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Lilabungalow – Peace To Gold (Review)

22. März 2015
Lila Bungalow - Peace To Gold

Lilabungalow – Peace To Gold

Welche Kriterien muss ein Album eigentlich erfüllen, um einen überraschen zu können? Eingängkeit ohne dabei zu gefällig zu wirken vielleicht. Oder aber ein gefährlicher Stilmix, der so absurd klingen mag, dass man geneigt ist abzuwinken. Bis man sich das Album dann anhört. Lilabungalow kommen aus Erfurt. Einer Studienarbeit von Patrick Föllmer entsprungen, entwickelte sich dieses musikalische Projekt kurzerhand zu einem relativ fixen Bandgefüge. Aktuell zu dritt (wobei man das bei Lilabungalow nie so genau sagen kann), legen die Erfurter ihre zweite Platte „Peace To Gold“ vor. Noch mutiger als ihr Debüt, noch reicher an genreübergreifenden Twists. Föllmer, René Kolditz und David Bönsch tänzeln leicht und mit viel Selbstironie durch elf schmucke Tracks, die unter anderem in Erfurt, Berlin, Kopenhagen und Weimar aufgenommen und produziert wurden.

So richtig zu fassen kriegt man ihn nicht, den Lilabungalowschen Kern. Pop dient als Basis, alle erdenklichen Klangspielarten geben dem Album tausend Richtungen. Das klingt verwirrend und anstrengend. Ist es jedoch in keinem Moment. Man fragt sich zwar desöfteren, ob man da immer noch dieselbe Band hört, belehrt sich dann selbst eines besseren und lehnt sich entspannt zurück. „Peace To Gold“ schwingt zwischen funkigen Beats („Mother Love“), Elektro-Mariachi-Hybriden („Mexiko“), Radiohead-esken Soundgebilden („Cape Kennedy“, „Minus 1000“), groovendem Indie Pop („Peace To Gold“, „The Wandering“) und jazzigen Sommerrhythmen („Superelida“). Ein helles Album, das trotz seiner Komplexität charmant leichtfüßig daherkommt. Lilabungalow lassen die Sonne rein, sperren im Gegenzug konventionelle Strukturen aus. Experimentell und massentauglich. Das hat man wahrlich nicht sehr oft. Alle Frühlingsgefühl-Punkte gehen daher an den Dreier aus Erfurt.

Lilabungalow im Internet:
Homepage
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Soundcloud
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Tourdaten:
26.03.15 – Volt, Hamburg
27.03.15 – Noon, Bremen
28.03.15 – Peter-Weiss-Haus, Rostock
31.03.15 – SchonSchön, Mainz
01.04.15 – Frischzelle, Darmstadt
02.04.15 – Pantheon, Bonn
03.04.15 – Nummer zu Platz, Bielefeld
05.04.15 – Privatclub, Berlin
09.04.15 – Druckluft, Oberhausen
18.04.15 – Franz Melhose, Erfurt
23.04.15 – Schlachthof, Kassel

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