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Karl Hyde (von Underworld) live @ Frannz, Berlin | 18.04.13

19. April 2013

Karl Hyde von Underworld live in Berlin @ FrannzEines gleich vorweg. Mit Underworld kennen wir uns so gar nicht aus. Einer ihrer größten Smasher „Born Slippy“ blieb mal während der Teenager-Zeit Mitte der Neunziger kleben, das war es aber auch schon. Ihr elektronischer Sound kam immer etwas zu vertrackt und stellenweise hämmerig daher und ließ sich nur schwer greifen. Später verlor man die Band schlicht und einfach aus den Augen.

Als bemerkenswerter Fakt geht durch, dass sich die zweiköpfige Formation, bestehend aus Karl Hyde und Rick Smith, an der Musikgestaltung der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 verantwortlich zeichnete. Im Anschluss wurden sie mit dem Q Award für die beste „Sound-Innovation“ geehrt, dass man zweifelsohne von einem Karrierehöhepunkt sprechen darf. Auf dem Gipfel ihres Erfolgs setzen auch die Soloambitionen von Karl Hyde an. Dieser veröffentlicht genau in diesem Moment sein Album „Edgeland“. Es ist anders: Fünftausend Mal ruhiger als alle Platten von Underworld zusammen, es regiert ein breiter angelegter Band-Sound.

Sein Konzert in Berlin musste vom größeren Astra ins kleinere Frannz verlegt werden. Vielleicht lag es daran, dass lediglich Die-Hard-Fans etwas mit seinem Namen assoziieren, vielleicht aber auch daran, dass sein Albumrelease erst noch bevorstand. Wie dem auch sei: Das Frannz war schlussendlich gut gefüllt und den meisten sah man in der Tat ihren „Die-Hard-Status“ an, was wohl auf den hohen Altersdurchschnitt zurückzuführen war.

>> Zu allen Bildern von Karl Hyde @ Frannz in Berlin

Karl Hyde wirkte trotz seiner über 30-jährigen Bühnenerfahrung hungrig wie ein Jungsspund, so streckte er nach jeder Applausrunde aufgeregt, schelmisch grinsend aber hocherfreut die Fäuste in die Höhe. Für die optimale Präsentation seiner sphärischen Kompositionen hatte er sich drei weitere Musiker an Bord geholt. Er stellte sie als „Freunde“ vor.

Mucksmäuschenstill war es während der Darbietung der größtenteils bisher unbekannten Songs. Als Karl Hyde nach etwa 50 Minuten Spielzeit ankündigte, dass man nun ein paar Nummern einer „anderen Band“ auf die Bretter legen würde, war schnell klar, dass damit nur Underworld gemeint sein konnten. Der federleichte Gitarrensound wich nun einem gigantischeren Sound-Teppich. Ein guter Grund, sich als Fan endgültig seiner Zurückhaltung zu entledigten.

Karl Hyde im Internet
Homepage: www.karlhyde.com

Underworld im Internet
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