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Lisa Hannigan – At Swim

31. August 2016
Lisa Hannigan - At Swim

Lisa Hannigan – At Swim

Lisa Hannigan galt lange Zeit als bessere Hälfte von Damien Rice, dem sie mit ihrer Stimme Profil verlieh. Es folgten zwei Soloalben; die letzten 4 Jahre wurde es still um sie. Bis Aaron Dessner (The National) bei Hannigan anklopfte und seine Dienste als Produzent anbot. Zuletzt ließ er Sharon van Etten glühen, nun wollte Dessner den Zauber der Irin festhalten. War der Entstehungsprozess rund um den Austausch von Soundgefügen und Songwriting noch etwas zeitintensiv, dauerten die Aufnahmen von „At Swim“ letztlich nur wenige Tage. Das Resultat ist ein kleiner Melancholie-Marathon, der die Tiefe von Lisa Hannigan über allem schweben lässt.

Die Krux mit Singer-/ Songwriterplatten ist ja immer jene, dass ruhige Spielarten gerne in die Belanglosigkeit abdriften. Das Album läuft durch und am Ende erinnert man sich an keinen einzigen Song. „At Swim“ ist nun natürlich kein aufgeregtes Werk. Stilbrüche und das Anziehen von Geschwindigkeit sind allerdings auch nicht notwendig. Wenn eine Stimme für sich allein steht und Emotionen mit jedem einzelnen Herzschlag atmet, dann ist das etwas Besonderes. Vielleicht war es genau das, was Aaron Dessner so beeindruckte. Den Rahmen, welchen er Lisa Hannigan aus Streichern, Klavier, reduzierten Beats oder dem kompletten Auslöschen jeglicher Instrumentierung erschafft, bringt das Umfeld zum Leuchten. Und obwohl „At Swim“ unterschwellige Melancholie zelebriert, von Einsamkeit und Verzweiflung erzählt, öffnen sich parallel Türen, um das Licht hereinzubitten. Hinter jedem Gefühl steckt eine Wahrheit. Viel mehr muss man zu dieser kleinen Perle gar nicht sagen. Außer, dass man sich bereits nach einmaligem Hören an jeden einzelnen Song erinnert.

Lisa Hannigan im Internet:
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Tourdaten:
29.10. – Plaza, Zürich
01.11. – Admiralspalast Studio, Berlin
02.11. – Studio 672, Köln

 

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