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Kejnu – Centillion (Review)

21. Februar 2015
Kejnu - Centillion

Kejnu – Centillion

Eine Zentillion an Ideen, komprimiert in zwanzig Songs. Die Schweizer Kejnu haben diesem kreativen Überfluss auf ihrem neuen Album „Centillion“ eine eigene Bühne geschaffen. Quell sämtlicher Texte, Kompositionen, medialer Konzepte und Kopf der Formation ist Nuél Schoch. Ein Ein-Mann-Projekt, das sich jedoch stets Unterstützung für seine Liveaktivitäten sucht. So nimmt Schoch auch auf der neuen Platte die Rolle des alleinigen Initiators ein. Einer Platte, die als Doppelalbum wohlgemerkt mit 90 Minuten Spielzeit aufwartet. Die entdeckt werden will, sich dabei jedoch sehr angenehm und harmonisch anfühlt. Kejnus Mixtur aus Alternative Rock/- Pop, Indie, Electronia und Postrock gibt einen Hinweis auf den Sound-und kratzt trotzdem nur an der Oberfläche dieser sagenhaft vielschichtigen Klangskizzen.

Nuél Schoch setzt auf ein facettenreiches Hörerlebnis, das verschiedenste Musikstile vereint. Scheinbar leichtfüßig kommen die Songs daher. Und trotz der doch recht tiefgreifenden Texte ist ein wohliges Abdriften während der nächsten 20 Titel garantiert. Vergleiche mit Radiohead sind gar nicht so weit hergeholt. Ähnlich experimentell, vielleicht etwas mehr mainstream-kompatibel. Kejnu setzen das Motto ihres aktuellen Albums bis ins Detail durchdacht um und lassen mit einer unendlichen Zahl von Soundgebilden und Texturen ganze Bildserien im  Kopf entstehen. Jeder Song ist anders; von elektronischen Ambient-Postrock-Gefügen, über reduziert folkige Tracks, bis hin zu astreinen Popsongs ist eigentlich alles auf „Centillion“ vertreten. Das Schöne: zu keiner Zeit hat man das Gefühl, dass sich etwas wiederholt. Kein Melodiefetzen, kein Beat, keine Gesangslinie. Man befindet sich auf einer Reise, deren abwechslungsreiche Szenarien sich stetig verändern und doch fließend ineinander übergehen. Kejnu haben viel mit diesem Album gewollt und ersticken aller Zweifel zum Trotz definitiv nicht am Übermaß ihres endlosen Ideenfundus. Vielmehr gelingt es ihnen die Unendlichkeit in einen Rahmen zu prägen. Der sich jedoch von ganz allein auflöst, sobald man bereit ist in diesen Fluss einzutauchen, der weder Zeit noch Raum kennt.

Kejnu im Internet:
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Bandcamp

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