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Lamb @ Bürgerhaus Stollwerck, Köln | 28.11.2014

5. Dezember 2014

Lamb @ Heimathafen, Berlin - 30.11.2014Lou Rhodes und Andy Barlow legten erst vor einigen Wochen mit „Backspace Unwind“ ein fulminantes Album vor. Wo sich vergleichbare Acts musikalisch im Kreis drehen, brechen Lamb aus und orientieren sich neu. Lou Rhodes Einfluss tritt deutlich in den Vordergrund; einher gehen damit sanftere folkige Songs. Das präzise Gewummer von Andy Barlow hingegen hält sich vornehm zurück, ist jedoch nach wie vor essentieller Kern und Bühne für Lambs Schaffen. Wie bereits so oft  in der Vergangenheit machte sich das Duo im Anschluss an die Veröffentlichung auf, um die Platte vor Publikum zu präsentieren. Die Menschen folgten dem Sirenenruf und kamen in Scharen. Das Konzert in Köln musste aufgrund erhöhter Nachfrage vom Gebäude 9 in das Bürgerhaus Stollwerck verlegt werden, welches allein seines Industrie-Charmes wegen den perfekten Rahmen für diesen Abend in doch eher intimem Kreis bildete.

Begleitet wurde das Duo auf seiner Tour von den Ramona Flowers, an deren Debütalbum „Dismantle And Rebuild“ die beiden ebenfalls mitwirkten. Sind Vorbands oft verschenkte Zeit, weil sie stiltechnisch schlecht gewählt selten das Publikum für sich gewinnen können, erlebte man in dieser Hinsicht eine durchweg positive Überraschung. Der theatralische Indiepop der Briten sorgte jedenfalls für kurzweilige Unterhaltung und weit mehr als sparsamen Höflichkeitsapplaus.

>> Zu allen Bildern von Lamb @ Heimathafen in Berlin am 30.11.2014

Lamb selbst betraten die Bühne zu recht später Stunde, wurden wie lang vermisste Freunde liebevoll begrüßt und entfachten vom ersten Moment an ein Feuer, das für zwei Stunden die Zeit still stehen ließ. Lou – mit ihrem Gewand optisch der Antike entsprungen, Andy – ganz das legere Beatmonster: Gegensätzlichkeit, die zwischen den beiden wunderbar harmoniert. Der Fokus lag klar auf dem aktuellen Studioalbum –  „In Binary“, die Single „We Fall In Love“ oder auch „Doves And Ravens“ flossen mühelos ineinander. Auch ältere Songs, wie beispielsweise „Gabriel“ und „Gorecki“ fanden ihren Platz auf der Setlist und wurden mit einer solchen Inbrunst mitgesungen, dass Lou zu Tränen gerührt war. Überhaupt geht es bei Lamb weniger um das Abspulen von Songs, sondern vielmehr um ein grenzenloses und gleichgestelltes Miteinander. Die so entstandene familiäre Atmosphäre tat ihr übriges, um den Abend in seiner schillernden Vielfalt zu etwas Besonderem wachsen zu lassen. Musik, Anekdoten, Tanzen, Feiern, Lachen und ein paar Tränen. Wie ein Abend mit guten Freunden eben verläuft.

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