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Lewis Watson – The Morning (Review)

11. Juli 2014
Lewis Watson - The Morning

Lewis Watson – The Morning

Der nächste Ed Sheeran oder Ben Howard? Die englische Presse überschlägt sich förmlich, sobald der Name Lewis Watson fällt. Einen recht großen Bekanntheitsgrad besitzt der junge Songwriter aus Oxford ja bereits. Durch das unermüdliche Veröffentlichen etlicher Homerecordings und fünf EPs überholte er auf iTunes sogar internationale Superacts wie Madonna. Und wie das immer so ist, wenn man von jetzt auf gleich in aller Munde ist – klopfte auch schon bald eine große Plattenfirma an Watsons Tür. Ein gutes Jahr arbeitete der junge Brite an seinem Debütalbum „The Morning“. Ob er sich mit Sheeran und Howard messen kann und muss? Wohl kaum. Lewis Watson schlägt musikalisch seinen eigenen Weg ein. Zielsicher legt er sich dabei einen Pfad an, der Raum für seinen schwelgerischen Folk bietet.

Dem liegt natürlich warmer, erdiger Unterton als Basis zugrunde. Das Gefühl im Morgennebel durch Wald und Wiesen zu streichen durchzieht die gesamte Platte, hält vom ersten bis zum letzten Song. Watson singt mir klarer sanfter Stimme. Die Titel sind einerseits opulent, verlieren allerdings zu keiner Zeit den reduzierten intimen Charakter, auf den Lewis Watson so viel Wert legt. Staubiger Folk, der eher langweilt, anstatt zu fesseln ist so weit von „The Morning“ entfernt, wie eine Klappstulle von einem mehrgängigen Menü. Man erlebt große Melodien, große klangliche Gesten und Geschichten über das geliebt und nicht geliebt werden. Und immer möchte man mitwippen, trommeln und schmachten. „Stay“ ist vielleicht der Schlüsselsong von Watsons Erstwerk: fluffig, melodiös und verzaubernd. Die sich anschließenden Tracks, wie „Holding On“, „Into The Wild“ oder „Outgrow“ führen diesen nicht enden wollenden Spaziergang durch ein folkiges Bilderbuch weit fort und abschließend zurück in heimische Gefilde („Castle Street“). Ein durch und durch rundes Album. Lewis Watson ist vermutlich sehr clever oder aber sehr talentiert. Wahrscheinlich eher beides. „The Morning“ muss sich allerdings an keiner bekannten Folk-Größe messen. Watson kehrt sein Innerstes nach außen und verleiht seinem Debüt damit einen Anflug von Authenzität, der jeden Titel kaum spürbar umspannt. Sheeran und Howard müssen warten. Watson erobert zuerst die Welt.

Lewis Watson im Internet:
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Tourdaten:
09.10. – Hamburg, Indra
10.10. – Berlin, Comet
01.11. – Wien, Jammin Java

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