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Lebensfrohe Rockmusik hat einen (lustigen!) Namen: RICHIE KOTZEN

20. November 2007

Solo-Alben von RICHIE KOTZEN sind eigentlich immer ein Genuss. Der begnadete Gitarrist und mächtig gute Sänger wildert darauf nach Herzenslust in den großen Revieren Hard Rock, Blues, Jazz, Funk und Soul und schafft es mit bemerkenswerter Präzision, die dort erlegte Beute zu äußerst lebendigen, farbenfrohen und mitreißenden Songs zu verwursten. Dass der Typ mit dem für deutsche Ohren doch etwas lustigen Nachnamen mal bei Poison gespielt hat, für Mr. Big komponierte und in Japan sogar schon für niemand Geringeren als die Stones eröffnen durfte, weiss wohl kaum jemand mehr. Tut aber eigentlich auch nicht viel zur Sache, denn seine Platten sprechen ganz allein für sich. Bleibt nur zu hoffen, dass die Mehrheit der Rock-Fans die edlen Teile nicht schlicht und ergreifend übersieht, weil sie immer noch glaubt, dass Alleingänge eines Gitarrenhelden grundsätzlich mit blutleerem Gedudel gleich zu setzen sind.

Richie Kotzen 2Nachdem uns Richie mit „Slow“ (2002), „Change“ (2003) und „Get up“ (2004) exzellente Werke voller Spielfreude, Leidenschaft und Virtuosität geschenkt hatte, blieb das letztjährige Album „Into the black“ etwas hinter den Erwartungen zurück, weil das Songwriting streckenweise recht konservativ ausfiel und die feinsinnige Raffinesse ein bisschen zu kurz kam. Doch dieses kreative Schwächeln war nur von kurzer Dauer, wie nun Richies neues Album beweist, das in Europa über Frontiers Records unter dem Titel „The return of mother head’s family reunion“ erscheint. Mir liegt die amerikanische Fassung von Headroom Inc. Records vor, die den Titel „Go faster“ trägt und mit der europäischen im Prinzip identisch ist, außer dass ihr das Lied ‚Drift‘ fehlt – Euro-Bonus-Track halt. Der Einstieg in die Platte gelingt mit dem Titeltrack, einem saucoolen funky Hard Rocker, ganz hervorragend, die Nummer reißt einen sofort mit und räumt mit einem prächtigen Chorus ordentlich ab. Das atemlose, unter die Haut gehende ‚You know that‘ schlägt in dieselbe Kerbe. ‚Fooled again‘ ist eine entspannte, verspielte Nummer zwischen Rock und Soul, während ‚Faith‘ als hübsche Ballade daher kommt, die wie auf Mr. Big zugeschnitten wirkt. Es folgt mit ‚Bad things‘ der wohl beste Song der Scheibe, ein grandioses, schweißtreibend intensives Groove-Monster mit einem unwiderstehlichen Aerosmith-Chorus: so etwas gehört eigentlich in die Charts!

Richie Kotzen 1Spätestens hier hat RICHIE KOTZEN mich längst wieder auf seine Seite gezogen. Mit „Go faster“, alias „The return of mother head’s family reunion“, hat er ein Album am Start, das zu den Glanzlichtern seiner an Highlights wahrlich nicht armen Diskographie zählt. Alle Stärken seiner Musik kommen hier gebündelt und verdichtet zur Geltung, Fans von zum Beispiel Aerosmith, Van Halen und den früheren Arbeitgebern des Meisters kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Betont sei nach dem detaillierten Loblied auf die ersten fünf Songs noch, dass die Platte in der zweiten Hälfte keineswegs abbaut, sondern mit dem eingängigen Smasher ‚Do it to yourself‘, dem treibenden ‚Feed my head‘ und dem Boogie-lastigen ‚Can you feel it‘ weitere Perlen beinhaltet. Somit haben wir es hier mit einem tollen Stück knackig-harter, vielseitiger, erfrischend positiver Rockmusik zu tun, das hoffentlich viele Hörer finden wird.

Homepage: www.richiekotzen.com

Keine Kommentare

  1. Mit dem Namen will ihn bestimmt keine Frau heiraten, die Deutsch versteht… obwohl er ja auch noch ganz gut ausschaut, der Richie. Aber mal zu wirklich wichtigen Dingen: Hab das Album auch. :) Gerade bei dem derzeit vorherrschenden irischen Bloedkackwetter ein toller Energyboost! … mal abgesehen von der ein oder anderen zu schmusiwuseligen Ballade.

    #669
  2. Stell dir mal vor: Du als Angetraute dieses feschen Kerls würdest dann wohl möglich Katrin Kotzen heißen… oder sogar Katrin Kropf-Kotzen… muuhuuhahahahaaaa!!!!

    #668
  3. Jawoll, hahaha! Ich waere ja mal ganz klar fuer den Doppelnamen! 😀 … Obwohl, die Inititalien KKK sind ja auch nicht so nett.

    #667

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