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Lamb – Backspace Unwind (Review)

28. Oktober 2014
Lamb - Backspace Unwind

Lamb – Backspace Unwind

Neues aus dem Lamb-Universum. Knapp zwanzig Jahre sind seit ihrer Gründung vergangen, drei seit dem Album „5“. Lou Rhodes und Andy Barlow haben sich in dieser Zeit zu einem der letzten wirklich großen Paare des klanglichen Gegensatzes entwickelt. Wo andere Größen stagnieren und entweder Altes aufwärmen, oder sich in waghalsiger Verschrobenheit verlieren, besinnt sich das Duo aus Manchester auf den Kern seines musikalischen Schaffens. „Backspace Unwind“ lässt das bisher sehr präsente elektronische Vollbrett in den Hintergrund rücken und bietet dafür filigraner Schönheit eine Bühne. Vielleicht eine Entscheidung aus dem Bauch heraus, ganz sicher jedoch eine der besten Entscheidungen, die Lamb treffen konnten.

Der Technik-Nerd und die bezaubernd sanfte Schöne kommen so auf eine Art zusammen, die Klangverwandte wie Portishead mit Leichtigkeit des Platzes verweist. Barlows elektronische Beatlast beschränkt sich auf minimalistische Einsätze und das Einrahmen von Lou Rhodes Gesang. Manchmal groovt sie aber auch ganz gut und sorgt damit für Brüche im sonst recht folkig, akustisch bis orchestralen Konzept. Bestes Beispiel hierfür sind „Seven Sails“, „In Binary“ oder der Titeltrack „Backspace Unwind“. Lamb lassen Energie und Gefühl ineinander fließen, sorgen für das Eins werden von Tanzbarkeit und wohliger Gänsehaut. Die stellt sich von ganz allein ein, sobald „Doves And Ravens“ und „What Makes Us Human“ zwischen orchestralem Drama und Ballade wandeln. Der Einsatz von Streichern und ganz besonders der des Klaviers webt emotionale Tiefe in die einzelnen Songs. Im Zusammen- und Wechselspiel mit Trip Hop-Elementen erwacht ein Album, das irgendwie alles kann. Zwischen Zerbrechlichkeit und Stärke pendeln, still stehen und tanzen, hoch springen und genauso tief fallen. Das Ablegen alter Gewohnheiten hat sich gelohnt. Lamb legen mit „Backspace Unwind“ ihr bestes Album seit Jahren hin.

Lamb im Internet:
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Soundcloud

Tourdaten:
28.11.2014 – Köln – Bürgerhaus Stollwerck
29.11.2014 – Hamburg – Mojo Club
30.11.2014 – Berlin – Heimathafen
06.12.2014 – München – Strom
13.12.2014 – Leipzig – Täubchenthal
14.12.2014 – Darmstadt – Centralstation

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