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Lust auf At the Gates-Stahl?

11. Januar 2008

Dawn of Perception im Kurzportrait

Nein, an dieser Stelle bewerbe ich nicht die Wacken-Reunion der Schwedentod-Legende, vielmehr möchte ich mich einer jungen Thüringer Kombo widmen, die durchaus das Zeug hat, in die Fußstapfen der meisterlichen At the Gates zu treten. Einmal mehr, um genau zu sein, denn bereits vor gut anderthalb Jahren fiel mir der Fünfer aus Hildburghausen positiv auf. Ihr letztes hörbares Lebenszeichen, „Fragments“, ist zwar schon gut zwei Jahre alt, doch für eine neue EP war man vergangenes Jahr im Coburger Forte Fortissimo Studio, sodass mit der Veröffentlichung Anfang 2008 gerechnet werden kann…

Dawn of Perception - Fragments (2005) Also, warum nun Dawn of Perception? Weil der Melodic Death Metal-Markt eigentlich schon komplett übersättigt ist? Nein, weil man derzeit überall weit und breit hochmodern zurechtgeschliffene In Flames-Klone hat, die alle fett grooven und ultraheavy sein wollen, und zudem mit allerlei Synthesizer-Käse versuchen, hochmodern und innovativ zu klingen… Dawn of Perception gehen diesen Weg nicht. Denn wo sind heutzutage die messerscharfen Ohrwurm-Riffs eines Anders Björler, wo sind leidend-krächzige Vocals und tiefgründige Texte wie sie ein Tomas Lindberg einst schuf, wo ist noch trotz ausgetüfteltem Songwriting Spontaneität hörbar? Diese Thüringer hier haben’s drauf. Dawn of Perception klingen wie At the Gates in ihrer Endphase, doch reichern ihr Endergebnis auch gern mal mit kalt klirrenden Akustikgitarren und netten Progressivitäten an, auch klarer Gesang gehört zum Repertoire, und in dieser Sache zitiere ich mich mal selbst, denn diese Meinung zählt noch immer:

Und ich meine hier richtig gescheiten Gesang, nicht nur ein paar Worte pseudo-melodischen Sprechgesangs, wie ihn so viele Bands derzeit in ihren sonst so bööösen Screamo-„Fucker!“-Metal einfließen lassen. Beispiele möchtet ihr? „Fall“ wartet nicht nur mit eingängigen Gitarren, sondern vor allem mit einem ebenso schnittigen, coolen Clean-Refrain auf; der letzte Song „Unveiled Masquerade“ kommt sogar beinahe ohne Keif-Vox aus, und die drei Herren mit den gesäuberten Stimmbändern erschaffen zusammen eine traurig-kühle, dennoch sehr angenehm-intensive Atmosphäre.

(Frau Kropf im Sommer 2006)

Man darf auf die baldige 5-Track-EP sehr gespannt sein. Diese befindet sich derzeit in der Obhut von Jacob Hansen, richtig, der dänische Herr, der bereits für Namen wie King’s X, Motley Crüe, Communic, Mercenary, Volbeat und und und produziert hat… Hoffen wir, dass Dawn of Perception nicht „überproduziert“ werden, wenn sich der Herr Hansen um den Mix kümmert. Denn trotz eigenständiger Ideen: Ich mochte den oldschooligen Sound der „Fragments“-Demo wirklich sehr, hatte was verruchtes.

Und da „Fragments“ mittlerweile vergriffen ist, kann man die komplette Scheibe inklusive Artwork auf der Bandseite downloaden, tolle Sache und extrem zu empfehlen, wenn man irgendwo 40 mb frei hat… (Und falls nicht dann schmeißt doch bitte die letzte Dark Tranquillity für diese Jungspunde übern Jordan) Und deshalb möchte ich auch keine weiteren Worte verlieren und stattdessen auf den Mediabereich der offiziellen Dawn of Perception-Seite verweisen:

www.dawnofperception.de
–> direkt zum DOWNLOAD

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