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Laing @ Huxleys, Berlin | 30.01.2015

6. Februar 2015

Laing @ Huxleys, Berlin | 30.01.2015Als wir Laing das letzte Mal live erlebt haben, waren sie noch im Besitz einer MySpace-Seite. Man könnte meinen, zwischen dem Gestern und Heute liegt eine halbe Ewigkeit. Doch tatsächlich kommt einem die persönliche Laing-Live-Pause gar nicht so lange vor. In regelmäßigen Abständen schüttelt das Mädels-Quartett nämlich neue amüsante Einfälle, Aktionen, Moves und Klang- und Wortspielereien aus dem konfettigefüllten Zauberkissen. Man hat stets das Gefühl, ein Teil des Ganzen zu sein.

Seit ihrer Show damals im quadratisch praktisch guten (=übersichtlichen) Crystal, die eine von vielen damaligen Berlin-Auftritten markierte, ist so einiges passiert. Beim Bundesvision Songcontest belegte man mit „Morgens immer müde“ den zweiten Platz, der Debüt-Nachfolger „Wechselt die Beleuchtung“ lässt mittlerweile das Herz erfreuen, und aktuell steht die wohlmögliche Teilnahme beim Eurovision Songcontest auf dem Programm, wenn man denn im März als Nummer Eins aus dem Vorentscheid hervorvorgeht. Für Laing sind solche Aktionen kein Notschritt, um endlich noch bekannter zu werden, bei ihnen steht vor allem eines an der Tagesordnung: das Umsetzen von wahnwitzigen Ideen. Auf alle Fälle besteht kein Zweifel daran, dass Deutschland eine Band wie Laing noch nicht gesehen hat, ob sie nun nach Österreich tuckern dürfen oder nicht – auch wenn es zu begrüßen wäre, schaden kann es auf alle Fälle nicht, den musikalisch festgefahrenen Laden mal ein bisschen aufzumischen.

Nach dreieinhalb Jahren des Aus-der-Ferne-Beobachtens fanden wir uns nun vor ein paar Tagen im Huxleys in Berlin wieder, um Teil ihres ausverkauften Abschlusskonzert ihrer Januar-Tour zu sein. Und als ob wir sie nicht schon im Vorfeld umwerfend genug fanden, so sind wir jetzt kurz und bündig ausgedruckt: grenzenlos überwältigt.

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Bereits der Opener „Wechselt die Beleuchtung“ mit dem tuckernden Beat, dem An-Aus-Lichtspiel und ersten zarten Körperbewegungen in kurzen Glitzerkleidern und hohen Absätzen versetzte einen in Halb-Ohnmacht. Es folgte ein kollektives Bühnenrand-Intermezzo, ein Fitness-Workout allererster Güte, eine Rollschuhperformance unter Sternenlicht, Keyboard-Solos, Karneval, pausenlos hurmorvolle Ansagen, ausuferndere Körperbewegungen, Pustgeräusche, Konfetti-Regen und reichlich Discokugelglitzern.

Taktgeberin Nicola Rost sprach mittendrin aus, was genauso gut von den Fans hätte kommen können: „Da kriegt man manchmal ein bisschen Pulsklopfen!“ Berlin-Konzerte sind für Laing stets etwas ganz Besonderes, schließlich befindet man sich in seinem Revier und doppelt so viele Leute, darunter mehr als eine Handvoll Freunde finden sich zur Party des Jahres ein. „Ihr seid die Besten, und das wisst ihr!“ gab es als verbale Streicheleinheit nach ihrem größten kommerziellen Hit „Morgens immer müde“ mit auf den Weg. Dass die Band diesen Song erst nach anderthalb Stunden spielte, zeigt, dass sie theoretisch auch ohne ihn auskommen könnte. Zuvor hatten sie bereits wortwörtlich einen Kracher an den nächsten gereiht, dass man ihn so gar nicht vermisste. Als er dann ertönte, wollte man ihn natürlich nicht missen. Dieses Konzert war eine ziemlich runde Sache, die sich gerne noch zwei Stunden weiterdrehen hätte können, aber irgendwann ist nun mal Schicht im Schacht. Nach drei Zugaben und (das ist jetzt wirklich) „Das letzte Lied“ folgte die tatsächlich finale Verabschiedung in Form des Heinz Erhardt-Klassikers „Immer wenn ich traurig bin, trink ich einen Korn!“.

Laing im Internet:
Facebook: www.facebook.com/mulaingsik
YouTube: www.youtube.com/user/mulaingsik


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