nach der Veröffentlichung der Hit-Single „Leave a Light On“ ist der Begriff „Changes“ bzw. „Veränderung“ das Schlagwort für die Belgier von Marble Sounds. Das dritte Album der Band um Sänger und Frontmann Pieter Van Dessel, nach „Nice Is Good“ (2010) und „Dear Me, Look Up“ (2013), zeugt von neuer Klasse…und frischem Wind – ohne den bisherigen Sound der Band zu verleugnen. „Tautou“ schlägt dabei keine komplett neue Richtung ein, klingt gleichzeitig aber wie keines der bisher veröffentlichten Alben: Ausladend instrumentiert, dennoch simple und eingängig – teilweise berührend und mitreißend – mit zehn Songs, die irgendwo zwischen Post Rock und liebevoll instrumentierten Pop einzuordnen sind, ruft das Album Erinnerungen an Bands wie Death Cab For Cutie, Efterklang, Elbow oder Frightened Rabbit hervor!

08.05.2016 Berlin – Grüner Salon
09.05.2016 Hamburg – Kleiner Donner
10.05.2016 Darmstadt – Schlosskeller
11.05.2016 Haldern – Pop Bar
12.05.2016 Köln – MTC
13.05.2016 Nürnberg – Club Stereo
14.05.2016 Aachen – Musikbunker

MARK LANEGAN
Mark Lanegan zählt zu den aufregendsten und umtriebigsten Künstlern der amerikanischen Rockmusik-Szene. Von der Zeit als Kopf der Grunge-Ikonen The Screaming Trees über seine Jahre bei den Stoner-Rock-Stars Queens Of The Stone Age bis hin zu seinen akustisch gehaltenen Solo-Arbeiten: Wenn der 51-jährige Sänger und Gitarrist aus Seattle an einem Projekt mitwirkt, entsteht Herausragendes. So auch wieder zuletzt: Nach dem Blues-inspirierten Werk „Black Pudding“ mit dem britischen Star-Gitarristen Duke Garwood sowie „Imitations“, einem Album mit außergewöhnlichen Coverversionen, kehrte er zurück ins Studio mit seiner Mark Lanegan Band und lieferte mit „Phantom Radio“ ein weiteres Meisterwerk ab. 2015 legte er, nun wieder akustisch, „Houston“ vor, eine Sammlung vergessener Songperlen aus seinem frühen Solo-Schaffen. All diese Erfahrungen bündelt der Song-Magier mit der einzigartigen Stimme nun für drei ganz besondere Solo-Akustik-Shows an besonderen Orten – ein Streifzug durch sein 30-jähriges Schaffen, höchst intim und berührend.

10.05.2016 Köln – Kulturkirche
17.05.2016 Hamburg – Uebel&Gefährlich
18.05.2016 Berlin – Passionskirche
21.05.2016 St. Gallen – Palace

MAX JURY
Eigentlich sollte das Debütalbum von Max Jury inzwischen schon erschienen sein. Aber der junge Mann ist ein Perfektionist und arbeitet lieber länger an der Produktion, als ein unfertiges Werk abzuliefern. Jetzt ist die Platte fertig ist, kommt sehr bald auf den Markt und er selbst auf Tour. Was einen da erwartet, wenn sich Jury ans Piano setzt oder die Fender Rhodes umhängt, konnte man ja schon ein paar mal bei uns bewundern. Nicht nur seine Coverversionen von Beck, Lana Del Rey oder Florence & The Machine gewinnen durch den gefühlvollen, aber selbstbewussten Umgang mit den Originalen an Format und Eigentümlichkeit. Vor allem seine Eigenkompositionen wie das famose „Black Metal“, das getragene und von einem Billy-Joel-Klavier begleitete und einem geradezu klassischen Gitarrensolo gekrönte „All I Want“ oder der jüngst digital verfügbar gemachte Vorgeschmack „Great American Novel“ greifen einem direkt ans Herz. Max Jury hat seinen musikalischen Verstand soweit geschliffen, dass er verletzliche Gefühle wie Rasiermesser einzusetzen versteht, dass er Songs schreibt, die scharf und schön gleichzeitig sind. Und wenn jemand derart perfekt ist, kann man auch ein wenig länger darauf warten, dass er alle seine Vorstellungen und musikalischen Ideen vollständig umsetzt.

15.05.2016 Berlin – Privatclub
23.05.2016 Köln – Blue Shell

MODERAT
Moderat ist das gemeinsame Projekt von Modeselektor – Gernot Bronsert und Sebastian Szary – und Apparat (bürgerlich: Sascha Ring). Seit 2008 arbeiten die drei Berliner, die jeweils auch alleine weltweit äußerst erfolgreich sind, intensiv zusammen. Seither erschienen zwei Alben, auf denen Modeselektors erbarmungslose Bässe im Untergrund und Apparats sensible, feinsinnige Melodien in den Wipfeln schweben. Dass gerade das vermeintlich Unvereinbare miteinander kommuniziert, macht Moderat so einzigartig. Jetzt steht bei Moderat alles im Zeichen ihres dritten Albums. Es ist ihre erwachsenste Arbeit bisher. Anders als beim Vorgänger geht es jetzt weniger darum, den Blick in das globale Breakbeat-Kontinuum zu richten. Vielmehr horchen Moderat in sich selbst hinein: Wo stehen sie als Künstler, als Menschen, als Männer und – im Fall der beiden Modeselektoren – als Familienväter? Apparat lässt uns in den Liedern und Texten ganz und gar ungefiltert an seinen Beobachtungen, seine Empfindungen und seine Visionen teilhaben. Zugleich scheut er sich nicht, Einblick in seine Ängste und Zweifel zu gewähren. Modeselektor erklimmen in ihren Tracks ein next level, sie produzieren Breakbeats, die durch ihre ungekannten Rhythmen faszinieren und zugleich eine enorme Energie entwickeln. Für die drei ist Partytaumel und Tiefsinn, Ektase und Melancholie kein Widerspruch. So stehen Moderat für ein gefühlvolles Feiern.

05.05.2016 Lausanne – Les Docks, beendet
07.05.2016 Basel – Volkshaus, beendet
08.05.2016 Stuttgart – LKA Longhorn
05.06.2016 Berlin – Velodrom
15.06.2016 Wien – Arena

MUSE
Das Trio um Matthew Bellamy zählt zu den größten, besten und kreativsten Rockbands, die unsere Welt dieser Tage zu bieten hat. Deshalb dürfte es die zahlreichen Fans freuen, dass man Muse nach ihren zwei deutschen Festivalauftritten 2015, dieses Jahr noch einmal auf einer eigenen Arena-Tour sehen kann, auf der sie ihre gewohnt hirnsprengende Liveshow noch besser auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen können. Und das tun sie mit einem Paukenschlag: die gesamte Tour bestreiten sie auf einer 360-Grad-Bühne, die in der Mitte der Arena stehen wird. Damit verschieben sie wieder einmal die Grenzen ihrer bisherigen Inszenierungen und bieten selbst ihren treuesten Fans eine völlig neue Muse-Erfahrung.

09.05.2016 Wien – Stadthalle
11.05.2016 Zürich – Hallenstadion
03.06.2016 Berlin – Mercedes-Benz Arena
06.06.2016 Hamburg – Barclaycard Arena

NEW FOUND LAND
Mit ihrem vierten Album geht die in Berlin lebende Schwedin Anna Roxenholt alias New Found Land einen weiteren Schritt in die elektronische Richtung, ohne sich zu weit von ihrem Fundament aus warmen Popmelodien und eigensinnigem Songwriting zu entfernen. Bestechende Melodien gemischt mit mystischem Flair und schweren Beats machen Lore zu einem zugänglichen jedoch nie offensichtlichen Album.

27.05.2016 Berlin – Berghain Kantine

SARAH BLASKO
In Australien längst ein gefeierter Star, dürfen wir uns nun auch hierzulande auf Sarah Blasko freuen. Ihr aktuelles und mittlerweile fünftes Album „Eternal Return“, das eben auch bei uns erschienen ist, kletterte in ihrer Heimat direkt auf Platz sechs der Albumcharts. Bereits zweimal erhielt sie den ARIA-Award – vergleichbar mit den Grammys in den USA. Mit ihrer neuen Platte legt Sarah Blasko, wie sie selbst gesteht, ein „love album“ vor, das von persönlicher Erfahrung gespeist und völlig authentisch ist. Die Texte sind entwaffnend einfach. Worte sind auf ein Minimum reduziert, wirken nahezu nackt und genau daher ehrlich und vermeiden so jedes Klischee. Verstärkung hat sich Blasko mit Burke Reid als Produzenten geholt. Mit an Bord außerdem David Hunt, Ben Fletcher und Nick Wales, die gemeinsam mit Blasko einen großartigen Retro-Electro-Vibe erschaffen, der sich durch die ganze Platte zieht und gepaart mit der eindrucksvoller Stimme der Sängerin eine große Atmosphäre schafft.

24.05.2016 Berlin – Grüner Salon

THE HEAVY
The Heavy sind zurück, und zwar genauso schwer, cool, soulig, funky, swampy wie man das von ihnen gewohnt ist. Die neue Platte, die ab sofort parat steht, heißt „Hurt & The Merciless“, und die erste Single „Since You Been Gone“ lässt einen vergessen, dass Detroit eine sterbende Stadt ist und Motown ein Symbol für vergangene, bessere Zeiten und scharfe Bläsersätze. Damit setzen die Briten ein, dazu drischt ein Schlagzeug, das im Lexikon neben dem Eintrag „treibend“ bestens aufgehoben wäre. Die Gitarre schwebt im Effektgewitter, und die coole und charismatische Stimme von Kelvin Swaby setzt dem ganzen die Krone auf: „The rain just won’t stop falling since you been gone.“ Fast wünscht man sich, dass die Jungs öfter mal von ihren Liebsten verlassen werden, wenn sie darüber immer solche Bretter schreiben. Da ist er wieder, der Voodoo-Zombie-Garagenrock-Soul. Vollgas ist wie stets das Minimum bei The Heavy.

22.05.2016 Köln – Luxor
23.05.2016 Berlin – Columbia Theater
25.05.2016 Zürich – Mascotte
18.06.2016 Frankfurt – Batschkapp

TRAVIS
„Wir sind sehr merkwürdig“, sagt Fran Healy, der Frontmann von Travis, „alle Menschen ändern sich, nur wir nicht. Wir sind noch genauso, wie wir mit 18 Jahren waren, und wir hängen immer noch mit den gleichen Leuten ab wie mit 18. Und schon damals dachten wir, wenn wir im gleichen Raum waren: Ah, das fühlt sich richtig gut an.“ Schon seltsam, einen Mittvierziger rund 25 Jahre nach Gründung einer der erfolgreichsten britischen Bands so reden zu hören. Aber er hat recht: Travis sind eigentümlich und zeitlos und waren immer anders als andere Bands. Travis ist die Geschichte der langen und einzigartigen Freundschaft von Sänger Healy, Gitarrist Andy Dunlop, Bassist Dougie Payne und Schlagzeuger Neil Primrose. 25 Jahre ohne Änderung des Line-ups: Nicht viele Bands können das von sich behaupten. Musikalisch zusammengehalten hat diese vier Männer immer die Melodie: „Damit beginnt jedes Stück, und damit endet es, wenn jemand vor dem Radio sitzt und mitsingt.“ Travis ist die Band, auf die sich alle einigen konnten, die bis heute alle lieben. Im April erschien ihr neues Album „Everything At Once“, voll von dieser typischen Mischung aus Optimismus und Melancholie, Gefühl und Mäßigung, Glück und Bescheidenheit, Gitarrenwelten und süßem Gesang.

23.05.2016 Berlin – Huxley’s Neue Welt
24.05.2016 Köln – Live Music Hall

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